Corona und Alltag - eine Grafik mit Symbolen

Was genau ist erlaubt und was nicht? Ein Überblick über die derzeitigen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Hessen.

Wegen der hessenweit steigenden Infektionszahlen wird der Alltag der Menschen wieder stärker eingeschränkt. Wir geben Ihnen einen Überblick, welche Maßnahmen es aktuell gibt und was sie für Ihren Alltag bedeuten.

Weitere Informationen

Corona-Regeln in einzelnen Städten und Kreisen

Weil das Infektionsgeschehen dynamisch verläuft, entscheiden viele Städte und Landkreise über eigene Regeln, die zusätzlich zu den hessenweiten gelten. Eine Übersicht finden Sie hier.

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Reisen und Verkehr

Hat das Coronavirus Auswirkungen auf den Nah- und Regionalverkehr in Hessen?

Die Verbände im hessischen ÖPNV nähern sich immer weiter dem Normalzustand an. So verkehren die Busse und Bahnen des RMV beispielsweise weitgehend wieder in normaler Taktung.

In Bussen und Bahnen sowie im Taxi gilt die Maskenpflicht - ausgenommen sind Kinder unter sechs Jahren oder Menschen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keinen Mund-Nasen-Schutz tragen können. Wer sich an diese Regeln nicht hält, kann mit einem Bußgeld von 50 Euro bestraft werden. Ab dem 19. Oktober gilt die Maskenpflicht auch an Bahnhöfen und Bushaltestellen.

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten der Verkehrsverbünde:

Darf ich innerhalb Hessens verreisen?

Das Ende Juni eingeführte Beherbergungsverbot für Personen, die aus Gebieten mit erhöhtem Infektionsrisiko kommen, wurde inzwischen wieder aufgehoben. "Es hat sich nicht als zielführend erwiesen", sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) zur Begründung.

Hotels und Campingplätze dürfen öffnen. Dauercamping und Zweitwohnungsnutzung waren die ganze Zeit gestattet.

Hat das Coronavirus Folgen für Fernbusreisen?

Fernbusreisen sind erlaubt. Auch hier gilt eine Mund- und Nasenschutzpflicht für alle Fahrgäste während der gesamten Busfahrt.

Muss ich in Quarantäne, wenn ich aus dem Urlaub heimkehre?

Wer aus einem Risikogebiet zurückkehrt, muss bei der Einreise in der Regel für 14 Tage in Quarantäne. Das können Reisende verhindern, indem sie einen negativen Corona-Test vorweisen, der höchstens 48 Stunden alt ist. Der Test ist innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise kostenlos und kann zum Beispiel an Flughäfen gemacht werden. Das zuständige Gesundheitsamt überwacht die Quarantänepflicht.

Sie gilt nicht, wenn jemand nur durch ein Risikogebiet gereist ist und sich dort nicht aufgehalten hat. Eine Liste der aktuell als Risikogebiet eingestuften europäischen Regionen stellt das Robert Koch Institut bereit.

Das Bundesgesundheitsministerium plant, dass ein vorzeitiges Ende der Quarantäne durch einen Test erst ab dem fünften Tag nach der Rückkehr möglich sein soll. So soll vermieden werden, dass Infektionen am Ende des Aufenthalts im Risikogebiet oder während der Rückreise nicht erfasst werden. Eine entsprechende bundesweite Test- und Quarantänestrategie soll am 8. November in Kraft treten.

Medizinische Versorgung

An welche Stellen kann ich mich in Hessen wenden, wenn Corona-Symptome auftreten?

Wer persönlichen Kontakt zu einer Person hatte, bei der das Coronavirus nachgewiesen wurde, sollte sich umgehend an das zuständige Gesundheitsamt wenden - auch wenn keine Symptome aufgetreten sind. Das zuständige Amt lässt sich über diese Datenbank des Robert-Koch-Instituts ermitteln.

