CDU-Sieg, AfD auf Rang zwei Bernd Woide bleibt Landrat in Fulda

In der CDU-Hochburg Fulda bleibt alles wie es ist: Der Landkreis wird weiterhin von der Union geführt. Amtsinhaber Bernd Woide siegte gegen drei Mitkandidierende. Die AfD-Kandidatin bekam die zweitmeisten Stimmen.

Ein Foto des Gewinners der Landkreiswahlen im Landkreis Fulda
Bernd Woide (CDU) darf seiner vierten Amtszeit als Landrat im Kreis Fulda entgegenblicken. Bild © picture-alliance/dpa, hessenschau.de
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Die Verwaltung im Kreis Fulda wird weiter von Bernd Woide geführt. Der CDU-Politiker gewann die Landratswahl am Sonntag souverän mit 62,9 Prozent der Stimmen und darf für seine vierte Amtszeit planen. Die laufende Amtszeit endet am 4. Februar 2024, die neue beginnt am Folgetag und dauert sechs Jahre.

Die zweitmeisten Stimmen nach Woide erhielt die AfD-Politikerin Christine Anderson. Die EU-Abgeordnete kam auf 18,7 Prozent. Damit ließ sie auch den SPD-Kandidaten hinter sich. Andreas Maraun erhielt 12,5 Prozent.

Sebastian Künemund von der Satire-Partei Die Partei erreichte 4,1 Prozent, während sich Manfred Ruppert vom Verein Bürger für Osthessen (BfO) mit 1,8 Prozent begnügen musste.

Woide verteidigt CDU-Hochburg

In Fulda als traditioneller Hochburg der CDU setzte sich Woide als klarer Favorit durch. Bei der vorigen Landratswahl im September 2017 gewann Woide ebenfalls im ersten Wahlgang mit 65,1 Prozent. In den Jahren 2011 und 2005 wurde er mit jeweils mehr als 70 Prozent ins Amt gewählt.

Woide sagte dem hr zu seinem Wahlsieg: "Über 60 Prozent - das ist ein sehr angemessenes Resultat, das mich sehr freut. Es ist auch ein gutes Ergebnis angesichts von diesmal vier Mitbewerbern - sonst waren es zwei. Ich sehe es auch als großen Vertrauensbeweis. Denn als Landrat konnte ich während der Krisen mit Corona und Flüchtlingen ja nicht nur Wohltaten verteilen. Aber ich habe einen guten Draht zur Bevölkerung. Bin viel bei den Menschen draußen und schaue ihnen aufs Maul."

"Nicht auf AfD schimpfen, sondern Migrationsproblem lösen"

Zum starken Abschneiden der AfD - auch bei der Landratswahl in Fulda - erklärte Woide: "Die Stimmung auf der Straße ist schlecht. Das hängt auch zu einem Großteil mit der Migrationsthematik zusammen. Statt auf die AfD zu schimpfen, sollten wir das Problem lösen." Beim Thema Migration hätten viele Parteien keine Akzeptanz in der Bevölkerung. "Und das ist dann der Nährboden, auf dem die AfD solche Wahlergebnisse erzielt und punktet."

Woide ist nun seit 17 Jahre Landrat in Fulda. Doch von einem Langzeit-Rekord ist er noch weit entfernt. Sein Vorgänger Fritz Kramer (CDU) war 33 Jahre Landrat des konservativ geprägten Kreises - so lange wie kein anderer vor ihm. Kramer bekleidete das Amt von 1973 an und schied im Februar 2006 mit Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze von 68 Jahren als Landrat aus.

Woide will Kreis zukunftsfähig machen

Woide wurde 1999 Bürgermeister der Stadt Fulda. Der Jurist und Verwaltungswirt arbeitete von 2003 bis 2006 als Vize-Landrat, ehe er an die Spitze der Verwaltung mit ihren mehr als 1.300 Mitarbeitenden rückte.

Vor der Wahl erklärte Woide, den Kreis "trotz der gegenwärtig schwieriger Rahmenbedingungen weiterentwickeln und zukunftsfähig machen zu wollen". Eine der wichtigsten Aufgaben sei, das Schulwesen zu modernisieren. Das soll durch Investitionen in Gebäude und die digitale Infrastruktur gelingen. Zudem will er den ländlichen Raum, die dortige Infrastruktur und das Ehrenamt stärken. Den Ausbau der Breitbandversorgung mit Glasfaser will Woide vorantreiben. 

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Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 8.10.2023, 22.20 Uhr

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Quelle: hessenschau.de/Jörn Perske