Drei Fußballerinnen jubeln und umarmen sich. Andere stehen drumherum und klatschen.

Die Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt haben in der vergangenen Saison den aus ihrer Sicht bestmöglichen Platz erreicht. Diesen Erfolg wollen sie wiederholen - und dabei die Fans mitreißen.

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Arnautis: "Wir wollen leidenschaftlichen Fußball spielen"

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Nach einer ungewöhnlichen Vorbereitungszeit trifft Eintracht Frankfurt zum Start der neuen Saison in der Frauen-Bundesliga auf Bayern München (16. September, 19.15 Uhr). Die Partie soll der Startschuss für eine Spielzeit sein, in der das Team in Frankfurt Begeisterung entfacht - wohlwissend, dass ganz vorne andere stehen werden.

So lief die vergangene Saison

Der Jubel war groß, als die Eintracht mit einem Schlussspurt in der Liga am letzten Spieltag auf Rang drei springen konnte - internationale Teilnahme inklusive. "Das ist das, was maximal möglich war", so Trainer Niko Arnautis im Gespräch mit dem hr-sport. Denn der VfL Wolfsburg und Bayern München sind dem Rest der Liga inzwischen ein deutliches Stück enteilt.

Dementsprechend war man in Frankfurt mit dem Ergebnis in der zweiten Saison unter dem Dach der Eintracht sehr zufrieden. "Ich bin sehr stolz, diese Entwicklung in den vergangenen Jahren mit dem dritten Platz bestätigt zu haben, durch den wir international spielen konnten."

International haben die Fußballerinnen von Eintracht Frankfurt nach dem bitteren Aus im Qualifikationsturnier zur Champions League im August aber bereits die Segel streichen müssen. "Die Enttäuschung war bei allen erst einmal groß, wir hatten den Traum, weiterzukommen und waren meiner Meinung nach die beste Mannschaft der vier Teilnehmer in Dänemark", so Arnautis.

Wer kommt, wer geht?

Die Eintracht hat in der abgelaufenen Saison früh Nägel mit Köpfen gemacht und mit vielen Leistungsträgerinnen vorzeitig verlängert - darunter Laura Freigang, Géraldine Reuteler, Sjoeke Nüsken, Lara Prasnikar und Kapitänin Tanja Pawollek. Mit Carlotta Wamser stößt außerdem eine U20-Nationalspielerin zum Team, in dem auch die Nachwuchsspielerinnen Dilara und Ilayda Acikgöz sowie Jonna Brengel vermehrt mitmischen sollen.

Ein Abgang schmerzt die Frankfurterinnen allerdings besonders: Torhüterin Merle Frohms, die zuletzt bei der EM ihre Qualitäten unter Beweis gestellt hatte, zieht es zurück in die Heimat nach Wolfsburg. Ihren Platz soll Stina Johannes einnehmen, die aus Essen kam und vor sich eine sehr eingespielte Mannschaft vorfindet.

Trainer

Niko Arnautis ist eine Konstante in Frankfurt. Schon im Vorgänger-Verein 1. FFC Frankfurt war er für das Team zuständig, mit der Fusion mit der Eintracht kehrte er in den Verein zurück, in dem er einst als Jugendtrainer tätig war. Erst vor wenigen Wochen wurde sein Vertrag vorzeitig bis 2026 verlängert.

Sportdirektor Siegfried Dietrich nennt Arnautis den "Baumeister" der aktuellen Mannschaft. "Niko Arnautis besitzt eine starke Führungskompetenz, ist ein absoluter Teamplayer und ein großartiger Motivator, der mit seinem fußballerischen Know-how, seiner Zielstrebigkeit, seinem unbedingten Siegeswillen und seiner menschlichen Art überzeugt", lobte Dietrich den Coach in der Meldung zur Vertragsverlängerung in den höchsten Tönen. "Auch neben dem Platz ist Niko mit seinem Adler-Gen zu einem wichtigen Botschafter für die ganze Eintracht-Familie geworden."

Erwartungen an die Saison

Schon die Vorbereitung auf die neue Saison war für die Eintracht eine Herausforderung: Zahlreiche Spielerinnen waren bei der EM im Einsatz, dazu ging es in der besagten Champions-League-Qualifikation im August früh wieder für Pflichtspiele auf den Platz - eine "herausfordernde Konstellation", wie es Arnautis ausdrückt. Allerdings: "Wir haben ein Jahr darauf hingearbeitet, dass die Vorbereitung genau so ablaufen konnte und musste."

Mit der Arbeit vor der Saison ist er trotzdem zufrieden: "Alle Spielerinnen haben super mitgezogen, wir haben die wenige Zeit optimal genutzt und gemeinsam gemeistert." Am kommenden Sonntag (13 Uhr) geht es mit dem DFB-Pokal-Spiel bei Regionalligist Weinberg los. Ein erster Gradmesser wird dann das Auftaktspiel am 16. September (19.15 Uhr) gegen Vize-Meister Bayern München.

Das Duell, das die Frankfurterinnen in der abgelaufenen Spielzeit spektakulär für sich entscheiden konnten, ist extra ins große Stadion verlegt worden - das Team will direkt zum Start eine Euphorie entfachen. "Wir wollen Eintracht Frankfurt verkörpern, begeisterungsfähigen Fußball zeigen. Die Menschen, die zu uns ins Stadion kommen, sollen Lust haben, diese Mannschaft zu begleiten."

Das Saisonziel ist dabei klar formuliert: Es soll am besten wieder der dritte Tabellenplatz werden. "Wir wollen das in der vergangenen Saison Gezeigte bestätigen", so Arnautis, der anerkennen muss, dass es an Bayern und Wolfsburg im Normalfall kein Vorbeikommen gibt.