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Marburger Mülltaucher gehen in weitere Städte

Taucher hievt ein altes Fahrrad aus der Lahn.

Schon mehrere Tonnen Schrott und Abfall haben Taucher aus der Lahn in Marburg geholt. Jetzt weiten die Freunde ihre ehrenamtliche Tätigkeit auf andere Städte aus. Startpunkt ist Wetzlar.

Alte Reifen, Plastikmüll, Autobatterien, aber auch Einkaufswägen und Fahrräder – in der Vergangenheit haben die Lahntaucher schon mehrfach tonnenweise Müll aus der Lahn in Marburg geholt. Jetzt wollen sie ihre Aktivitäten ausweiten und den Fluss auch in anderen Städten vom Abfall befreien.

Konzentration auf größere Städte

Von der Quelle bis zur Mündung will die Gruppe von freiwilligen Tauchern den Müll aus der Lahn befördern. Dabei wollen sie sich aber vor allem auf größere Städte wie Gießen, Wetzlar oder Limburg konzentrieren. Immerhin hat der Fluss vom Rothaargebirge bis zum Rhein eine Länge von fast 250 Kilometern. Auch das rheinland-pfälzische Bad Ems haben die Lahntaucher ins Visier genommen.

An diesem Samstag waren sie in Wetzlar im Einsatz. In der Stadtbibliothek gab es zunächst eine Infoveranstaltung, in der die Gruppe ihre Aktivitäten vorgestellt hat. Informiert wurde auch darüber, welche Pflanzen und Tiere in und an der Lahn leben und warum der Müll für sie gefährlich ist. Um die Natur zu schützen, müssen sich übrigens auch die Lahntaucher bei ihren Tauchgängen an Auflagen halten.

Über eine halbe Tonne seit Jahresbeginn

In diesem Jahr hat die aus einer Handvoll Hobbytauchern bestehende Initiative nach eigenen Angaben bereits 665 Kilo Schrott und Abfall aus der Lahn geholt. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 4,1 Tonnen.

Neoprenanzug, Gewichtsgurt und Bergungsseil gehören zur Standardausrüstung. Auch dabei ist in der Regel eine Metallsonde. Mit ihr spüren die Mülltaucher metallische Gegenstände auf, die im Schlick am Grund verborgen sind und die man deshalb nicht auf Anhieb erkennen würde.

Sperrmüll ist einfacher, legal und kostet nichts

Laut Umweltministerium hat die illegale Müllentsorgung während der Corona-Pandemie zugenommen. Noah Boonma, Gründer der Initiative, ist oft fassungslos angesichts gehobener Mikrowellenherde und Kühlschränke. "Die Leute kommen extra hierher, nur um das kostengünstig zu entsorgen", sagte er dem hr-fernsehen.

Vor allem versteht Boonma nicht, warum sich die Menschen die Mühe machen, ihren Schrott illegal loszuwerden und dabei auch noch die Umwelt zu verschmutzen. Denn es geht auch einfacher. "Man kann auch Sperrmüll anmelden", sagt Boonma, "dann bekommt man es kostenlos vor der Haustür abgeholt."

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