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Tage der Industriekultur Rhein-Main zeigen Zukunft(s)formen

Von Hafen- und Industrieanlagen über Bahnhöfe und Klärwerke bis zum Technologiepark: Die Tage der Industriekultur machen rund 1.000 Industrieorte im Rhein-Main-Gebiet für die Öffentlichkeit zugänglich. Das Programm ist groß - wir zeigen fünf Highlights.

Die Vielfalt der regionalen Industriekultur kennenlernen: Das ist das Ziel der zum 20. Mal stattfindenden Tage der Industriekultur Rhein-Main vom 3. bis 11. September. Die Route umfasst ganze 1.000 Orte, die durch ihre industrielle Nutzung in der Vergangenheit oder Gegenwart eine große Bedeutung haben - regional und überregional.

Das jährlich neu zusammengestellte Programm macht industriekulturelle Orte zugänglich, die man sonst nur von außen sehen kann. Und das im großen Stil: 128 Events werden an verschiedensten Orten in und um Hessen angeboten. Eine Auswahl:

Industriegeschichte rund um das Opelwerk Rüsselsheim

Adam-Opel-Statue vor dem Opel-Altwerk in Rüsselsheim

Parallel zur Bahnlinie Frankfurt-Mainz steht das Opel Altwerk in Rüsselsheim (Groß-Gerau), eines der bedeutendsten Industriedenkmäler Deutschlands. Am Samstag, 10. September führt ab 15 Uhr ein Rundgang des Stadt- und Industriemuseums vorbei an den ehemaligen Werkshallen der Auto- und Fahrradproduktion und erzählt vom Wandel und Wachstum des Standorts.

Kraftwerk im Jugendstil in Bad Nauheim

Maschinenraum und Schalttafel im historischen Kraftwerk Bad Nauheim

Dank des florierenden Kurbetriebs entstand in Bad Nauheim (Wetterau) vor über hundert Jahren eine der eindrucksvollsten Kraftwerksbauten Deutschlands im Jugendstil. Noch heute liefert ein Dampf- und Kondensatnetz Wärme in die Region. Am Freitag, 9. September führen von 14 bis 16 Uhr die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Energieversorgers EAM durch das denkmalgeschützte Gebäude und beschreiben die Entwicklung vom Dampfkraftwerk zum modernen Heizkraftwerk.

Kultur im Bahnhofsambiente in Offenbach

Außenansicht der Eingangshalle des Offenbacher Hauptbahnhofs

Im Offenbacher Hauptbahnhof findet nur noch wenig Zugbetrieb statt. Dadurch biete das Gebäude Raum, der für kulturelle und soziale Zwecke genutzt werden kann, findet die Initiative Hauptbahnhof Offenbach, die sich 2017 gegründet hat.

Sie lädt Besucher und Besucherinnen am 9. September zwischen 18 und 23 Uhr ein, per App Teile des Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Bahnhofs zu erkunden. Wie die künftige Nutzung des Gebäudes im Stil der Neorenaissance aussehen könnte, kann in der dazugehörigen Pop-Up-Bar diskutiert werden.

Adlerwerke Frankfurt: Fabrik, KZ und Erinnerungsort

Gegründet im Jahr 1880, wurden in den Adlerwerken im Frankfurter Gallusviertel zunächst Fahrräder hergestellt. Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs kamen Rüstungsgüter hinzu, für deren Produktion unter dem NS-Regime Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene arbeiten mussten. 1944 wurde auf dem Werksgelände das KZ Katzbach eingerichtet.

Stoffbinde um einen Baumstamm vor den ehemaligen Adlerwerken in Frankfurt zur Erinnerung an das KZ dort

Seit März dieses Jahres gibt es einen Erinnerungsort für die Opfer des Konzentrationslagers, der im Rahmen der Tage der Industriekultur Rhein-Main am Samstag, 3. September von 14 bis 16 Uhr besucht werden kann.

Getreideverarbeitung wie damals: Historische Schiffsmühle Ginsheim

Historische Schiffsmühle Ginsheim

Vor fast 100 Jahren stellte die letzte Schiffsmühle bei Ginsheim-Gustavsburg (Groß-Gerau) die Getreideverarbeitung ein. Am Samstag und Sonntag, 3. und 4. September sowie am darauffolgenden Wochenende, 10. und 11. September um 14 Uhr, 15.30 Uhr und 17 Uhr kann die rekonstruierte Schiffsmühle besichtigt werden. Mit voll funktionsfähigen Originalgeräten gibt sie Einblick in die Arbeit einer schwimmenden Getreidemühle um 1900.

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Tage der Industriekultur Rhein-Main...

...finden seit 2003 und in diesem Jahr bereits zum 20. Mal statt. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe werden vom 3. bis 11. September industriekulturelle Orte in der Metropolregion Rhein-Main, die sonst nicht zugänglich sind, für ein breites Publikum geöffnet. Unter dem Fokusthema "Zukunft(s)formen" sind dieses Jahr 128 Programmpunkte in 37 Kommunen zusammengekommen. Die einzelnen Programmpunkte finden Sie im Veranstaltungsprogramm.

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