Aurelio Buta bejubelt sein Tor gegen Schalke, Kristijan Jakic eilt zum Gratulieren.

Eintracht Frankfurt macht gegen Schalke 04 kein gutes Spiel, ist im Anschluss aber trotzdem der große Sieger des Spieltags. Die schönste Geschichte der Partie liefert Aurelio Buta.

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Eintracht Frankfurt schlägt Schalke mit drei Toren

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Eintracht Frankfurt ist gegen Schalke 04 am Samstag gerade so hoch gesprungen wie nötig, um das erste Pflichtspiel des Jahres zu gewinnen. Beim 3:0 (1:0) schossen Jesper Lindström (22. Minute), Rafael Borré (84.) und Aurelio Buta (90. + 1) die Hessen auf Tabellenplatz zwei. Das Spiel in fünf Punkten.

1. Noch viel Luft nach oben

Ein 3:0 liest sich auf dem Papier ja immer recht souverän. Der Auftritt der Eintracht war nach knapp zweimonatiger Winterpause aber noch ganz schön behäbig. "Das ist ein Sieg, der in dieser Höhe nicht verdient war", gab dann auch Trainer Oliver Glasner im Anschluss unumwunden zu.

Die Hessen taten sich gegen giftige Schalker enorm schwer und hatten gegen das Pressing der Gäste kaum spielerische Lösungen parat. Frankfurt hatte weniger Torabschlüsse als die Schalker, die schlechtere Passquote und folgerichtig auch weniger Ballbesitz. Der Unterschied: Die Eintracht machte trotzdem ihre Tore.

2. Ein Konter reicht

Das 1:0 kam so ziemlich aus dem Nichts. Endlich mal schafften es die Hausherren, das Pressing der Gäste auszuhebeln und schnell umzuschalten. Über Randal Kolo Muani kam der Ball zu Lindström, der sich den Ball auf links legte, nur um mit links gleich wieder auf rechts zu wechseln. Gegenspieler Henning Matriciani kam nicht mehr mit, der Däne zog vorbei und vollendete stramm ins lange Eck.

Es war der mit Abstand beste Spielzug der Hessen, die von ihrer Vorjahresform noch ein gutes Stück weit entfernt sind. "Mein Gefühl sagt mir, dass wir ein paar Spiele benötigen, um in die alte Verfassung zu kommen", hatte Glasner schon vor der Partie orakelt. Zumindest an diesem Abend hatte er Recht.

3. Trapp schon wieder in Form

Der einzige aus der Startelf, dem die Winterpause wenig ausgemacht hat, scheint Kevin Trapp zu sein. Der Torwart vereitelte gleich mehrfach gute Chancen der Gäste. Wie er den Kopfball von Simon Terrode noch an den Außenpfosten lenkte, verdiente schon das Prädikat Weltklasse (28.). Und auch der agile Soichiro Kozuki wird wohl noch hin und wieder an seinen Kopfball aus fünf Metern denken, den Trapp noch abwehren konnte (46.).

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Die Eintracht-PK nach dem Spiel gegen Schalke

Eintracht PK
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"Das ist der Grund, warum du auf Tabellenplatz 18 stehst. Wenn du keine Tore machst, kannst du nicht punkten", analysierte Schalke-Trainer Thomas Reis kühl. Das soll die Leistung von Trapp nicht schmälern, wohl aber das Spiel in eine gewisse Relation setzen: Gegen einen zielstrebigeren Gegner hätte die Eintracht nicht 3:0 gewonnen.

4. Die Joker richten's

Gegen Schalke reichte den Hausherren eine bessere Schlussphase, um den Deckel draufzumachen. Die Hessen hatten gegen anlaufende Knappen nun mehr Platz und mit dem eingewechselten Borré außerdem einen Zielspieler in vorderster Front, der die Bälle festmachte. Das 2:0 besorgte der Kolumbianer selbst, das 3:0 des ebenfalls eingewechselten Debütanten Buta legte er mustergültig auf. Das Tor des ewig verletzten Rechtsverteidigers war dann auch das Highlight des Abends.

"Dass Aurelio Buta nach der Leidenszeit ein Tor macht, freut jeden in der Mannschaft", sagte stellvertretend Linksverteidiger Christopher Lenz, der nach seiner Einwechslung den linken Flügel dichtmachte. Der erste Bundesliga-Samstag des Jahres, er war trotz einer unterdurchschnittlichen Leistung am Ende doch ein freudiger im Hessenland.

5. Und jetzt Bayern-Jäger?

Die Eintracht erledigte nämlich nicht nur ihre Pflicht, Schützenhilfe gab es auch vom VfL Wolfsburg, der dem SC Freiburg eine ordentliche Abreibung verpasste (6:0). Und weil Bayern München und RB Leipzig bereits am Freitag remis spielten (1:1), ist Frankfurt urplötzlich Tabellenzweiter – und erster Verfolger der übermächtigen Bayern? Im Stadion wurde jedenfalls gleich mehrfach "Deutscher Meister wird nur die SGE" angestimmt.

"Das ist mir egal, was die anderen sagen", wischte Glasner den Status als erster Bayern-Jäger aber gleich mal wieder vom Tisch. "Wenn wir jedes Spiel so bestreiten wie heute, dann werden wir relativ wenig Punkte machen in der Rückrunde." Die nächsten Prüfsteine warten bereits: Am Mittwoch (20.30 Uhr) ist die Eintracht beim punktgleichen SC Freiburg gefordert, am Samstag (18.30 Uhr) dann bei besagten Bayern.