Arztpraxen sollten im Verdachtsfall erst nach telefonischer Voranmeldung aufgesucht werden. Wichtig ist beim Anruf der Hinweis, dass man Kontakt mit Menschen aus einem Corona-Risikogebiet hatte. Die Liste mit den offiziellen Risikogebieten finden Sie hier. Im Verdachtsfall ist auch die Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung eine richtige Anlaufstelle - unter der Telefonnummer 116117.

Wo kann ich mich testen lassen?

In Hessen gibt es mehrere Testzentren - auch eines am Frankfurter Flughafen. Aber nicht in jedem Fall wird bei Corona-Symptomen ein Labor-Test durchgeführt. Ob ein Test nötig ist, kann unter anderem der Hausarzt entscheiden. Auch mancher Hausarzt bietet Tests an.

Wer Fragen rund um das Thema Coronavirus in Hessen hat, kann sich unter der Telefonnummer 0800-5554666 an die hessenweite Hotline des Sozialministeriums wenden - sie ist täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar. Hilfe für Patienten bietet auch die Kassenärztliche Vereinigung Hessen auf ihrer Internetseite an - unter anderem mit einem Leitfaden zur Suche von Ärzten, die Corona-Tests anbieten. Auch telefonisch berät die KV unter der Telefonnummer 116117.

Was wird aus meinem OP-Termin?

Medizinische Eingriffe und Behandlungen, für die keine akute, dringende medizinische Notwendigkeit besteht, sind in Kliniken und ambulanten Praxen wieder zugelassen.

Lebensmittelversorgung und sonstige Einkaufsmöglichkeiten

Was ist bei Geschäften zu beachten?

In Geschäften gilt der Mindestabstand von 1,50 Metern. Die Regel, dass für jede Person drei Quadratmeter zur Verfügung stehen sollen, wird aber zum 19. Oktober abgeschafft. Im Publikumsbereich von Geschäften, Supermärkten, Bank- und Postfilialen gilt eine Maskenpflicht. Außerdem auf Wochenmärkten und in überdachten Einkaufspassagen.

Die Pflicht gilt nicht für Kinder unter sechs Jahren oder Menschen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keinen Mund-Nasen-Schutz tragen können. Ein Verstoß kann mit einem Bußgeld von 50 Euro belegt werden.

Kann ich im Restaurant essen gehen?

Gaststätten, Cafés oder Biergärten dürfen öffnen - immer unter Beachtung von Abstandsregeln und Hygienekonzepten. So müssen Servicekräfte einen Mundschutz tragen, Gäste aber nicht.

Diese müssen allerdings ihre Kontaktdaten angeben und den Zeitraum, in dem sie vor Ort waren. Die Daten muss der Wirt drei Wochen lang aufheben. Weigern Gäste sich, ihre Daten anzugeben, muss der Wirt ihnen die Bewirtung verweigern und dafür sorgen, dass sie sein Restaurant oder seine Kneipe verlassen.

Wer einen falschen Namen angibt, muss künftig mit einem Bußgeld in Höhe von mindestens 50 Euro rechnen. Ab dem 19. Oktober dürfen sich Wirte auch einen Ausweis zeigen lassen, wenn sie an der Richtigkeit der angegebenen Daten zweifeln.

Schulen, Universitäten und Weiterbildung

Wie gehen die Unis mit den Beschränkungen um?

Hochschulen dürfen im Rahmen ihrer Selbstverwaltung selbst über ihre Öffnung entscheiden. Präsenzveranstaltungen sind grundsätzlich wieder möglich, gleichzeitig sollten Online-Angebote weiterhin genutzt werden, teilte die Landesregierung mit.

Informationen über einzelne Maßnahmen stellen sie auf ihren Internetseiten bereit: TU Darmstadt, Uni Frankfurt, Uni Marburg, Uni Gießen.

Welche Vorschriften gelten für Schulen?

