Finanzminister Thomas Schäfer (CDU). Er wurde 54 Jahre alt.

Der hessische Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) ist tot. Seine Leiche wurde am Samstag an einer Bahnstrecke gefunden. Die Ermittler gehen von einem Suizid aus. Die Landespolitik reagierte geschockt.

  • Leiche von Finanzminister Schäfer (CDU) am Samstag an ICE-Strecke gefunden
  • Ermittler gehen von Suizid aus
  • Hintergründe unklar
  • Schäfer wurde 54 Jahre alt, hinterlässt Frau und zwei Kinder
  • Hessischer Ministerpräsident Bouffier (CDU): "Wir sind alle geschockt"
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Polizei Blaulicht
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Die Mitteilung über den Tod des hessischen Finanzministers Thomas Schäfer (CDU) veröffentlichten Staatsanwaltschaft und Polizei Wiesbaden am Samstag um 20.58 Uhr. Am Samstagvormittag gegen 10.20 Uhr sei an der ICE-Strecke bei Hochheim (Main-Taunus) eine männliche Leiche gefunden worden.

Die Emittlungen hätten ergeben, dass es sich bei dem Toten um Schäfer handele. Er wurde 54 Jahre alt.

Polizei geht von Suizid aus

"Aufgrund der Gesamtumstände, der umfangreichen Tatortarbeit, der Befragung zahlreicher Zeugen, der Auffindesituation vor Ort sowie technischer und kriminalwissenschaftlicher Auswertungen und Untersuchungen" sei von Suizid auszugehen, hieß es in der Mitteilung weiter.

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Berichterstattung über Suizide

Der hr und auch hessenschau.de berichten in der Regel nicht über Suizide, auch aus Gründen der Prävention von Selbsttötungen. Ausnahmen sind unter anderen der Tod einer prominenten öffentlichen Person wie in diesem Fall der Tod des hessischen Finanzministers.

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Über die Hintergründe des Todes war zunächst nichts bekannt. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schrieb am Samstagabend, aus Ermittlerkreisen sei zu hören, dass Schäfer einen Abschiedsbrief hinterlassen habe.

Zahlreiche öffentliche Auftritte in Corona-Krise

Schäfer war in den vergangenen Tagen regelmäßig öffentlich aufgetreten, unter anderem um über finanzielle Soforthilfen des Landes Hessen für Unternehmen in der Corona-Krise zu informieren. Am Dienstag nahm er an einer Landtagssitzung teil.

Schäfer war seit knapp zehn Jahren hessischer Finanzminister und damit eines der erfahrensten Kabinettsmitglieder. Immer wieder wurde er als möglicher Nachfolger von Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) gehandelt. Er hinterlässt eine Ehefrau und zwei Kinder. Schäfer lebte im mittelhessischen Biedenkopf, wo er auch aufgewachsen ist.

Ministerpräsident Bouffier: "Sind alle geschockt"

Ministerpräsident Bouffier reagierte am Abend laut Mitteilung der Staatskanzlei mit tiefer Trauer und großer Fassungslosigkeit. "Wir sind alle geschockt und können es kaum glauben, dass Thomas Schäfer so plötzlich und unerwartet zu Tode gekommen ist", sagte Bouffier in Wiesbaden. In einem Statement am Sonntagmittag deutete Bouffier an, wie sehr der Finanzminister unter der derzeitigen Corona-Krise gelitten habe. "Wir müssen davon ausgehen, dass er sich sehr große Sorgen gemacht hat, ob das alles gelingen kann", sagte Bouffier und "dass ihn diese Sorgen erdrückt haben".

Betroffen äußerte sich auch CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer: "Die Nachricht vom plötzlichen Tod von Thomas Schäfer hat mich, hat uns alle in der CDU schockiert. Sie trifft uns und macht uns traurig und fassungslos", schrieb sie auf Twitter. Zahlreiche hessische Politiker äußerten am Sonntag ihre Bestürzung über den Tod des Finanzministers.

Mit tiefer Trauer und großer Fassungslosigkeit hat Ministerpräsident Volker #Bouffier auf den Tod von Finanzminister @SchaeferHessen reagiert. https://t.co/ueG8qwsnbG

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Hilfe bei Suizid-Gedanken

Wenn Sie verzweifelt sind und in einer bedrückenden Lebenssituationen keinen Ausweg sehen: Suchen Sie sich Hilfe bei anderen Menschen. Das kann ein Gespräch mit Familienangehörigen oder Freunden sein. In seelische Krisen könne man immer wieder mal geraten, das sei nichts Unnormales, sagen Psychologen. Deshalb gibt es Hilfe und professionelle Beratungsangebote. Hier können Sie auch anonym bleiben. Die Telefonseelsorge ist zu jeder Tages- und Nachtzeit unter der Rufnummer 0800/1110111 erreichbar.

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Sendung: hr-iNFO, 28.03.2020, 22.00 Uhr