Philip Holzer

Philip Holzer wird die Frankfurter Eintracht künftig nicht mehr als Aufsichtsratsvorsitzender anführen. Das gab die Eintracht nach dem letzten Saisonspiel bekannt.

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Holzer tritt als Aufsichtsrats-Boss zurück

Axel Hellmann (rechts) und Philip Holzer
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Seinen letzten großen Auftritt als Aufsichtsrats-Vorsitzender der Frankfurter Eintracht hatte Philip Holzer im April dieses Jahres. Der Anlass: ein angenehmer, die Vertragsverlängerung mit Sportvorstand Markus Krösche. Die Ausführung: durchwachsen. Sogar so sehr, dass es intern Ärger gab, der alsbald nicht mehr intern blieb, sondern über den Boulevard an die Öffentlichkeit drang. Axel Hellmann, der mächtige Vorstandssprecher des Clubs, war zwar ob der langfristigen Weiterbeschäftigung Krösches zufrieden, nicht aber mit der Art und Weise der Bekanntgabe. Er, Hellmann, fühlte sich offenbar übergangen in der Kommunikation.

Am Samstag, exakt 18.15 Uhr, also zeitnah nach dem Abpfiff der Bundesliga-Saison, meldete sich die Eintracht in Sachen Holzer zu Wort, schriftlich in einer bis ins Detail ausgearbeiteten Stellungnahme. Der Inhalt: Holzer macht Schluss, ab dem 30. Juni 2024 wird er nicht mehr Vorsitzender des Aufsichtsrats sein. "Der Zeitpunkt für die Kommunikation dieser lang gereiften Entscheidung ist für mich durch die erneute Qualifikation für einen internationalen Wettbewerb gekommen", wurde Holzer zitiert. "Innerhalb der nächsten Monate stehen wichtige strategische und personelle Entscheidungen an, deren Wirkungen weit über meine bis Sommer 2025 laufende Amtszeit hinaus reichen werden." Aus diesem Grund sei der Rücktritt für ihn eine logische Konsequenz.

Holzer und Hellmann - zwei Alphamänner

Holzer, früherer Oberliga-Torwart in Bad Homburg und Tischtennis-Liebhaber, ist und bleibt ein Eintracht-Mann. Der gebürtige Münchner, der 22 Jahre lang in führender Position bei Goldman Sachs arbeitete, steht dem Aufsichtsrat seit Juli 2020 vor. Bereits seit 14 Jahren ist er Mitglied des Kontrollgremiums. "Es ist für mich an der Zeit, den Staffelstab zu übergeben", so Holzer. Eintracht-Präsident Mathias Beck bedankte sich beim 58-Jährigen für dessen Wirken: Die Verdienste seien riesig. "Beispielhaft seien die Durchführung zweier dringend notwendigen Maßnahmen zur Stärkung des Eigenkapitals genannt", so Beck. Holzer habe zu jeder Zeit bewiesen, dass sein Herz für die Eintracht schlägt.

Doch zurück zu Holzer und Hellmann – zwei höchst erfolgreiche Menschen, die enorm viel für Eintracht Frankfurt getan, die die positive Entwicklung in den vergangenen Jahren maßgeblich beeinflusst haben. Ohne die sehr wahrscheinlich auch die Pokalsiege - national wie international - kaum möglich gewesen wären. Nicht umsonst nennt Holzer die Triumph-Fahrt im Cabrio vom Flughafen zum Römer, das Bad in der Menge, als seinen persönlichen Höhepunkt. 

Machtkampf im Frühjahr 2023

Lange Zeit also arbeiteten die beiden Führungsfiguren bestens zusammen, ehe es doch irgendwann zum Bruch kam. Im Frühjahr 2023 wurde ein schon länger schwelender Machtkampf öffentlich, wollte der eine nicht mehr mit dem anderen – und ließ das auch die Medien wissen. Holzer bot im Verlauf seinen Rücktritt an, um den damals von der DFL umworbenen Hellmann nach eigener Aussage im Club zu halten.

Letzterer blieb nach einigem Hin und Her tatsächlich – und Holzer ebenfalls. Zumindest noch für etwas mehr als ein Jahr. Als Nachfolger für den Posten als Aufsichtsrats-Chef wird der erst kürzlich zum Präsidenten gewählte Beck gehandelt. Ein Mann, der sich übrigens bestens versteht mit Axel Hellmann.

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