Corona und Alltag - eine Grafik mit Symbolen

Was genau ist erlaubt und was nicht? Ein Überblick über die derzeitigen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Hessen.

Wir geben Ihnen einen Überblick, welche Maßnahmen es aktuell gibt und was sie für Ihren Alltag bedeuten. Vom 1. Dezember an gelten weitere Einschränkungen, vor allem bei den privaten Kontakten und in größeren Geschäften.

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Corona-Regeln in einzelnen Städten und Kreisen

Weil das Infektionsgeschehen dynamisch verläuft, entscheiden viele Städte und Landkreise über eigene Regeln, die zusätzlich zu den hessenweiten gelten.

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Insgesamt dürfen seit dem 2. November maximal zehn Personen aus zwei Haushalten in der Öffentlichkeit zusammenkommen. Ab Dezember sollen es nur noch maximal fünf Menschen sein, Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt.

In den Tagen vom 23.12. bis Neujahr sind ausnahmesweise wieder Treffen mit zehn Personen aus dem "engeren Familien- und Freundeskreis" erlaubt. Für private Wohnungen gibt es in Hessen lediglich die Empfehlung, Kontakte zu reduzieren. Die Landesregierung baut auf die Vernunft der Bürger.

Reisen und Verkehr

Hat das Coronavirus Auswirkungen auf den Nah- und Regionalverkehr in Hessen?

Die Verbände im hessischen ÖPNV befinden sich weitestgehend im Normalzustand. So verkehren die Busse und Bahnen des RMV beispielsweise wieder in normaler Taktung.

In Bussen und Bahnen sowie im Taxi gilt die Maskenpflicht - ausgenommen sind Kinder unter sechs Jahren oder Menschen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keinen Mund-Nasen-Schutz tragen können. Wer sich an diese Regeln nicht hält, kann mit einem Bußgeld von 50 Euro bestraft werden. Seit dem 19. Oktober gilt die Maskenpflicht auch an Bahnhöfen und Bushaltestellen.

Die Frankfurter Verkehrsgesellschaft (VGF) möchte für mehr Kontrollen von Mund-Nase-Bedeckungen, automatische Türöffnungen sowie verstärkte Reinigung und Desinfektion für mehr Sicherheit in Bussen und Bahnen sorgen.

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten der Verkehrsverbünde:

Darf ich innerhalb Hessens verreisen?

Übernachtungen im Inland sind seit dem 2. November verboten. Reisen dürfen nur noch für notwendige Zwecke wie Dienstreisen gemacht werden. Hotels und Pensionen dürfen keine touristischen Gäste mehr aufnehmen.

Die Bürger sollen auf private Reisen, auch Familienbesuche, und Tagesausflüge verzichten.

Hat das Coronavirus Folgen für Fernbusreisen?

Fernbusreisen sind erlaubt. Auch hier gilt eine Mund- und Nasenschutzpflicht für alle Fahrgäste während der gesamten Busfahrt.

Muss ich in Quarantäne, wenn ich aus dem Urlaub heimkehre?

Wer sich in den vergangenen zehn Tagen in einem Risikogebiet aufgehalten hat, muss sich selbstständig unverzüglich nach der Einreise und auf direktem Weg für zehn Tage in häusliche Quarantäne begeben. Das Ganze muss nicht durch das Gesundheitsamt angeordnet werden. Es ist in diesem Zeitraum nicht gestattet, Besuch von Personen zu empfangen, die nicht dem eigenen Hausstand angehören. Die Einreise muss seit dem 8. November vorab über die Website https://einreiseanmeldung.de dem Gesundheitsamt mitgeteilt werden.

Die Quarantäne kann frühestens ab dem fünften Tag enden. Dazu brauchen Rückkehrer ein negatives Corona-Testergebnis. Der Test darf allerdings erst fünf Tage nach der Einreise vorgenommen werden. Er ist für Einreisende aus Risikogebieten kostenlos, wenn sie sich binnen zehn Tagen testen lassen.

Die Quarantänepflicht gilt nicht, wenn jemand nur durch ein Risikogebiet gereist ist und sich dort nicht aufgehalten hat. Auch wer sich im Rahmen des Grenzverkehrs mit Nachbarstaaten weniger als 24 Stunden in einem Risikogebiet aufgehalten hat, ist nicht von der Quarantänepflicht erfasst.

Eine Liste der aktuell als Risikogebiet eingestuften Regionen stellt das Robert-Koch-Institut bereit.

Medizinische Versorgung

An welche Stellen kann ich mich in Hessen wenden, wenn Corona-Symptome auftreten?

Wer persönlichen Kontakt zu einer Person hatte, bei der das Coronavirus nachgewiesen wurde, sollte sich umgehend an das zuständige Gesundheitsamt wenden - auch wenn keine Symptome aufgetreten sind. Das zuständige Amt lässt sich über diese Datenbank des Robert-Koch-Instituts ermitteln.

