Was genau ist erlaubt und was nicht? Ein Überblick über die derzeitigen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Hessen.

Das hessische Corona-Konzept umfasst drei Warnstufen. Ausschlaggebend für Beschränkungen ist nicht mehr die Sieben-Tage-Inzidenz, sondern die Zahl der Covid-19-Patientinnen und -Patienten in den Kliniken. Die Regeln sind am 25. November in Kraft getreten - sofern sie nicht auf dem neuen Bundesinfektionsschutzgesetz fußen und bereits seit 24. November gelten.

Die erste Stufe, und damit quasi flächendeckend 2G (geimpft & genesen), beginnt bei einem Hospitalisierungswert über 3 - also wenn innerhalb von sieben Tagen pro 100.000 Einwohner drei Corona-Patienten ins Krankenhaus kommen. Die zweite Stufe (2G-plus, also zusätzlich mit negativem Test für Geimpfte und Genesene) beginnt ab einen Hospitalisierungswert von 6, die dritte Stufe (und damit mögliche Kontaktbeschränkungen) ab einem Wert von 9.

Im Folgenden finden Sie die aktuellen Regelungen zu den verschiedenen Bereichen im Detail:

Kontakte

Wer darf sich mit wem in welcher Anzahl treffen?

Bei privaten Treffen gibt es keine Einschränkungen mehr. Nicht nur das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln wird empfohlen. Die Landesregierung empfiehlt zusätzlich, dass sich auch Geimpfte und Genesene vorher testen lassen.

Ab 25 Personen gelten die Regeln für Veranstaltungen (mehr dazu unter "Freizeit").

Arbeitsplatz

Muss ich auf der Arbeit geimpft oder getestet sein?

Der Zutritt zur Arbeitsstätte ist seit dem 24. November nur noch Beschäftigten mit 3G-Status erlaubt. Wer also auf die Arbeit gehen möchte, muss entweder geimpft, genesen oder tagesaktuell getestet sein. Dabei ist ein Antigen-Schnelltest für 24 Stunden gültig, ein PCR-Test für 48 Stunden. Der Arbeitgeber muss den G-Status seiner Mitarbeitenden kontrollieren.
Ungeimpfte müssen selbst für Testnachweise an allen Arbeitstagen sorgen.

Arbeitgeber sind verpflichtet, ihren Beschäftigten bei entsprechenden (Büro-)Tätigkeiten ein Homeoffice-Angebot anzubieten, wenn keine zwingenden Gründe dagegen sprechen. Eine Ablehnung des Arbeitnehmers sollte ebenfalls nur aus triftigem Anlass erfolgen.

Reisen und Verkehr

Darf ich innerhalb Hessens verreisen?

Ja, allerdings ab der ersten Warnstufe nur noch mit Geimpften- oder Genesenennachweis (2G).
Bei beruflichen Reisen: 3G mit täglichem Neativ-Test.

Es gilt das Abstands- und Hygienekonzept.

In Gemeinschaftsräumen der Hotels (Speisesaal, Schwimmbad) gilt 2G.

Hat das Coronavirus Auswirkungen auf den Nah- und Regionalverkehr in Hessen?

Die Verbände im hessischen ÖPNV befinden sich weitestgehend im Normalzustand. So verkehren die Busse und Bahnen des RMV beispielsweise in normaler Taktung.

Es gilt seit dem 24. November die 3G-Regel (geimpft, genesen oder getestet) im Nah- und Fernverkehr. Zudem besteht Maskenpflicht (mindestens medizinische Maske) in den Fahrzeugen und in den Bahnhofsgebäuden.

Die Einhaltung wird mit Stichproben-Kontrollen überprüft.

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten der Verkehrsverbünde:

Welche Quarantäne-Regeln gibt es?

