Der Rolandsbrunnen auf dem mittelalterlichen Marktplatz. Im Hintergrund sind Fachwerkhäuser zu sehen.

Von malerischen Fachwerkhäusern bis zum allgegenwärtigen Dom: Die Hessentagsstadt Fritzlar hat eine ganze Menge zu bieten. Hier gibt es Infos zu Altstadt, Sehenswürdigkeiten, Aktivitäten – und den ein oder anderen Geheimtipp.

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Countdown für Hessentag in Fritzlar

Riesenrad auf dem Hessentag in Fritzlar
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Fritzlar im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis ist zwar die Stadt der kurzen, aber auch der steilen Wege. Auf der Route in Richtung Dom schiebt sich immer wieder einer der zahlreichen Türme ins Blickfeld. Am Dom angekommen, bietet sich ein atemberaubender Blick über die Stadt. 

Blick vom Dom in Richtung Ederauen - im Vordergrund die Ursulinenschule.

Ein paar Schritte weiter mündet die Fußgängerzone in einen großen Marktplatz. Egal in welche Richtung man schaut, überall recken imposante Fachwerkhäuser ihren Giebel in den Himmel. 

Wir haben uns für einen Spaziergang mit Michael Brückmann getroffen. Den gebürtigen Kasselaner hat die Liebe in die Domstadt gezogen. Jetzt unterstützt er die Stadt bei der Pressearbeit und bei der Planung des Hessentags.

Das bietet die Altstadt 

Das Stadtbild Fritzlars ist mittelalterlich geprägt. Die Kernstadt ist von einer 2,7 Kilometer langen Stadtmauer eingefasst. Den Mittelpunkt der malerischen Altstadt bildet der historische Rolandsbrunnen von 1564, ein Zierbrunnen im Stile der Renaissance. Oben auf einer langen Stele mit Wasserspeiern und Verzierungen steht Ritter Roland mit Schild und einem Löwen. 

Egal von wo aus man den Blick über den Marktplatz schweifen lässt: Überall kann man sich an liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern aus dem 15. bis 17. Jahrhundert sattsehen. Inhabergeführte Lädchen mit Mode, Feinkost oder Spielwaren sorgen für einen abwechslungsreichen Bummel durch die Fußgängerzone. Im Sommer, so Brückmann, locke die Gastronomie unzählige Besucherinnen und Besucher an.

Fritzlar

Das sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten

Zwei Türme, eine vorgelagerte Halle - und bedeutend für Kultur und Geschichte Nordhessens: Wer sich vom Süden aus der Stadt nähert, sieht von weitem den Dom St. Peter hoch oben über der Ederaue. Seinen Ursprung hat der Dom in einer Kirchengründung des Heiligen Bonifatius um 723. Diese war Ausgangspunkt für die Entstehung von Fritzlar.

Kartenausschnitt von Fritzlar, in welchen Sehenwürdigkeiten durchnummeriert mit Punkten verortet sind. Daneben eine Legende zu den Punkten/ Orten.

Heute ist der 50 Meter hohe, fast 30 Meter breite und 80 Meter lange Bau vor allem eins: der Mittelpunkt der Domgemeinde. Besonders stolz ist man laut Brückmann hier auf den Domschatz – und besonders auf das Heinrichskreuz. Das ist jedoch derzeit nicht zu sehen: es ist als Leihgabe bis Mitte Mai in Bamberg. Doch die Domgeschichte hat auch Tragisches zu bieten.

Während eines Sturms am 7. Dezember 1868 stürzte der südliche Turmhelm ein – mit verheerenden Folgen: 21 Menschen starben, weitere 31 wurden zum Teil schwer verletzt. Damals erinnerte ein kleines Buch an das Unglück, der Erlös unterstützte die Hinterbliebenen. Noch heute ist das Büchlein in der Hochschul- und Landesbibliothek Fulda als digitale Ausgabe zu finden.