Arztpraxen sollten im Verdachtsfall erst nach telefonischer Voranmeldung aufgesucht werden. Wichtig ist beim Anruf der Hinweis, dass man Kontakt mit Menschen aus einem Corona-Risikogebiet hatte. Die Liste mit den offiziellen Risikogebieten finden Sie hier. Im Verdachtsfall ist auch die Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung eine richtige Anlaufstelle - unter der Telefonnummer 116117.

Wo kann ich mich testen lassen?

In Hessen gibt es mehrere Testzentren - auch eines am Frankfurter Flughafen. Aber nicht in jedem Fall wird bei Corona-Symptomen ein Labor-Test durchgeführt. Ob ein Test nötig ist, kann unter anderem der Hausarzt entscheiden. Auch mancher Hausarzt bietet Tests an.

Wer Fragen rund um das Thema Coronavirus in Hessen hat, kann sich unter der Telefonnummer 0800-5554666 an die hessenweite Hotline des Sozialministeriums wenden - sie ist täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar. Hilfe für Patienten bietet auch die Kassenärztliche Vereinigung Hessen auf ihrer Internetseite an - unter anderem mit einem Leitfaden zur Suche von Ärzten, die Corona-Tests anbieten. Auch telefonisch berät die KV unter der Telefonnummer 116117.

Was wird aus meinem OP-Termin?

Medizinische Eingriffe und Behandlungen, für die keine akute, dringende medizinische Notwendigkeit besteht, sind in Kliniken und ambulanten Praxen zugelassen. Generell wird aber geraten, diese zu verschieben, solange sie nicht zwingend notwendig ist.

Lebensmittelversorgung und sonstige Einkaufsmöglichkeiten

Was ist bei Geschäften zu beachten?

Die Geschäfte im Groß- und Einzelhandel bleiben geöffnet. Es gibt aber eine Vorschrift, wie viele Leute sich maximal im Laden befinden dürfen. Pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche darf sich nur eine Person aufhalten. Warteschlangen sollen vermieden werden.

Diese Regel wird vom 1. Dezember an verschärft, wenn die Verkaufsfläche mehr als 800 Quadratmeter beträgt: Dann ist pro 20 Quadratmeter der Aufenthalt von nur einem Kunden erlaubt.

In allen Geschäften gilt der Mindestabstand von 1,50 Metern. Im Publikumsbereich von Geschäften, Supermärkten, Bank- und Postfilialen gilt eine Maskenpflicht. Außerdem auf Wochenmärkten und in überdachten Einkaufspassagen.

Die Pflicht gilt nicht für Kinder unter sechs Jahren oder Menschen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keinen Mund-Nasen-Schutz tragen können. Ein Verstoß kann mit einem Bußgeld von 50 Euro belegt werden.

Massagepraxen, Kosmetikstudios und Tattoo-Studios bleiben ab dem 2. November geschlossen. Grund dafür ist, dass der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. Friseure, Hundesalons, Raststätten und Fahrschulen dürfen hingegen geöffnet bleiben.

Kann ich im Restaurant essen gehen?

Restaurants bleiben bis mindestens 20. Dezember geschlossen, geplant ist das aber schon bis Neujahr. Erlaubt sind weiterhin Lieferdienste und Essen zum Mitnehmen außer Haus. Kantinen dürfen weiterhin geöffnet bleiben. Ebenfalls dicht machen müssen Kneipen, Bars und Diskotheken.

Darüber hinaus gilt in ganz Hessen ein Alkoholverbot. Zwischen 23 und 6 Uhr darf kein Alkohol verkauft oder im öffentlichen Raum konsumiert werden.

Schulen, Universitäten und Weiterbildung

Wie gehen die Unis mit den Beschränkungen um?

Hochschulen dürfen im Rahmen ihrer Selbstverwaltung selbst über ihre Öffnung entscheiden. Präsenzveranstaltungen sind grundsätzlich in bestimmten Fällen möglich, gleichzeitig sollten Online-Angebote weiterhin verstärkt genutzt werden.

Informationen über einzelne Maßnahmen stellen sie auf ihren Internetseiten bereit: TU Darmstadt, Uni Frankfurt, Uni Marburg, Uni Gießen.

Welche Vorschriften gelten für Schulen?

Schulen sollen im November weiterhin geöffnet bleiben. Mitte August hat für alle 760.000 Kinder und Jugendliche sowie rund 60.000 Lehrkräfte nach den Sommerferien wieder normal der Unterricht begonnen.

Für alle Lehrer und Schüler ab der fünften Klasse gilt hessenweit, dass sie ihre Masken im Unterricht tragen müssen. Gleiches gilt außerhalb des Klassenraums - auf Fluren, Toiletten und dem Pausenhof. Die Landesregierung plant aber sogenannte "Masken-Pausen" für die Schüler. Diese können die Schulen selbst umsetzen.

Wenn Kinder einfache Erkältungssymptome wie einen Schnupfen zeigen, ist das laut Kultusministerium noch kein zwingender Grund, ein Kind nach Hause zu schicken. Dazu müssten Symptome wie Fieber, trockener Husten und allgemeine Abgeschlagenheit kommen. Lehrkräfte können sich kostenlos testen lassen.

Welche Vorschriften gelten für Kitas?