  • Geimpfte und Genesene sind grundsätzlich von der Quarantäne befreit.
  • Infizierte müssen für 14 Tage in Quarantäne, ebenso ihre Haushaltsmitglieder.
  • Infizierte Kinder unter sechs Jahren sowie Kinder vor der Einschulung und Schülerinnen und Schüler können sich ab dem siebten Tag der Infektion mit PCR-Test freitesten.
  • Haushaltsangehörige (Kinder/Geschwister) von Infizierten können sich frühestens am zehnten Tag freitesten (wegen der Inkubationszeit).
  • Die engen Kontaktpersonen (Sitznachbarn), sofern in Quarantäne geschickt, können sich ab dem fünften Tag nach Feststellung der Infektion freitesten lassen.
  • Für nicht geimpfte oder genesene Kinder und Jugendliche mit Covid-Symptomen (Fieber, Husten, Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns) besteht in der Schule und in der Kita ein Betretungsverbot; sie können sich jedoch freitesten.


  • Positiv getestete Geimpfte und Genesene (ohne Symptome) können sich nach fünf Tagen Isolation mit PCR-Test freitesten


Für Reiserückkehrer gelten die Regeln des Bundes:

  • Reisende ab 12 Jahren müssen unabhängig von der Art des Verkehrsmittels und unabhängig davon, ob ein Voraufenthalt in einem Hochrisiko- bzw. Virusvariantengebiet stattgefunden hat, grundsätzlich bei Einreise über ein negatives Testergebnis, einen Impfnachweis oder einen Genesenennachweis verfügen.
  • Wer in den letzten zehn Tagen vor der Einreise in einem zum Zeitpunkt der Einreise als Hochrisiko- oder Virusvariantengebiet eingestuften Gebiet aufgehalten hat, muss sich direkt nach Ankunft nach Hause - oder in eine sonstige Beherbergung am Zielort - begeben und absondern (häusliche Quarantäne). Bei Voraufenthalt in einem Hochrisikogebiet beträgt die Absonderungszeit grundsätzlich zehn Tage, bei Voraufenthalt in einem Virusvariantengebiet beträgt sie grundsätzlich vierzehn Tage.
  • Die einzelnen Regelungen finden sich auf bundesgesundheitsministerium.de.

Medizinische Versorgung, Tests und Impfungen

An welche Stellen kann ich mich in Hessen wenden, wenn Corona-Symptome auftreten?

Wer persönlichen Kontakt zu einer Person hatte, bei der das Coronavirus nachgewiesen wurde, sollte sich umgehend an das zuständige Gesundheitsamt wenden - auch wenn keine Symptome aufgetreten sind. Das zuständige Amt lässt sich über diese Datenbank des Robert-Koch-Instituts ermitteln.

Arztpraxen sollten im Verdachtsfall erst nach telefonischer Voranmeldung aufgesucht werden. Wichtig ist beim Anruf der Hinweis, ob man Kontakt mit Menschen aus einem Corona-Risikogebiet hatte. Die Liste mit den offiziellen Risikogebieten finden Sie hier. Im Verdachtsfall ist auch die Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung eine richtige Anlaufstelle - unter der Telefonnummer 116117.

Welche Test-Möglichkeiten gibt es?

In Hessen gibt es zahlreiche Testzentren. Alle Bürgerinnen und Bürger können sich wieder - unabhängig von ihrer Berufsgruppe - regelmäßig testen lassen. Unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus übernimmt der Bund seit dem 13. November wieder die Kosten für Antigen-Schnelltests.

Zur Durchführung berechtigt sind unter anderem Apotheken, Ärzte und die Testzentren der Kassenärztlichen Vereinigung.

Wann und wo kann ich mich impfen lassen?

Die hessischen Impfzentren sind größtenteils zum 30. September geschlossen worden. Einige kleinere Impfzentren gibt es noch - unter anderem in Frankfurt und Limburg. Eine Übersicht aller Impfzentren und Impfstellen finden Sie auf der Webseite des Sozialministeriums.

Nach hr-Informationen soll es ab Dezember wieder flächendeckend feste Impfstellen in Hessen geben. Die Kreise Lahn-Dill, Bergstraße und Werra-Meißner und Vogelsberg planen demnach neue Impfstellen. Der Landkreis Marburg-Biedenkopf will im Dezember drei Impfstellen einrichten.