Fritzlar

Im Museum Hochzeitshaus wird die 1.300-jährige Stadtgeschichte Fritzlars präsentiert. Das imposante Fachwerkhaus ist eins der ältesten Gebäude der Stadt, es wurde erst 2022 nach einer langen Renovierungsphase neu eröffnet. Ein gläserner Anbau für Flucht- und Rettungswege habe zunächst für viel Unmut in der Stadt gesorgt, erzählt Brückmann. Mittlerweile fügt sich der moderne Glasbau wie selbstverständlich an das historische Gebäude.

Im Museum gibt es neben einer 3D-Simulation einer circa 5.500 Jahre alten Grabkammer Berichte von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Kinder können mit Gänsekiel und Tinte schreiben oder sich verkleiden und in originalgetreuen Gewändern in die Vergangenheit reisen. 

Fritzlar

Der Graue Turm als Teil der Stadtmauer liegt im Westen des Stadtkerns. Er ist mit knapp 40 Metern einer der größten erhaltenen Wehrtürme Deutschlands. Auf allen vier Etagen gibt es etwas zu entdecken - und gruseln - beispielsweise auf der "Folter-Etage". Neben einer Ausstellung zur Hexenverfolgung in Fritzlar werden ein Schandpfahl, ein Pranger und das "Angstloch", ein Zugang zum Verlies, gezeigt. 

Fritzlar

Geheimtipps für Fritzlar

"Ergonomisch ist das nicht", sagt Brückmann und zeigt auf das Spitzenhäuschen neben dem historischen Rathaus. Es ist das älteste Gebäude der Stadt. In den alten Mauern sind Stadtarchiv und Touristen-Information untergebracht.

Im 15. Jahrhundert hat man hier zwei Kellerwände eingeschlagen, daraufhin ist das Haus abgesackt, aber immerhin nicht eingestürzt. Von der äußeren Optik könne man allerdings nicht auf die Innenräume schließen, erklärt Brückmann, "dort ist alles gerade".

Das Spitzenhäuschen ist mit grauen Schindeln eingedeckt. Die Wände auf der linken Gebäudeseite sind schief.

Ein bisschen laufen muss man, wenn man in den Ederauen das schöne Wetter genießen will. Am Malerwinkel hat man einen tollen Blick auf die Stadt. Ein paar Schritte weiter kann man an den Wanderwegen auf dem Ederauensofa beim Mühlengrabenpfad und den Streuobstwiesen entspannen. Über einen QR-Code gibt es dort die passende Musik und Gedichte dazu. 

Seit dem 13. Jahrhundert hat hier ein Wehr die zahlreichen Mühlen mit Wasser versorgt. Heute nutzt die Stadt das Wasser zur Stromerzeugung. Hier treffen sich – nicht nur am 1. Mai – Jugendliche, Familien und andere Menschen aus Fritzlar. Auf dem Weg dorthin säumen Kunstwerke das Ufer der Eder.

Das Wehr nahe Fritzlar: Wasser fließt über eine große Stufe, im Vordergrund ist Totholz zu sehen.

Kulturell kommt man an der Kulturscheune nicht vorbei. Hier gibt es Scheunen-Kino-Abende, Kunstausstellungen, Disco-Partys und Konzerte. Die ehemalige Zehntscheune des Deutsch-Ordens wurde 1238 erbaut und diente in den 1950ern als Lagerhalle eines Getränkehandels. Danach stand sie etliche Jahre leer, bis zur Gründung des Vereins Kulturscheune Fritzlar im Jahr 2010. Der Verein sanierte das Gebäude und hat ihn so zu einem besonderen Veranstaltungsort für Kultur gemacht.

Alte Mauern, moderner Inhalt: Blick auf die Kulturscheune in Fritzlar. Über dem Eingang hängt ein Schild mit dem Schild "Kulturscheune".

