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Rahmenvereinbarung für Frankfurter Schauspiel

Lichtspuren einer vorbeifahrenden Straßenbahn sind am Abend vor Oper und Schauspiel zu sehen (Aufnahme mit Langzeitbelichtung).

Ein Rahmenvertrag mit der Helaba und der Frankfurter Sparkasse soll den Weg freimachen für einen Neubau des Schauspielhauses. Die ausgehandelten Konditionen sollen der Stadt Planungssicherheit geben.

In der langen Geschichte um einen Neubau für das Schauspiel Frankfurt ist die Stadt einen wichtigen Schritt vorangekommen: Wie Oberbürgermeister Mike Josef und Kulturdezernentin Ina Hartwig (beide SPD) am Mittwoch bekannt gaben, wurde jetzt eine Rahmenvereinbarung mit der Hessischen Landesbank Helaba und der Frankfurter Sparkasse getroffen.

Sie regelt Details für das Grundstück an der Neuen Mainzer Straße, wo der Neubau entstehen soll. Der bisherige Sitz der Frankfurter Sparkasse gehört den beiden Geldhäusern, die einen Teil des Geländes in Erbpacht an die Stadt verpachten wollen.

Einmalzahlung statt 199 Raten

Einer der Streitpunkte war die Ausgestaltung des Erbpachtvertrags, der eine Laufzeit von 199 Jahren haben soll. In einem ersten Entwurf war vorgesehen, dass die Stadt einmalig 35 Millionen Euro zahlen sollte und dann über die gesamte Laufzeit jährlich fast zwei Millionen Euro. Stattdessen ist nun im Rahmenvertrag eine Einmalzahlung von 210 Millionen Euro festgeschrieben.

Die beiden Geldinstitute sollen zudem die Möglichkeit erhalten, auf einem Teil des Grundstücks ein Hochhaus von bis zu 175 Metern Höhe zu errichten. Dazu muss das bestehende Baurecht geändert werden.

Belebter Platz soll entstehen

Beide Gebäude sollen laut Rahmenplan nicht voneinander abhängig sein, weder beim Bau noch im Betrieb. Trotzdem sollten sie sich zueinander orientieren, um einen möglichst belebten Platz zu schaffen. Die Belebung des öffentlichen Raums ist erklärtes Ziel des kürzlichen vorgestellten Hochhaus-Entwicklungsplans.

Die Rahmenvereinbarung soll, wie es bei Projekten dieser Größenordnung üblich sei, der EU-Kommission zur Genehmigung vorgelegt werden. Darauf hätten sich alle Partner verständigt.

Stadtverordnete sollen im Herbst entscheiden

In der Sommerpause wird laut Kulturdezernentin Hartwig eine Magistratsvorlage erarbeitet. Sie soll im Herbst der Stadtverordnetenversammlung zur Abstimmung vorlegt werden.

Stimmt das Stadtparlament zu, könnten im nächsten Schritt die Verträge unterschrieben und der Architekturwettbewerb ausgerufen werden. Die Kosten für den Neubau trägt die Stadt.

Ein Stadtplan mit eingezeichneten Gebäuden entlang einer Grünfläche.

Der neue Spielort des Schauspiels soll Teil einer Kulturmeile werden, die sich entlang der Wallanlagen vom Jüdischen Museum bis zur Alten Oper erstreckt. Ein Neubau der Oper am bisherigen Standort der Doppelanlage von Schauspiel und Oper wurde 2023 nach jahrzehntelanger Diskussion beschlossen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikel hatten wir geschrieben, die Grundstückskosten würden sich mit dem nun festgeschriebenen Erbpacht-Modell gegenüber dem ersten Entwurf halbieren. Da bei dieser Rechnung die anfallenden Zinsen nicht berücksichtigt waren, haben wir den Absatz und die Überschrift entsprechend geändert.

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