Nur 18 Kaderplätze im DFB-Team Olympia-Teilnahme? Für die Eintracht-Spielerinnen wird's eng

Im Sommer kündigen sich die Olympischen Spiele als Höhepunkt an - auch für einige Fußballerinnen der Frankfurter Eintracht. Bloß: Schaffen sie es überhaupt in den reduzierten Kader?

Zwei Eintracht-Spielerinnen, die mit dem DFB zu Olympia wollen: Laura Freigang (links) und Nicole Anyomi.
Zwei Eintracht-Spielerinnen, die mit dem DFB zu Olympia wollen: Laura Freigang (links) und Nicole Anyomi. Bild © Imago Images
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Im Tandem nach Europa

Kevin Trapp und Sophia Kleinherne mit Adler Attila auf dem Fußballplatz. Logo: Heimspiel / Text: Im Tandem nach Europa
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Die Stimmung ist prächtig bei den Bundesliga-Fußballerinnen der Frankfurter Eintracht. Klar, fehlt ihnen doch nur noch ein Sieg aus den verbleibenden zwei Partien gegen Freiburg und Köln, um den Einzug in die Champions-League-Qualifikation erneut zu sichern. Zum dritten Mal nacheinander. Klingt machbar. Zuletzt bezwang das Team von Trainer Niko Arnautis die ärgsten Konkurrentinnen von der TSG Hoffenheim mit 3:1.

Entscheidend daran beteiligt aus hessischer Sicht: gleich drei Nationalspielerinnen. Nicole Anyomi traf zweimal, Laura Freigang bereitete nach überstandener Schulterblessur ebenso oft vor. Und Rechtsverteidigerin Pia-Sophie Wolter erzielte ihr erstes Saisontor. Auch am vorherigen Spieltag gegen Nürnberg (4:1) hatten DFB-Spielerinnen wie Sara Doorsoun (mit einem Traumtor) oder Anyomi (mit einem Doppelpack) herausgestochen. Wichtige Erfolge allemal - und Eigenwerbung.

Nur 18 Spielerinnen im Olympia-Kader

Denn die Motivation ist besonders hoch in diesen Tagen bei den Spielerinnen mit den Adlern auf der Brust, mit jenem der Eintracht und des DFB. Alsbald steht das nächste Highlight an, die Olympischen Spiele. Da wollen sie alle hin.

Blöd allerdings: Es können nicht alle hin. Während Bundestrainer Horst Hrubesch für die vier noch vorher anstehenden EM-Qualifikationsspiele – wie immer – 22 Spielerinnen (inklusive drei Torfrauen) nominieren darf, sind nur neun Tage später beim Olympia-Auftakt gegen Australien (25. Juli in Marseille) lediglich 18 Akteurinnen erlaubt, darunter zwei für das Tor.

Beim DFB meist nur zweite Wahl

Kurzum: Es wird sehr eng für die in der Gunst von Hrubesch nicht allzu weit obenstehenden Frankfurterinnen. Dabei wäre eine Olympia-Teilnahme für sie "das Größte", wie die Frankfurter Nationalverteidigerin Sophia Kleinherne am Montag im heimspiel! des hr-fernsehens sagte: "Es wäre ein Traum, dabei zu sein."

Stina Johannes reiht sich jedoch im Torhüterinnen-Ranking beim DFB nur als dritte Frau ein, dürfte also lediglich auf Abruf stehen. Ähnliches gilt auch für Kleinherne, eine Führungsfigur und Leistungsträgerin bei der Eintracht, die es zuletzt jedoch nicht einmal in den deutschen 22er-Kader schaffte – was freilich ob ihrer guten Leistungen im Club nicht alle verstehen konnten.

Bundestrainer setzt auf Varibialität

Wolter sowie die erfahrene Doorsoun durften unlängst zwar mittun beim DFB, auch sie haben aber keinen Stammplatz. Wolter wäre zwar ein logischer Backup für Kapitänin Giulia Gwinn, bringt aber das Manko mit, keine andere Position auf hohem Niveau besetzen zu können.

Für Hrubesch jedoch ist dies ein wesentliches Kriterium bei seiner Kaderzusammenstellung: "Ich habe es ganz gerne, wenn ich in der Lage bin, innerhalb der Mannschaft zu wechseln, ohne vorher irgendwen rauszunehmen."

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Gerade im Sturm sind die Plätze rar

Doorsoun, die immerhin schon 51 Länderspiele absolviert hat, befindet sich im internen Duell um den Posten als Ersatz-Verteidigerin mit Bibiane Schulze Solano, eine gebürtige Hessin. Gegen den Ball tritt die 25-Jährige aus Bad Soden, die bei ihrem Debüt während der April-Länderspiele überzeugen konnte, im Ligaalltag für Athletic Bilbao. Mit Elisa Senß dürfte dagegen eine künftige Eintracht-Spielerin nach Frankreich fahren, die Mittelfeldspielerin wechselt im Sommer aus Leverkusen ins Hessische.

Dagegen wird es für zwei Ausnahmespielerinnen der Eintracht, Freigang und Anyomi, äußerst spannend. Beide sind beim DFB nur Ersatz, Alexandra Popp und Lea Schüller ihnen voraus. Ob der Bundestrainer eine dritte Angreiferin in den Olympia-Kader beruft, ist völlig offen, agiert er doch meist ohnehin nur mit einer echten Spitze. Einerseits. Andererseits weiß gerade Anyomi mit ihren elf Saisontreffern, was sie zur zweitbesten Torschützin der Liga macht, sowie ihrer enormen Schnelligkeit einige Argumente auf ihrer Seite. Ob's ausreicht?

Quelle: hessenschau.de/Daniel Schmitt