Diese Veranstaltungen machen Fritzlar besonders

Zunächst freut man sich in Fritzlar auf den Hessentag, aber auch im restlichen Jahr gibt es in der Domstadt einige Highlights. Immerhin findet hier zur närrischen Jahreszeit Nordhessens größte Umzug statt. Aber das ist noch nicht alles.

Alle zwei Jahre wird aus Fritzlar das mittelalterliche Friedeslar. Denn dann feiert die Domstadt ihr Kaiserfest und macht für drei Tage eine Zeitreise. Von der Großen Allee über den Grauen Turm und das Rathaus bis zum Marktplatz trifft man auf Gaukler und Feuerkünstler, und spätestens nach Kirschbier und Met wähnt man sich auf einem mittelalterlichen Markt. In diesem Jahr findet das Kaiserfest vom 16. bis zum 18. August statt.

Der Fritzlarer Pferdemarkt hat eine über 100-jährige Tradition. Besonders beliebt ist die Tierschau am Samstag, bei der Pferde und Rinder vorgeführt werden. In diesem Jahr findet der Pferdemarkt vom 11. bis zum 14. Juli statt.

Auch in der Adventszeit verzaubert Fritzlar seine Besucherinnen und Besucher: Advent in den Höfen heißt die Veranstaltung, die seit 2009 in versteckten Höfen und Scheunen stattfindet. Es gibt Kunsthandwerk und weihnachtliche Deko, dazu Glühwein und Musik von Chören und Bläserensembles. 2024 findet der beliebte Markt voraussichtlich am dritten Adventswochenende vom 14. bis 15. Dezember statt.

Aktivitäten - das kann man in Fritzlar unternehmen 

12.000 Quadratmeter, darauf ein Kunstrasenplatz für Fußball, Hockey und Basketball, ein Beachvolleyball- und ein Handballfeld: auf der Sport- und Freizeitanlage in der Alten Wildunger Straße gibt es ein vielfältiges Angebot für Sportbegeisterte. Dazu kommen Tischtennisanlagen, eine Boulder-Wand, ein Kletter-Parcours und eine Skateranlage.  

Im Fritzlarer Ortsteil Züschen kommen Minigolf-Fans auf ihre Kosten. Für die kleinen gibt es einen Spielturm, für die Großen gemütliche Holzbänke, Getränke und kleine Snacks. 

Wasserratten können sich im Ederauen-Erlebnis-Bad in die Fluten stürzen. Hier gibt es eine Planschbeckenanlage, einen 3-Meter-Sprungtum und ein 50-Meter-Sportbecken. Wer vom Schwimmen genug hat, kann sich auf dem Beachvolleyballfeld beim Basketball oder Tischtennis austoben.

Michael Brückmann steht vor einem Brunnen auf dem Fritzlaer Marktplatz. Er hat graue Haare, trägt eine Brille und eine blaue Daunenjacke.

Radfahrer können Fritzlar auf verschiedenen Routen erleben. So liegt die Domstadt direkt am Eder-Radweg, aber auch der hessische Fernradweg R4 für durch Fritzlar. Für Halbtags- und Tagestouren eignen sich der Chattengauweg (R21), der direkt in Fritzlar startet. Der R5 und der Schwalm-Efze-Weg (R14) liegen etwa 15 Minuten von Fritzlar entfernt, für einen kleinen Abstecher durchaus schaffbar.

Wanderer können neben den Ederauen einen Rundgang entlang der beeindrucken Stadtmauer machen. Der Rondengang startet am Grauen Turm, überall kann man sich auf kleinen Tafeln über die historische Bedeutung der Türme und der fast vollständig erhaltenen Stadtmauer informieren. Aber auch überregionale Wanderwege wie der Barbarossaweg (X8), der Kunstwanderweg Ars Natura von Felsberg nach Fritzlar oder der Ederhöhenweg können hier komplett oder zum Teil erwandert werden.

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