Frenki Ignjatovic schaut resigniert.

Die Gießen 46ers spielen in der 2. Basketball-Liga eine Wahnsinns-Saison und stolpern dann doch gleich in der ersten Playoff-Runde. Trainer Frenki Ignjatovic ist am Boden zerstört. Das frühe Aus hat allerdings Gründe.

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Große Enttäuschung bei den Gießen 46ers

Basketball fliegt in den Korb, unscharfe Zuschauer
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Zwei Wochen sind im Basketball eine lange Zeit, da kann viel passieren. Für die Zweitliga-Basketballer der Gießen 46ers brach in dieser Zeit nicht weniger als die Welt zusammen. "Ich bin so enttäuscht wie noch nie in meinem Leben", ließ Trainer Frenki Ignjatovic wissen.

Noch 14 Tage zuvor galten die Gießen 46ers als das heißeste Eisen in der 2. Liga Pro A. Die Mittelhessen spielten eine sensationell gute Rückrunde, verloren nur zwei von 17 Partien und luchsten am letzten Spieltag dem hessischen Rivalen aus Frankfurt noch Platz zwei im Tableau ab. Den Liga-Größen Trier und eben jenen Skyliners aus Frankfurt konnte man so in den Playoffs aus dem Weg gehen – gegen das vermeintlich schwächere Karlsruhe schied man dann aber doch umgehend aus.

"Haben so ein Ende nicht verdient"

Der große Traum vom Aufstieg platzte im vierten Spiel der Viertelfinal-Serie gegen die Lions (1:3). In Karlsruhe verloren die 46ers am Freitagabend die entscheidende Partie mit 86:87. Und das obwohl die Gießener zwischenzeitlich mit 18 Punkten führten. "Es tut so unendlich weh, denn wir haben eine unserer besseren Partien in dieser Saison gezeigt", so Ignjatovic. "Alle im Verein haben ein so tragisches Ende und ein solch unglückliches Ausscheiden nicht verdient."

Besonders bitter für den Gießener Anhang: Ausgerechnet Bakary Dibba erzielte den entscheidenden Korb zum Karlsruher Sieg. Jener Dibba, der in Spiel zwei der Serie in den Schluss-Sekunden den Ball noch einmal durch die Reuse jagte, obwohl das Spiel bereits entschieden war und keiner der anderen Akteure auf dem Feld noch reagierte. Ein absolutes No-Go im Basketball.

Nicht genügend Benzin im Tank

Schuld am für viele doch überraschenden Viertelfinal-Aus der 46ers war der Buhmann der Gießener Fans aber freilich nicht. Die Karlsruher verstanden es schlicht, die Schwächen ihres Gegners konsequent auszunutzen. Mit schnellem Basketball spielten die Lions die deutlich älteren und größeren 46ers müde. Viele Verschnaufpausen für die etablierten Spieler gab der kleine Gießener Kader nicht her. Der Einbruch in den letzten Minuten der Partie kam nicht von ungefähr.

Nun ist es nicht so, dass man den Aufstieg in Gießen fest eingeplant hatte. Weil er angesichts der guten Ausgangssituation vor zwei Wochen aber doch greifbar schien, sitzt der Schmerz umso tiefer. In Mittelhessen wissen sie: Man hat gerade eine ganz große Chance verpasst.