Eintracht-Trainer Dino Toppmöller

Eintracht Frankfurt kann gegen RB Leipzig die Saison zu einem versöhnlichen Ende bringen und Platz sechs endlich eintüten. Sollte das schiefgehen, könnte es aber ungemütlich werden.

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Frankfurt international! Euro-Quali und Euro-Sommer

Links Spieler Koch, rechts Spieler Wolf, mittig der EM-Pokal.
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In einer perfekten Frankfurter Welt würde es am Samstag (15.30 Uhr) gegen RB Leipzig nur noch um die ganz großen Emotionen gehen. Die beiden lebenden Legenden Makoto Hasebe und Sebastian Rode dürften sich noch einmal auf dem Platz den Fans zeigen und danach begleitet von tosendem Applaus in den Ruhestand verabschieden. Das Sportliche wäre nebensächlich, die sehr wacklige Saison würde doch noch mit einem guten Gefühl und der Chance auf die Champions League zu Ende gehen. Doch genug des Konjunktivs.

Nach den zahlreichen verpassten Chancen in den vergangenen Wochen und dem Hoffenheimer Schützenfest in Darmstadt wackelt der sechste Rang und damit das erklärte Ziel der Hessen noch einmal gewaltig. Die Sinsheimer, die am Samstag auf die austrudelnden Bayern treffen, müssen am letzten Spieltag zwar weiter drei Punkte und drei Tore aufholen. Komplett unrealistisch ist das aber nicht. Das vermeintliche Frankfurter Happy End ist in Gefahr. Und damit langfristig auch die Harmonie.

Krösche erhöht den Druck

Wie viel Druck aktuell auf den Hessen lastet und wie wichtig das kommende Wochenende für die Zukunft von Eintracht Frankfurt ist, verdeutlichte nicht zuletzt das Vorpreschen von Markus Krösche. Der Sportvorstand, der seine Aussagen bedacht wählt, nutzte zu Beginn der Woche die vereinseigene Homepage, um noch einmal seine Sicht der Dinge zu präsentieren. "Ich erwarte ehrlicherweise am letzten Spieltag eine überzeugende Leistung. Wir wollen diese Saison des Umbruchs mit einer positiven Botschaft versehen", betonte er. Seine Forderung: Da muss was kommen.

Wohlgemerkt: Krösche hätte in dieser entscheidenden Woche auch einfach intern noch einmal für Klarheit sorgen und mit einer Ansprache in der Kabine die Sinne schärfen können. Dass er selbst den Gang an die Öffentlichkeit wählte, ist ein Fingerzeig an die Mannschaft und damit auch an Trainer Dino Toppmöller. Krösche ist mit den vergangenen Wochen nicht zufrieden und zieht deshalb noch einmal die Zügel an. Der 43-Jährige will "den klaren Willen" sehen, "dieses Spiel zu entscheiden". Platz sechs muss her, alles andere ist nicht akzeptabel.

Die Zukunft steht auf dem Spiel

In der Endabrechnung dürften bei normalem Verlauf zwar sowohl der sechste als auch der siebte Platz für den Einzug in die Europa League reichen, das Abrutschen auf den siebten Rang würde die Stimmung aber erheblich trüben. Die ohnehin angespannte Atmosphäre bei den Fans würde den nächsten Dämpfer erhalten, an eine entspannte Vorbereitung und etwas Ruhe in der Sommerpause wäre wohl nicht zu denken.

"Es geht darum, das richtige Zeichen für die Saison 2024/25 zu setzen", so Krösche. Gegen Leipzig steht also durchaus die nähere Zukunft der Eintracht auf dem Spiel.

Toppmöller muss aufpassen

Was das alles für Trainer Toppmöller bedeutet, ist aktuell schwer vorherzusehen. Stand jetzt soll der 43-Jährige, der sicher kein einfaches Einstiegsjahr hatte und viele Rückschläge verkraften musste, auch in der kommenden Spielzeit an der Seitenlinie stehen. So zumindest lautet der Plan von Sportchef Krösche.

Dass Toppmöller intern nicht mehr unumstritten ist, ist spätestens seit der geschickt verpackten Kritik von Vorstandssprecher Axel Hellmann aber auch kein Geheimnis mehr. Toppmöller hat es – um im Sprachduktus von Hellmann zu bleiben – zu selten geschafft, das Stadion anzuzünden. Eine Enttäuschung am letzten Spieltag könnte da noch einmal eine Lawine lostreten, gegen die am Ende auch Krösche keine Argumente mehr hätte. Toppmöller soll bleiben, zu sicher darf er sich aber auch nicht sein.

Toppmöller muss PK absagen

Der Trainer selbst konnte am Donnerstag gesundheitsbedingt nur sehr beschränkt gegen ein möglicherweise ungemütliches Saisonfinale ankämpfen. Das gerade einmal 50 Minuten lange Training leitete er zwar, danach meldete sich Toppmöller jedoch wegen starker Migräne ab und entschuldigte sich auch für die für 13.30 Uhr angesetzte Pressekonferenz.

Zwei Tage vor dem entscheidenden Spiel, das die ebenfalls an Migräne leidenden Robin Koch und Mario Götze womöglich verpassen werden, musste Toppmöller den Trainingsplatz gegen das heimische Bett eintauschen und erst einmal zu Kräften kommen. Er wird sie beim Schicksalsspiel der Eintracht am Samstag brauchen.