Tarifeinigung angenommen Pilotenstreiks bei Lufthansa bis Ende 2026 vom Tisch

Die Piloten der Lufthansa haben einen zwischen der Airline und der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit ausgehandelten Tarifvertrag angenommen. In den nächsten drei Jahren soll es stufenweise mehr Geld geben. Damit drohen keine weiteren Streiks.

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Die Lufthansa-Piloten werden lange Zeit nicht mehr streiken. Bild © picture-alliance/dpa
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Passagiere der Lufthansa können aufatmen: Neuerliche Pilotenstreiks sind bis zum Jahresende 2026 vom Tisch. Die Stammpiloten der Gesellschaften Lufthansa und Lufthansa Cargo haben den ausverhandelten Tarifvertrag angenommen, wie die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Donnerstag in Frankfurt mitteilte.

65,5 Prozent Zustimmung

Demnach stimmten 65,5 Prozent der stimmberechtigten Mitglieder mit "Ja". Laut Cockpit hatten 94,7% der stimmberechtigten Mitglieder an der Abstimmung teilgenommen. Nicht abgegebene Stimmen seien mit "Nein" gewertet worden.

Die rund 5.200 Pilotinnen und Piloten sollen nach interner Darstellung der Lufthansa in den nächsten drei Jahren in mehreren Stufen mindestens 18 Prozent mehr Geld erhalten. Zusammen mit zwei pauschalen Erhöhungen aus dem Vorjahr ergäben sich je nach Einstufung Gehaltssteigerungen von 25 bis 50 Prozent über die Gesamtlaufzeit von viereinhalb Jahren.

Zudem wurde eine Einmalzahlung über 3.000 Euro vereinbart. Bedeutsamer sind zusätzliche Einigungen zu Arbeits- und Bereitschaftszeiten im Manteltarifvertrag sowie die Abschaffung einer zweiten Tarifschiene, die vor Jahren für Neueinsteiger eingeführt worden war.

Germanwings-Piloten wechseln zur Konzernmutter

Auch wird eine Lösung für 150 Kapitäne der im Jahr 2020 eingestellten Tochter Germanwings angenommen, die in ihrer bisherigen Funktion zur Mutter Lufthansa wechseln. Dafür erhalten rund 550 Lufthansa-Piloten finanzielle Entschädigungen, weil sie später zum Kapitän aufsteigen können.

"Ich freue mich über die Zustimmung unserer Mitglieder zu dem ausgehandelten Tarifergebnis", sagte VC-Präsident Stefan Herth laut einer Mitteilung. "Die heutige Annahme der Tarifverträge schafft Verlässlichkeit für die Pilotinnen und Piloten, die Lufthansa und nicht zuletzt auch unsere Fluggäste."

Noch keine Lösung für City-Piloten

Unklar bleibt zunächst, wie künftig die kurzen Zubringerflüge in die Drehkreuze Frankfurt und München organisiert werden. Der Lufthansa-Konzern hat eine neue Fluggesellschaft "City Airlines" gegründet, die das zu niedrigeren Kosten erledigen soll, als es bislang die Lufthansa-Kerngesellschaft selbst konnte.

Die Tarife der City-Piloten will das Unternehmen mit der VC vereinbaren, die sich in früheren Verhandlungen stets gegen eine derartige Verlagerung gewehrt hat. Die Tarifkommission der Gewerkschaft hatte die Entscheidung den betroffenen Mitgliedern überlassen und bereits vor gut zwei Wochen erklärt, dass auf dem Verhandlungsweg kein besseres Ergebnis erreicht werden könne.

Ein Warnstreik reichte

Mit der Annahme der Einigung bleibt es in der nun abgeschlossenen Tarifrunde bei einem Warnstreiktag vom 2. September 2022, als der gesamte Flugbetrieb der Stammmarke gestoppt worden war.

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Sendung: hr-iNFO, 10.08.2023, 15 Uhr

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Quelle: dpa/lhe, hessenschau.de