Sonst übernehmen auch einige Arztpraxen das Impfgeschäft. Eine Liste finden Sie hier. Viele Städte und Kreise machen dennoch zusätzliche Angebote und haben Impflokale eröffnet.

Einzelhandel, Restaurants und körpernahe Dienstleistung

Welche Maßnahmen gelten im Einzelhandel?

Alle Geschäfte sind ohne Quadratmeterbegrenzung geöffnet. Es gilt die medizinische Maskenpflicht.

Geschäfte können selbst entscheiden, ob sie die 2G-Regel einführen und nur noch Geimpfte und Genesene reinlassen. Entscheiden sie sich für 2G-plus würden die Abstandsregeln und Maskenpflicht entfallen.

Haben Friseure, Kosmetik- und Nagelstudios geöffnet?

Ja, dabei besteht grundsätzlich die 2G-Regel und FFP2-Maskenpflicht. Bei medizinisch notwendigen oder zur Grundversorgung zählenden Dienstleistungen (dazu gehört auch der Friseurbesuch) gilt die 3G-Regel.

Ungeimpfte Beschäftigte mit Kundenkontakt müssen sich tagesaktuell testen lassen.

Welche Maßnahmen gelten im Restaurant?

Drinnen: 2G-Pflicht - geimpft oder genesen - und Maskenpflicht bis zum Platz für Personal und Gäste.

Drinnen und im Freien: Abstands- und Hygienekonzept

Hier hat Hessen eine 2G-plus-Option eingeführt. Wird der Zugang Genesenen und Geimpften gewährt, die zusätzlich einen negativen Test vorweisen können, kann auf Maske und Abstand verzichtet werden.

Schulen/Bildung

Welche Regelungen und Vorschriften gelten an den Schulen?

Präsenzunterricht für alle Klassen. Negativnachweis per Schnelltest: dreimal pro Woche bis mindestens Ende Januar.

Es gilt die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske auch am Sitzplatz.

Bei einem positiven Schnelltest in der Klasse: tägliche Tests und Maskenpflicht auch im Unterricht für zwei Wochen.

Regelmäßige Dokumentation der Schülertests im Testheft gilt auch als Negativnachweis in der Freizeit - zumindest dort, wo noch kein 2G notwendig ist. Das Testheft bleibt auch bei Fehlzeiten oder in den Ferien gültig.

Diese Regelungen gelten mindestens bis zu den Weihnachtsferien.

Welche Vorschriften gelten für Kitas?

Die Kitas befinden sich im Regelbetrieb.

Wie sieht es an den Hochschulen aus?

Überwiegend Präsenz-Semester.

An Hochschulen, Akademien und außerschulischen Bildungseinrichtungen gilt flächendeckend 3G (geimpft, genesen oder getestet). Auch am Platz müssen medizinische Masken getragen werden.

Freizeit

Welche Vorschriften gibt es derzeit für Kulturstätten und Veranstaltungen in Hessen?

Veranstaltungen/Gaststätten im Innenraum: 2G-Pflicht für Gäste (geimpft oder genesen), zusätzlich herrschen Abstandsregeln und Maskenpflicht - auch sitzend am Platz (Ausnahme: Restaurants). Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Gästen müssen genehmigt werden.

Draußen: Außenveranstaltungen brauchen ab 25 Personen ein Hygiene- und Abstandskonzept. Ab 1.000 Gästen gilt 3G (Zutritt nur für Geimpfte, Genesene und Getestete). Ab 5.000 Gästen benötigt die Veranstaltung eine Genehmigung des Gesundheitsamtes, zusätzlich müssen 90 Prozent der Gäste entweder geimpft oder genesen sein (2G). Weihnachtsmärkte und Volksfeste sind von dieser Regelung ausgenommen.

Betriebe können auf Wunsch noch strenger werden und 2G-plus einführen. Heißt: Geimpfte und Genese benötigen zusätzlich einen negativen Test.

Welche Freizeitangebote sind verfügbar?

