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Hans Traxlers neue Werke in der Caricatura

Traxler "Die Dünen der Dänen", Ausstellungsplakat

Mit 95 Jahren ist Zeichner und Cartoonist Hans Traxler produktiv wie eh und je. Zum halbrunden Geburtstag widmet das Caricatura Museum in Frankfurt dem Mitbegründer der Neuen Frankfurter Schule eine große Ausstellung mit ganz neuen Werken.

Die Farbe von Hans Traxlers Bildergeschichte "Die Dünen der Dänen" ist quasi noch nicht getrocknet, so neu ist sie. Erst im vergangenen Jahr hat Traxler das Buch, das der neuen Ausstellung in der Frankfurter Caricatura ihren Namen gibt, gezeichnet.

Der kürzlich 95 Jahre alt gewordene Traxler ist so etwas ein Urgestein der Komischen Kunst. Einst hat er die Satiremagazine "Pardon" und "Titanic" mitbegründet und Helmut Kohl als "Birne" unsterblich gemacht.

Teil der Frankfurter Neuen Schule

Gemeinsam mit Zeichnern und Karikaturisten wie Robert Gernhardt, Chlodwig Poth und F.K. Waechter war er ab den 1960er Jahren Teil einer Künstlergruppe, die später als Neue Frankfurter Schule (NFS) in die Comic-Geschichtsschreibung einging: Ihre Bilder und Texte waren frech, bissig und antiautoritär.

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Hans Traxler wird 95

Hans Traxler
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Die NFS machte Frankfurt zur deutschen Hauptstadt der Satire; ihre Werke bilden heute den Grundstock der Caricatura-Sammlung. Auch Hans Traxlers bisheriges Lebenswerk gehört frisch dazu.

Caricatura zeigt 99 neue Werke

Immer, wenn er Traxler wegen der Formalitäten zu seinem "Vorlass", also dem Künstlernachlass noch zu Lebzeiten, zuhause besucht habe, habe er ihm gleich nach der Begrüßung seine neuesten Zeichnungen gezeigt, sagt Kurator Tom Kronenberg. "Ich war dann der erste, der sie sehen konnte."

In seinem Kopf sei dadurch eine Ausstellung mit den neuesten Werken des 95-Jährigen entstanden, so Kronenberg. Genau diese zeigt das Caricatura Museum nun: 99 Zeichnungen sind verteilt auf drei Räume zu sehen, die meisten davon stammen aus dem Jahr 2023.

Tiere und Religion im Fokus

Ein Schwerpunkt der bunt gemischten Ausstellung liegt auf den Themen Tiere und Religion: Da tummeln sich neben einem witzigen Tier-Alphabet skurrile Heilige. Sie werden von Wanzen geplagt, weil sie sich nicht gewaschen haben oder geißeln sich selbst, weil ihnen der Nachtisch gut geschmeckt hat - was für eine schlimme Genuss-Sünde!

Das Bild zeigt eine Zeichnung von Hans Traxler. Darauf zu sehen ist der Heilige Franz von Assisi. Er trägt ein braunes Gewand und hat einen Stock in der Hand, mit dem er auf Wanzen einschlägt, die um seine Füße herumspringen. Im Vordergrund ist ein braun-weiß gefleckter Hund zu sehen, der ihn anschaut.

Auch ein kleiner Film aus der "Sendung mit der Maus" ist dabei. Er handelt von Traxlers Kinderbuch "Der Junge, der ein Murmeltier sein wollte" und ist so aktuell, dass er noch gar nicht gesendet worden ist.

"Geht um die Komik"

Traxler zeichne einfach, worauf er Lust habe, erklärt Kronenberg. Mit seinen Bildergeschichten wolle er keine Missstände aufdecken oder inhaltsschwere Diskussionen anregen. "Es geht ihm vor allem um Komik", betont der Kurator.

Ein kleines bisschen Kritik kann sich der Cartoonist dann aber doch nicht verkneifen: Traxlers neues Buch "Wie die Malerei verschwand" ist eine satirische Abrechnung mit dem Kunstbetrieb.

Die in der Zukunft angesiedelte Geschichte handelt von riesigen Motten, die durch die Museen dieser Welt flattern und die Bilder der Alten Meister auffressen. Was jetzt, rätseln die Menschen. Schließlich habe der Niedergang der Kunst doch längst begonnen. Auch die Originalzeichnungen aus dem Buch sind in der Ausstellung zu sehen.

Einfach immer weiterarbeiten

Zwar präsentiert Hans Traxler auch im hohen Alter der Öffentlichkeit noch gerne seine Kunst - einen großen Presserummel um seine Person möchte er aber nicht mehr. Den Trick, um künstlerisch aktiv zu bleiben, hat er aber bereits in einem hr-Interview zu seinem 90. Geburtstag verraten.

"Ich-Denkmal" am Frankfurter Mainufer mit einem Hund

"Es gibt immer ein unvollendetes Buch, ich arbeite immer an irgendetwas", erzählte er damals. Und weil er ungern etwas halbfertig hinterlassen wolle, zwinge er sich, immer weiter und weiter zu arbeiten. "Sonst wäre ja die ganze Arbeit umsonst gewesen." Ein Trick, der offenbar auch fünf Jahre später noch gut funktioniert.

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