Auftaktgegner waren eine Nummer zu groß Lilien müssen ihre Punkte woanders holen

Der SV Darmstadt 98 hat nach einem straffen Auftaktprogramm und vier Pflichtspielniederlagen Zeit zum Durchatmen. Bayer Leverkusen, Union Berlin und Eintracht Frankfurt sind nicht der Maßstab. Die Defensivprobleme müssen dennoch klar angesprochen werden.

Bayer Leverkusen war eine Nummer zu groß für Darmstadt 98.
Bayer Leverkusen war eine Nummer zu groß für Darmstadt 98. Bild © Imago Images
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Im Hintergrund sieht man ein Fussballstadion, davor links das Logo von Bayer 04 Leverkusen und rechts das Logo von SV Darmstadt 98
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45 Minuten lang zeigte Darmstadt 98 bei Spitzenteam Bayer Leverkusen am Samstagnachmittag eine Leistung, die durchaus Hoffnung geweckt hat und nicht auf ein 1:5 (1:1) hindeutete. Die Lilien standen sehr kompakt, verteidigten diszipliniert und setzten nach einer Standardsituation durch Oscar Vilhelmssons Tor sogar eine Duftmarke. Leverkusen-Doppelpacker Victor Boniface gab nach Abpfiff sogar zu: "Die erste Halbzeit war schwierig für uns. Wir konnten nur wenige Chancen herausspielen."

Null-Punkte-Start lag im Bereich des Möglichen

Bereits in den Wochen zuvor bei Eintracht Frankfurt und gegen Union Berlin konnten die Lilien phasenweise mithalten. Dann kam das Team von Trainer Torsten Lieberknecht einerseits zu eigenen Möglichkeiten, hielt die Kontrahenten zudem vom eigenen Tor fern. Kapitän Fabian Holland analysierte nach der Niederlage in Leverkusen: "In der ersten Halbzeit haben auch viele Sachen so geklappt, wie wir es wollten."

Der Defensivmann der Lilien stellte allerdings fest: "In der zweiten Halbzeit haben wir keinen Zugriff mehr bekommen, da sind die Räume immer größer geworden. Im Großen und Ganzen war das eine verdiente Niederlage." Mit Blick auf das Auftaktprogramm in diese Saison war klar, dass es einen Null-Punkte-Start geben könnte. Union, Leverkusen und Frankfurt belegten in der vergangenen Spielzeit immerhin die internationalen Ränge vier, sechs und sieben.

Darmstadt muss seine Punkte woanders holen

Dietmar Hamann, Experte bei Sky, stellte nüchtern fest: "Darmstadt muss seine Punkte woanders holen." Das ist richtig. Vor allem Leverkusen war in einer ganz anderen Etage unterwegs. Zur Wahrheit bei der Nachbetrachtung muss aber auch der Blick auf die wackelige Defensive gehören. Holland legte den Finger in die Wunde: "Wenn du so viele Gegentore bekommst, hast du in der Bundesliga keine Chance."

In der zweiten Liga stellten die Lilien mit nur 33 Gegentreffern noch das Bollwerk. Diese Stärke war die Grundlage für den Aufstieg. Davon ist aktuell nichts mehr zu sehen, bereits bei der Pokal-Blamage in Homburg setzte es drei Gegentore. Nach vier Pflichtspielen musste Torhüter Marcel Schuhen schon 13 Mal hinter sich greifen. Zwei Treffer zeugen zudem von fehlender Durchschlagskraft in der Offensive. Das sind bedenkliche Zahlen. So wird es auch gegen Mannschaften aus der Kategorie Augenhöhe - Heidenheim, Bochum oder Augsburg - schwierig.

Holland fordert: "Wir müssen im Kopf klar bleiben"

Lieberknecht nahm sich daher in die Pflicht: "Wichtig ist, dass ich als Trainer meiner Mannschaft weiter das Vertrauen ausspreche und positiv bleibe, auch wenn das Ergebnis deutlich war." Holland forderte: "Wir müssen im Kopf klar bleiben. Das ist Darmstadt 98: nie aufzugeben." Die rund 3.000 mitgereisten Lilien-Fans jedenfalls zeigten eine Reaktion und feierten ihr Team trotz klarer Niederlage und Tabellenplatz 18. Ihnen ist bewusst: Nur mit diesem Zusammenhalt und einer wiedergefundenen Defensivstärke werden die Südhessen in der Bundesliga mithalten können.

Quelle: hessenschau.de/Christopher Michel