Rhein-Main und Südhessen besonders gefährdet Warnung vor Schnee- und Eisbruch: Vorsicht in Parks und Wäldern!

Erst hat's gefroren, jetzt biegen sich die Bäume und Äste wegen der Schneemassen. Experten warnen vor Schnee- und Eisbruch besonders im Rhein-Main-Gebiet und in Südhessen. Spaziergänger sollten an bestimmten Orten besonders vorsichtig sein.

In der verschneiten Landschaft ist ein Baum umgestürzt und ragt leicht auf eine gesperrte Straße.
Unter der Last von Schnee- und Eis können Äste und ganze Bäume fallen (Archiv). Bild © Imago Images
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hr-Meteorologe Stefan Laps warnt vor Schneebruch-Gefahr bis zum Wochenende

hr-Meteorologe Stefan Laps
hr-Meteorologe Stefan Laps Bild © hr
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Wegen der aktuellen Wetterlage besteht in Hessen Schnee- und Eisbruchgefahr. Äste, Kronen oder ganze Stämme könnten unter der Eislast abbrechen und herunterfallen. Auch ganze Bäume könnten umstürzen, warnen Meteorologen und Förster.

Die Gefahr besteht grundsätzlich in Hessen, aber "vor allem im Rhein-Main-Gebiet und in Südhessen, weil dort am Mittwoch Eisregen fiel“, erklärt hr-Meteorologe Tim Staeger.

"Eisbruch entsteht, wenn Eisregen eine Eisschicht um die Zweige bildet und ein großes Gewicht ausübt. Wenn die die Äste dem Druck nicht standhalten, brechen sie." Beim Schneebruch übe der Schnee das Gewicht aus.

Eis und nachträglicher Schnee als besondere Gefahr

"Wegen der speziellen Wetterlage sei die kombinierte Eis- und Schneebruchgefahr im Rhein-Main-Gebiet und in Südhessen am höchsten", so Staeger. Erst habe sich Eis angelagert, und durch den nachträglichen Schneefall entstehe nun eine zusätzliche Belastung.

Im Westen Mittelhessens sei der meiste Schnee gefallen. Deshalb bestehe die Möglichkeit von Schneebrüchen. "Es handelt sich aber um ganz gewöhnlichen Schnee, der im Gegensatz zu nassem Schnee keine erhöhte Gefahr von Schneebrüchen mit sich bringt", so Staeger.

In Nordhessen besteht zwar eine gewisse Bruchgefahr, aber wegen des fehlenden Eisregens in geringerem Maße, auch weil die Schneelast nicht zu extrem sei. Mittelhessen sei ganz im Süden betroffen. "Die Grenze verläuft knapp nördlich von Frankfurt", sagt Staeger.

Vorsicht nicht nur im Wald

"Die Eisbruchgefahr ist deutlich erhöht", hatte auch Tina Baumann vom Stadtforstamt Frankfurt am Mittwochabend erklärt. Die Försterin riet vor allem davon ab, in den Wald zu gehen. Es bestehe erhöhte Gefahr, dass Äste runterbrechen oder ganze Bäume umfallen könnten.

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Tina Baumann vom Stadtforst Frankfurt und hr-Reporter Bernd Arnold in einem Wald bei Bad Homburg
Tina Baumann vom Stadtforst Frankfurt und hr-Reporter Bernd Arnold in einem Wald bei Bad Homburg Bild © hr
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Doch nicht nur im Wald, sondern generell an Orten mit Bäumen oder höheren Gewächsen sollten Bürgerinnen und Bürger vorsichtig sein. Wer spazieren wolle, solle dies eher auf freien Flächen tun.

HessenForst und Stadt Frankfurt mahnen zur Vorsicht

Die Stadt Frankfurt hat wegen der Schnee- und Eisbruchgefahr sogar eine Warnung herausgegeben. Die Gefahr in den Frankfurter Parks und Grünanlagen sei "sehr hoch". Die Trockenschäden der vergangenen Sommer erhöhten das Risiko zusätzlich.

"Das Grünflächenamt mahnt deshalb zur Vorsicht und bittet um erhöhte Aufmerksamkeit sowohl in Parks und Grünanlagen als auch im Bereich von Straßenbäumen, auf den Friedhöfen und im Stadtwald, teilte die Stadt mit.

Eine Sprecherin des Landbetriebs HessenForst sagte dem hr: "Grundsätzlich sollten Waldbesuche heute und in den nächsten Tagen nur mit besonderer Vorsicht unternommen werden, da es sicherlich immer wieder zu vereinzelten Ast- und Kronenbrüchen kommen kann."

Schneebruchgefahr bis zum Wochenende

Bis zum Wochenende sollte ein Wald- oder Parkspaziergang eher vermieden werden, erklärt hr-Meteorologe Stefan Labs. Erst am Montag sei die Schneebruchgefahr vorüber. "Ab Montag geht es der weißen Pracht an den Kragen. Dann setzt sich deutlich mildere Luft in Hessen durch, es wird regnerischer, es wird tauen und die Temperaturen werden deutlich steigen."

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Redaktion: Emal Atif

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Quelle: hessenschau.de