Mitte August hat für alle 760.000 Kinder und Jugendliche sowie rund 60.000 Lehrkräfte nach den Sommerferien wieder normal der Unterricht begonnen. Und das mit einer Maskenpflicht außerhalb der Klassenzimmer, wie das Kultusministerium mitteilte.

Ziel ist die Wiederaufnahme des Regelbetriebs mit Präsenzunterricht an fünf Tagen in der Woche. Das Rahmenkonzept sieht nach wie vor Hygienepläne vor, im Unterricht soll dann aber kein Mindestabstand von 1,50 Metern mehr gelten. Schüler und Lehrkräfte können im Klassenraum freiwillig Masken tragen.

Wenn Kinder einfache Erkältungssymptome wie einen Schnupfen zeigen, ist das laut Kultusministerium noch kein Grund, ein Kind nach Hause zu schicken. Dazu müssten Symptome wie Fieber, trockener Husten und allgemeine Abgeschlagenheit kommen.

Lehrkräfte können sich außerdem kostenlos testen lassen, und die Wiederaufnahme des regulären Lehrbetriebs soll wissenschaftlich begleitet werden. Sport- und Musikunterricht findet wieder statt, allerdings darf in den Klassenräumen weiter nicht gesungen und mit Blasinstrumenten musiziert werden.

Welche Vorschriften gelten für Kitas?

Kitas sind im Regelbetrieb unter Pandemie-Bedingungen seit dem 6. Juli wieder für alle Kinder offen. Auch Eltern dürfen die Kitas wieder betreten, allerdings nur mit Mund-Nase-Schutz und nachdem sie ihre Hände desinfiziert haben. Die Kinder sollen Abstand halten - so gut es eben geht. Kinder und Personal mit Corona-Symptomen dürfen nicht in die Einrichtungen.

Finden Bildungsangebote statt?

Ab dem 1. August sind Bildungsangebote wie Volkshochschul- oder Fahrschulkurse wieder in einer Gruppengröße von mehr als 15 Personen zugelassen. Dabei muss auch nicht mehr auf den Mindestabstand von 1,5 Metern geachtet werden. Die Hygieneregeln sollen aber weiter angewendet werden.

Freizeit

Welche Vorschriften gibt es derzeit für Veranstaltungen in Hessen?

  • Bei einer Inzidenz von mehr als 35 Fällen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen sind öffentliche Veranstaltungen maximal noch für 150 Teilnehmer erlaubt - Hygienekonzept vorausgesetzt. Private Partys im angemieteten und öffentlichen Raum dürfen nicht mehr als 25 Gäste haben. Bei Feiern in privaten Räumen gilt die "dringende Empfehlung", dass nicht mehr als 15 Personen (oder zwei Hausstände) zusammenkommen.
  • Ab einer Inzidenz von 50 sind noch maximal 100 Besucher bei öffentlichen Veranstaltungen erlaubt. Private Partys im angemieteten und öffentlichen Raum dürfen nicht mehr als 10 Gäste haben (oder zwei Hausstände). Bei Feiern in privaten Räumen gilt die "dringende Empfehlung", dass nicht mehr als 10 Personen (oder zwei Hausstände) zusammenkommen.
  • Steigt die Inzidenz weiter auf über 75, dann dürfen sich nur noch maximal fünf Personen oder Angehörige von zwei Hausständen im öffentlichen Raum treffen.

Was ist mit Großveranstaltungen?

Großveranstaltungen, bei denen die Abstandsregeln nicht zuverlässig eingehalten werden können, bleiben vorerst verboten. Sportveranstaltungen vor Zuschauern wird es ebenfalls vorerst nicht geben.

Weihnachtsmärkte sollen unter Auflagen und Hygieneregelungen stattfinden dürfen. Demonstrationen sind unter Auflagen erlaubt.

Im Einzelfall kann die Zahl der Teilnehmer von Veranstaltungen auch größer als 250 sein - wenn die Veranstalter ausreichend Platz zur Verfügung stellen können, um den Mindestabstand zu gewährleisten.

