Nach Niederlage gegen Kiel Für den SVWW wird es im Abstiegskampf richtig eng

Sie haben alles auf die Platte gebracht, haben gekämpft und nie aufgesteckt. Doch am Ende kassierte der SV Wehen Wiesbaden gegen den neuen Zweitliga-Tabellenführer Holstein Kiel die nächste Pleite. Jetzt wird es richtig eng im Abstiegskampf.

Frust in Wiesbaden: Auch Torjäger Ivan Prtajin blieb gegen Kiel ohne Treffer
Frust in Wiesbaden: Auch Torjäger Ivan Prtajin blieb gegen Kiel ohne Treffer Bild © Imago Images
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Highlights: SV Wehen Wiesbaden – Holstein Kiel

Im Hintergrund sieht man ein Fussballstadion, davor links das Logo vom SV Wehen Wiesbaden und rechts das Logo von Holstein Kiel
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Direkt nach dem Schlusspfiff gegen Holstein Kiel sank Mittelfeldspieler Keanan Bennetts auf den Rasen der Wiesbadener Stadions, schlug die Hände vor das Gesicht und wollte mit seiner Trauer alleine sein, auch weil er beim Tor des Tages für die Kieler tatkräftig mithalf. Andere Spieler des SV Wehen Wiesbaden gingen in die Hocke, den Kopf ebenfalls in die Hände vergraben.

Wieder verloren. Sechs Niederlagen und ein Unentschieden aus den vergangenen sieben Spielen. Das ist eine Statistik, die im Abstieg enden kann. Doch in Wiesbaden brennt noch Licht. Wie sich die Mannschaft des SVWW in Spiel eins nach dem Rauswurf von Trainer Markus Kauczinski in das Spiel warf, war vorbildlich. Und teilweise wurde auch guter Fußball gespielt, die Wiesbadener waren den Nordlichtern aus Kiel, die mit großer Wahrscheinlichkeit in die Bundesliga aufsteigen werden, weitgehend ebenbürtig.

Wehen Wiesbaden vom Pech verfolgt

Aber Wiesbaden scheint in der Zweitliga-Rückrunde vom Pech verfolgt zu sein. Denn eigentlich war der SVWW in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit gegen Kiel ja sogar in Führung gegangen, durch ein sehenswertes Kopfball-Tor von Marcus Mathisen. Doch der vorausgegangene Eckball hatte die Torauslinie überquert. Musst du als Schiedsrichter-Gespann auch erstmal darauf kommen. So wurde das Tor korrekterweise einkassiert.

Und der Kieler Siegtreffer fiel nur, weil Wiesbadens Bennett einen Kieler Kopfball mit der Hüfte unglücklich ins eigene Tor verlängerte. "Ein echtes Kacktor", urteilte Torwart Florian Stritzel. "Das Momentum ist einfach nicht auf unserer Seite", fügte Interims-Coach Nils Döring hinzu. Und so steht der SVWW aktuell auf dem Abstiegs-Relegationsplatz, nur einen Punkt vor dem ersten direkten Abstiegs-Rang, auf dem aktuell Hansa Rostock steht.

SVWW kann Kraft aus der Kiel-Niederlage ziehen

Doch eines blieb, trotz der Niederlage gegen Kiel: die Erkenntnis, dass die Wiesbadener Mannschaft wirklich noch eine ist. Denn nach dem vermeintlichen und später zurückgenommen Führungstor rannte die halbe Mannschaft Richtung Ersatzbank, jubelte dort ausgelassen mit den beiden Interimstrainern Giuliano Modica und Döring.

So verhält sich keine Mannschaft, die sich schon aufgegeben hat. Dieser Zusammenhalt könnte dem SVWW in den beiden letzten Saisonspielen bei Eintracht Braunschweig und vor heimischer Kulisse gegen den FC St.Pauli Flügel verleihen.

Großer Jubeln, doch das Wiesbadener Tor wurde zurückgenommen
Großer Jubeln, doch das Wiesbadener Tor wurde zurückgenommen Bild © Imago Images

"Alle nach Braunschweig"

Fünf Minuten nach dem Schlusspfiff der Kiel-Niederlage richteten die Fans des SVWW ihre frustrierten Spieler wieder auf. "Auf gehts Wehen kämpfen und siegen" schallte es durch die Wiesbadener Arena. Zudem stand "Alle nach Braunschweig" auf einem großen Transparent hinter der Fankurve. Der Abstiegskrimi beim Tabellen-Nachbarn Eintracht Braunschweig steigt am kommenden Sonntag. Die Niedersachsen stehen aktuell mit drei Zählern Vorsprung auf dem ersten Nicht-Abstieg-Platz.

Braunschweig könnte durch einen Sieg den Klassenerhalt schaffen, Wiesbaden könnte Braunschweig überholen und wäre wieder mittendrin im Rennen um den Klassenerhalt. SVWW-Torwart Stritzel ist zuversichtlich: "Die Energie, die wir gegen Kiel gezeigt haben und in den letzten beiden Spielen zeigen werden, geben ein gutes Gefühl."

SVWW könnte von frühem Aufstieg von St. Pauli profitieren

Und dann sollte der SVWW am kommenden Wochenende St. Pauli die Daumen drücken. Denn gewinnen die Hamburger - ebenfalls am Sonntag - ihr Heimspiel gegen den Tabellenletzten Osnabrück, dann haben sie den Aufstieg in die Bundesliga geschafft und werden am Wochenende darauf im letzten Saisonspiel beim SV Wehen Wiesbaden möglicherweise nicht mehr ganz so bei der Sache sein.

Eine Chance also für Wiesbaden. Der SVWW muss alle Eventualitäten miteinbeziehen, damit das mit dem Klassenerhalt - trotz der längeren Negativ-Serie - am Ende doch noch klappt. "Wir haben definitiv das Selbstvertrauen und den Glauben", ist sich Interims-Trainer Döring sicher.

Quelle: hessenschau.de