Kitas sind im Regelbetrieb unter Pandemie-Bedingungen seit dem 6. Juli wieder für alle Kinder offen. Diese Regelung soll im November bestehen bleiben. Eltern dürfen die Kitas wieder betreten, allerdings nur mit Mund-Nase-Schutz und nachdem sie ihre Hände desinfiziert haben.

Die Kinder sollen Abstand halten - so gut es geht. Kinder und Personal mit Corona-Symptomen dürfen nicht in die Einrichtungen. Die Einrichtungen der Sozial- und Jugendhilfe bleiben ebenfalls geöffnet.

Finden Bildungsangebote statt?

Bildungsangebote wie Volkshochschul- oder Fahrschulkurse sind in einer beschränkten Gruppengröße zugelassen. Die Hygiene- und Abstandsregeln sollen aber weiter angewendet werden.

Freizeit

Welche Vorschriften gibt es derzeit für Veranstaltungen in Hessen?

Alle Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, sind verboten. Dazu zählen unter anderem Konzerte, Sportveranstaltungen und Messen. Die Teilnehmerzahl ist dabei nicht relevant.

Ausnahmen gelten für einzelne Veranstaltungen. Als Beispiel nennt Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) politische Veranstaltungen vor Wahlen und Gedenkveranstaltungen.

Welche Freizeitangebote sind verfügbar?

Alle Freizeitangebote werden geschlossen. Dazu gehören Kinos, Theater, Zoos, Opern, und Konzerthäuser. Auch Messen dürfen nicht stattfinden. Ebenfalls geschlossen bleiben müssen Fitnessstudios, Freizeitparks, Saunen und Schwimmbäder.

Gleiches gilt für Spielhallen und Wettannahmestellen. Laut der Corona-Verordnung bleiben auch Bordelle und Prostitutionsstätten geschlossen. Tanzveranstaltungen sind weiterhin verboten.

Der Amateursportbetrieb wird eingestellt, die Vereine dürfen nicht mehr trainieren. Profisport ist weiterhin erlaubt, allerdings ohne Zuschauer. Der Individualsport, also beispielweise das Joggen oder Radfahren, bleibt erlaubt. Beim Sport im privaten Bereich dürfen maximal zehn Personen aus zwei Haushalten zusammenkommen.

Finden in Hessen noch Gottesdienste statt?

Für Gottesdienste gilt eine hessenweite Maskenpflicht. Alle Religionsgemeinschaften dürfen zu Veranstaltungen mit Publikum einladen, wenn strenge Auflagen beim Sicherheitsabstand und bei der Hygiene eingehalten werden. Die Lockerungen gelten auch für Trauerfeiern.

Aufgrund der gehäuften Corona-Infektionen nach einem Gottesdienst in einer Baptistengemeinde in Frankfurt hat das Land jedoch beschlossen, dass die Gemeinden nun verpflichtend Anwesenheitslisten führen und die Kontaktdaten aller Besucher aufnehmen müssen.

Öffentliche Einrichtungen

Kann ich Angehörige im Krankenhaus oder im Seniorenheim besuchen?

Ministerpräsident Volker Bouffier möchte Besuche in Krankenhäusern und Altenheimen weiterhin erlauben. Für Patienten in hessischen Kliniken gelten seit dem 19. Oktober laut Verordnung des Landes grundsätzlich folgende Regeln:

  • innerhalb der ersten sechs Tage ihres Aufenthalts dürfen sie bis zu zwei Besuche empfangen
  • ab dem siebten Tag des Aufenthalts dürfen sie täglich Besuche von jeweils bis zu zwei Personen empfangen
  • Besucher müssen wegen einer möglichen Nachverfolgung ihre Daten hinterlassen
  • Besucher müssen die bekannten Hygiene- und Abstandsregeln beachten sowie einen Mund-Nasen-Schutz tragen

Allerdings verbieten wegen steigender Zahlen von Infizierten seit Mitte Oktober immer mehr örtliche Gesundheitsämter oder die Kliniken selbst Besuche. Ähnlich ist der Trend bei Alten- und Pflegeheimen. Maßgeblich sind nun die jeweiligen Schutzkonzepte und Hygienepläne der Einrichtungen, so wie es bereits in Krankenhäusern und Kliniken der Fall war.

In Krankenhäusern, Pflegeheimen, Senioren- und Behinderteneinrichtungen sollen zeitnah viele Schnelltests duchgeführt werden.

Welche Strafen drohen bei Verstößen gegen die Verbote der Landesregierung?

Je nach Schwere des individuellen Verstoßes sind Regelsätze zwischen 50 und 5.000 Euro vorgesehen. Eine Übersicht über die drohenden Bußgelder finden Sie hier.

Verstöße werden in der Regel als Ordnungswidrigkeit behandelt. Besonders schwere Verstöße gegen die Verordnung können sogar als Straftaten zur Anzeige gebracht werden. Dies betrifft im Wesentlichen vorsätzliche Verstöße, etwa das Abhalten verbotener Veranstaltungen, Verstöße gegen Quarantäneanordnungen oder bei nachgewiesener Weiterverbreitung des Krankheitserregers.