Innen: In Diskotheken und Clubs gilt 2G-plus. Dieselbe Regel greift für Bordelle.

Weniger streng ist es bei allen anderen Freizeitangeboten: Hier gilt lediglich die 2G-Regel. Spielhallen oder Kulturstätten sind offen, Messeveranstaltungen erlaubt.

In Außenbereichen von Diskotheken gilt die 2G-Regel.

Was ist im Sport-Bereich erlaubt?

Sportgroßveranstaltungen (2G): Ab einer Zuschauerzahl von 1.000 genehmigungspflichtig.

Freizeitsport: In Innenräumen von Sportstätten herrscht 2G-Pflicht.

Welche Regeln gelten für Volksfeste?

Bei Volksfesten, Weihnachtsmärkten und ähnlichen Veranstaltungen: 2G in Innenbereichen bzw. eingezäunten Essensbereichen. Maskenpflicht gilt dort, wo es besonders eng ist.
Einheitliche Vorgaben für Weihnachtsmärkte gibt es nicht. Hier sollen die Kommunen die Regeln selbst festlegen.

Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheime

Was gilt in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen?

In Alten- und Pflegeheimen gibt es bei einem einzelnen Infektionsfall kein automatisches Betretungsverbot für die gesamte Einrichtung mehr. Stattdessen sollen individuell erforderliche Schutzmaßnahmen ergriffen werden.

Alle Mitarbeitenden und Besucher von Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, Arzt-Praxen, Reha-Kliniken oder Einrichtungen der Eingliederungshilfe müssen entweder geimpft oder genesen sein oder aber einen Nachweis über einen negativen, höchstens 24 Stunden alten Schnelltest (PCR-Test: 48 Stunden) vorlegen. Die Einrichtungen sind zu einem Testangebot vor Ort verpflichtet – ein überwachter Selbsttest ist dabei zulässig. Es kann jedoch auch ein Test in einer anerkannten Teststelle gemacht werden. Zusätzlich müssen auch geimpfte und genesene Mitarbeitende zweimal pro Woche getestet werden.

Das gilt ausdrücklich nicht für Patientinnen und Patienten bzw. Bewohnerinnen und Bewohner.

Was muss ungeimpftes Krankenhaus-Personal beachten?

Für ungeimpftes Personal in Krankenhäusern gilt eine Testpflicht. Antigentests (24 Stunden gültig) und PCR-Tests (48 Stunden gültig) sind dabei zulässig. Ebenfalls kann ein überwachter Selbsttest durchgeführt werden.

Welche Strafen drohen bei Verstößen gegen die Verbote der Landesregierung?

Je nach Schwere des individuellen Verstoßes sind Regelsätze zwischen 50 und 5.000 Euro vorgesehen.

Verstöße werden in der Regel als Ordnungswidrigkeit behandelt. Besonders schwere Verstöße gegen die Verordnung können als Straftaten zur Anzeige gebracht werden. Dies betrifft im Wesentlichen vorsätzliche Verstöße, etwa das Abhalten verbotener Veranstaltungen, Verstöße gegen Quarantäne-Anordnungen oder bei nachgewiesener Weiterverbreitung des Krankheitserregers.

Weitere Informationen

Weitere Informationen bekommen Sie hier

Wer Fragen rund um das Thema Coronavirus in Hessen hat, kann sich unter der Telefonnummer 0800/5554666 an die hessenweite Hotline des Sozialministeriums wenden. Fragen zu Gesundheit und Quarantäne werden montags von 8 bis 20 Uhr und Dienstag bis Sonntag von 9 bis 15 Uhr beantwortet. Für weitere Fragen und Informationen zum Coronavirus ist die Nummer montags bis donnerstags von 8 bis 17 Uhr und freitags von 8 bis 15 Uhr erreichbar. Hilfe für Patienten bietet auch die Kassenärztliche Vereinigung Hessen auf ihrer Internetseite an - unter anderem mit einem Leitfaden zur Suche von Ärzten, die Corona-Tests anbieten. Auch telefonisch berät die KV unter der Telefonnummer 116117.

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