Das Eurozeichen ist in der Nacht beleuchtet.

Weil sich der Besitzer den Betrieb des Euro-Symbols nicht mehr leisten konnte, drohte dem Frankfurter Wahrzeichen die Versteigerung. Nun ist es gerettet - und kann an seinem angestammten Platz im Bankenviertel bleiben. Ein Finanz-Startup trägt die Kosten für fünf Jahre.

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Euro-Symbol bleibt in Frankfurt

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Schlappe 200.000 Euro kostet der Frankfurter Euro, die bekannte Skulptur vor der ehemaligen Europäischen Zentralbank (EZB) am Willy-Brandt-Platz. Jährlich. Auf diese Summe beziffert jedenfalls der Besitzer, das Frankfurter Kultur Komitee, die Kosten für Instandhaltung, Technik und TÜV. Getragen wurden die Ausgaben bislang von Sponsoren, doch von denen zogen sich in der Corona-Pandemie gleich mehrere zurück. Dem Euro-Zeichen drohte die Versteigerung.

Nun ist es dem gemeinnützigen Verein gelungen, einen neuen Sponsor zu finden. Während es in der vergangenen Woche bei einer recht nebulösen Mitteilung zum künftigen Geldgeber blieb, wurde dieser am Dienstag offiziell vorgestellt. Das Finanz-Startup Caiz Development GmbH mit Sitz in Frankfurt hat zugesagt, die Kosten für die nächsten fünf Jahre zu übernehmen.

"Besseres Marketing bekommt man nicht"

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Das Euro-Symbol im Frankfurter Bankenviertel bleibt erhalten

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"Wir haben im Radio gehört, dass das Zeichen gefährdet ist", erklärte Geschäftsführer Jörg Hansen. Da habe man nicht lange überlegen müssen. Ganz uneigennützig ist das Sponsoring des Frankfurter Wahrzeichens aber nicht, wie er zugibt. "Das sind Hunderte Menschen, die das täglich fotografieren. Unser Logo wird dort sein - ein besseres Marketing bekommt man nie wieder." Auch Lichtinstallationen und Veranstaltungen rund um das Euro-Symbol plant das junge Unternehmen demnach.

Der Vorsitzende des Komitees, Manfred Pohl, zeigte sich erleichert. "Für mich ist es eine Herzensangelegenheit und ein Identifikationsfaktor ersten Ranges für die Stadt Frankfurt". Vor dem Angebot des Start-Ups seien bereits mehr als 30 Banken wegen eines möglichen Sponsorings angeschrieben worden, das Interesse sei aber nicht sehr groß gewesen.

Firmen wollten Wahrzeichen kaufen

Zunächst war offen, ob die Installation des Künstlers Ottmar Hörl an ihrem jetzigen Standort bleiben wird. Pohl hatte dem hr vor rund einem Monat gesagt, mehrere Firmen hätten Interesse geäußert, sich das Wahrzeichen vor die eigene Tür zu stellen. Außerdem seien Städte aus dem Ausland an einem Kauf interessiert gewesen.

Das 14 Meter hohe blaue Euro-Zeichen mit den 12 gelben Sternen wurde 2001 zur Einführung des Euros vor der damaligen Zentrale der EZB errichtet. Immer wieder wurde es zum Ziel von Protesten, etwa wegen Kritik an der Europäischen Union.

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