Welche Freizeitangebote sind wieder verfügbar?

Am 6. Juli wurde bei Veranstaltungen wie Messen oder Konzerten sowie in Theatern und Kinos die Fünf-Quadratmeter-Regel für Sitzplätze und die Zehn-Quadratmeter-Regel für Stehplätze aufgehoben.

Tennis- und Golfplätze sind geöffnet. Bis zu zehn Personen dürfen auch wieder ohne Mindestabstand Kontaktsport ausüben. Dabei sollen aber Hygienestandards weiterhin beachtet werden. Grillen und Picknicken in der Öffentlichkeit ist wieder erlaubt.

Auch Indoorspielplätze, Kletter-, Squash- und Turnhallen und Kegelbahnen einschließlich Bowling sind wieder offen. Auch Theater, Opern- und Konzerthäuser dürfen den Betrieb wieder aufnehmen.

Fitnessstudios haben wieder geöffnet. Auch Schwimmbäder und Saunen sind wieder für Gäste offen. In vielen Bädern und Thermen müssen die Gäste jedoch vorher ein Online-Ticket erwerben.

Der Besuch von Sportveranstaltungen und Wettkämpfen ist seit dem 6. Juli wieder erlaubt. Es muss ein Hygienekonzept vorliegen.

Auch Vereins- und Versammlungsräume dürfen seit dem 6. Juli wieder genutzt werden. In Umkleidekabinen entfällt die Fünf-Quadratmeter-Regel. Stattdessen gelten die allgemeinen Abstandsvorgaben von 1,5 Metern.

Spielplätze, Museen, Ausstellungen, Schlösser, Gedenkstätten, Tierparks, Zoos, Botanische Gärten, Hundesalons, Hundeschulen und Musikschulen haben seit Anfang Mai wieder geöffnet.

Tanzveranstaltungen sind weiterhin verboten. Ab dem 19. Oktober dürfen Clubs und Tanzlokale aber Gäste bewirten, wenn sie sich an die für die Gastronomie geltenden Vorschriften halten.

Finden in Hessen noch Gottesdienste statt?

Alle Religionsgemeinschaften dürfen zu Veranstaltungen mit Publikum einladen, wenn strenge Auflagen beim Sicherheitsabstand und bei der Hygiene eingehalten werden. Die Lockerungen gelten auch für Trauerfeiern.

Aufgrund der gehäuften Corona-Infektionen nach einem Gottesdienst in einer Baptistengemeinde in Frankfurt hat das Land jedoch beschlossen, dass die Gemeinden nun verpflichtend Anwesenheitslisten führen und die Kontaktdaten aller Besucher aufnehmen müssen.

Öffentliche Einrichtungen

Kann ich Angehörige im Krankenhaus oder im Seniorenheim besuchen?

Die allgemeinen Corona-Beschränkungen für Besuche in hessischen Alten- und Pflegeheimen gelten seit dem 29. September nicht mehr. Die verbindlichen Vorgaben zur Dauer und Anzahl der Besuche wurden aufgehoben. Maßgeblich sind nun die jeweiligen Schutzkonzepte und Hygienepläne der Einrichtungen, so wie es bereits in Krankenhäusern und Kliniken der Fall war.

Welche Strafen drohen bei Verstößen gegen die Verbote der Landesregierung?

Je nach Schwere des individuellen Verstoßes sind Regelsätze zwischen 50 und 5.000 Euro vorgesehen. Eine Übersicht über die drohenden Bußgelder finden Sie hier.

Verstöße werden in der Regel als Ordnungswidrigkeit behandelt. Besonders schwere Verstöße gegen die Verordnung können sogar als Straftaten zur Anzeige gebracht werden. Dies betrifft im Wesentlichen vorsätzliche Verstöße, etwa das Abhalten verbotener Veranstaltungen, Verstöße gegen Quarantäneanordnungen oder bei nachgewiesener Weiterverbreitung des Krankheitserregers.