Sie jubeln und jubeln: Eintracht Frankfurt gewinnt auch in Augsburg.

Eintracht Frankfurt eilt in diesen Wochen von Sieg zu Sieg. Selbst beim FC Augsburg ignorieren die Hessen das typische "Diva"-Muster vergangener Tage. Ein kleines Problem bleibt aber. Die Analyse in fünf Punkten.

Eintracht Frankfurt überzeugt auch beim Gastauftritt in Augsburg und überspringt beim 2:1 (1:1) alle Hürden. Das Team von Oliver Glasner ist in diesen Wochen wohl nur vom Schiedsrichter zu stoppen, zu stark ist die Form der Hessen. Sebastian Rode (13.) und Ansgar Knauff (64.) drehten am Samstag die Partie nach dem Blitzstart von Mergim Berisha (1.).

1. Eintracht nur kurz im Diva-Modus

All das, wovor Glasner vor dem Spieltag gewarnt hatte, trat in den ersten Sekunden der Partie ein. Ein langer Ball nach vorne, die Eintracht-Defensive kann das Leder nicht klären, Augsburg ist wacher und Berisha schiebt bereits nach 33 Sekunden unhaltbar ein. Bochum-Vibes? Die Diva lebt weiterhin?

Von wegen! Nach dem historischen Weiterkommen in der Champions League strotzen die Hessen aktuell voller Selbstvertrauen, jeglicher Wankelmut und selbst der Ausfall des erkrankten Daichi Kamada wurden in Augsburg ignoriert. Neben dem starken Vorbereiter Junior Dina Ebimbe ging in dieser Phase wieder Kapitän und Europapokalheld Sebastian Rode voran und erzielte den schnellen Ausgleich. Von Diva keine Spur.

2. Trapp in WM-Form

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Die komplette Eintracht-PK nach dem Spiel in Augsburg

Eintracht-PK nach Augsburg
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Die Partie an sich war im ersten Abschnitt dennoch ausgeglichen. Die Eintracht hatte Feldvorteile und in der 42. Minute einen überragenden Kevin Trapp auf ihrer Seite. Ein langer Ball auf die rechte Seite landete bei Berisha und der flankte in Richtung Fünf-Meter-Raum. Dort rauschte Ermedin Demirovic heran - doch Trapps rechte Hand schnellte raus und verhinderte das Gegentor. Eine Weltklasse-Parade. "Das geht so schnell. Ich versuche, mich da einfach groß zu machen. Ich freue mich, dass ich damit der Mannschaft helfen konnte", erklärte der DFB-Keeper hinterher.

Es war ein Schlüsselmoment für die Eintracht; die Grundlage für den vierten Auswärtserfolg in dieser Bundesliga-Saison. Wie schon so oft rettete Trapp die Hessen in einem engen Match. Der gebürtige Saarländer ist unbestritten in Form für die Weltmeisterschaft in Katar. Sportvorstand Markus Krösche sagte nicht umsonst bereits vor Wochen: "Er ist der beste deutsche Torhüter".

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Eintracht auf der Überholspur

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3. Glasner beweist goldenes Händchen

Trapp war also der eine Faktor, ein anderer war Glasners goldenes Händchen in der Halbzeit. Er brachte Knauff für den zuvor mäßig agierenden Luca Pellegrini und der Eingewechselte brachte sofort frischen Wind in die Partie. Seinen ersten Abschluss konnte Rafal Gikiewicz im Tor der Augsburger noch abwehren, der zweite Schuss landete vielumjubelt im Netz der Fuggerstädter. Glasner hatte die richtigen Schlüsse gezogen und den perfekten Joker gebracht.

Die Spielweise des 20-Jährigen ist teilweise zwar etwas unorthodox, doch gerade dadurch ist die Leihgabe von Borussia Dortmund - gepaart mit einem Top-Speed von 34,76 km/h - äußerst schwer zu verteidigen. Die Flügelzange Ebimbe - auf rechts - und Knauff - auf links - ist in dieser Verfassung für Glasner durchaus eine Option für die Zukunft.

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Eintracht gewinnt in Augsburg

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4. Chancenverwertung ein Problem

So effektiv wie die Eintracht zuletzt in der Champions League auftrat, so verschwenderisch ging sie dieses Mal jedoch vor allem in Person von Randal Kolo Muani mit den großen Möglichkeiten um. Bereits gegen Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund vergaben die Frankfurter in der Bundesliga zu viele Möglichkeiten.

Das ist ein Dauerthema und einer der wenigen Makel auf dem Weg, sich ganz oben in der Tabelle zu etablieren. Und dennoch muss gesagt werden: Die Eintracht agiert geschlossen, kann jederzeit mit Tempovorstößen Nadelstiche setzen und einen Gang nach oben schalten. "Die Art und Weise, wie wir Fußball spielen, ist überragend. So soll es auch weitergehen", frohlockte Rode.

5. Im Stile einer Spitzenmannschaft

Vor der Partie in Augsburg hatte sich Eintracht-Coach Glasner noch zur Frage, ob die Eintracht bereits eine Spitzenmannschaft sei, mit diesen Worten versucht: "Ich weiß nicht, wie ein Topteam definiert wird. Wenn du Europa-League-Sieger bist und dann nicht als Topteam zählst, dann weiß ich es nicht. Wir stehen unter den letzten 16 Mannschaften der Champions League. Sind da nur Topteams oder ist das zufällig?"

Die Frankfurter gaben in Augsburg dazu nun eine deutliche und bemerkenswerte Antwort. "Der Spirit der Truppe ist richtig gut und wir haben einen Trainer, der uns super einstellt", stellte Rode nach Abpfiff fest. Das Team ging erneut über die Grenzen, war zweikampfstärker (52 Prozent gewonnene Duelle) als der intensiv und mit vielen langen Bällen agierende FCA und gewann am Ende verdient. In 13 Partien seit dem 0:1 gegen Wolfsburg gab es somit neun Siege und ein Remis. So agiert ein Spitzenteam, Frage (vorerst) beantwortet.

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