"Gleichberechtigung aller Menschen" Stadt Wiesbaden erlaubt Oben-ohne-Schwimmen in Bädern

In Wiesbadener Freibädern und Hallenbädern dürfen sich ab sofort alle Badegäste mit freiem Oberkörper aufhalten. Die Bürgermeisterin spricht von einem wichtigen Signal zur Gleichberechtigung aller Menschen.

Luftaufnahme: Obenansicht von Menschen im Schwimmbecken
Ab Freitag ist Oben ohne in Wiesbadener Schwimmbädern für alle erlaubt. Bild © picture-alliance/dpa
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Oben-ohne-Verbot in Wiesbadener Freibädern gekippt

hs 14.07.203
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Wer künftig in Wiesbadener Bädern Oben ohne schwimmen oder sich einfach nur sonnen möchte, darf das seit Freitag ganz offiziell. Einen entsprechenden Beschluss der Stadtverordnetenversammlung verkündete die Stadt am späten Donnerstagabend unter der Überschrift "Aktualisierte Haus- und Badeordnungen sowie Benutzungsordnungen".

Was sich hinter der sperrigen Ankündigung verbirgt, ist nach Angaben der Bürgermeisterin und Gleichstellungsdezernentin Christiane Hinninger (Grüne) nicht weniger als der Beschluss zur Gleichberechtigung aller Menschen. Das Bikini-Oberteil wird optional. Oder: "Jede Person kann ab sofort selbst entscheiden, ob sie städtische Schwimmbäder mit freiem oder bedecktem Oberkörper nutzen möchte."

Beschluss soll die Brust entsexualisieren

Die Initiative dazu kam von der Fraktion Volt, die zusammen mit Grünen, SPD und Linken eine Koalition im Stadtparlament bildet. Die weibliche Brust solle einfach als Gegebenheit und "nicht nur als sexuelles Objekt" verstanden werden, hatte Janina Vinha von der Volt-Partei betont.

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Zustimmung gab es im Vorfeld unter anderem vom Wiesbadener Jugendparlament, während der Seniorenbeirat der Landeshauptstadt skeptisch auf die "Gewohnheit in unserem Kulturkreis" verwies.

Kein großes Thema in anderen Städten

In anderen Städten wird die Oben-ohne-Frage nach einer Umfrage des hr vom Mai stillschweigend gehandhabt. So etwa gaben die Frankfurter Bäderbetriebe an, das Thema werde seit Jahren unkompliziert und mit großer Kulanz behandelt. Individuell und mit Verweis auf "Ordnung und gute Sitten" wird etwa in Darmstadt entschieden. Eine Auswahl, wie andere hessische Städte und Bäderbetriebe dazu stehen, gibt es hier.

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Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 14.7.2023, 16.45 Uhr

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Quelle: hessenschau.de/Fabian Weidenhausen