Armand Zorn (SPD, l.) und Omid Nouripour (Grüne)

Kein guter Tag für die Frankfurter CDU. Erstmals seit 19 Jahren konnte sie kein Direktmandat in Hessens größter Stadt erringen. Feiern können die SPD und die Grünen. Letztere holen erstmals ein Direktmandat.

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Es ist ein bitterer Abend für die Frankfurter Christdemokraten. Bei drei Bundestagswahlen in Folge konnte die CDU beide Frankfurter Direktmandate für den Bundestag erringen. Nun hat sie beide gleichzeitig verloren - und damit unbeabsichtigt auch eine Premiere ermöglicht: das erste hessische Direktmandat für die Grünen.

Nouripour: Direktmandat im vierten Anlauf

Im Wahlkreis Frankfurt II kam Grünen-Bewerber Omid Nouripour auf 29,0 Prozent der Erststimmen. Auf dem zweiten Platz lag SPD-Kandidat Kaweh Mansoori mit 23,3 Prozent. Auf Bettina Wiesmann, die 2017 als Nachfolgerin von Erika Steinbach das Direktmandat für die CDU geholt hatte, entfielen 22,5 Prozent.

Bundestagswahl Ergebnisse Erststimme Frankfurt II

Nouripour ist damit der erste Grüne, der in Frankfurt und in Hessen ein Direktmandat für den Bundestag erringen konnte. Bereits bei den vorigen drei Bundestagswahlen trat er als Direktkandidat an, landete jedoch immer hinter den Kandidatinnen und Kandidaten von CDU und SPD.

Zorn: Engagierten Wahlkampf gemacht

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Auch im Wahlkreis Frankfurt I musste die CDU das Direktmandat abgeben. SPD-Newcomer Armand Zorn lag ebenfalls mit 29,0 Prozent vorne. CDU-Mann Axel Kaufmann erhielt 21,7 Prozent der Erststimmen. Grünen-Kandidatin Deborah Düring landete mit 18,8 Prozent auf dem dritten Platz. Janine Wissler, Bundesvorsitzende der Linken, holte 8,8 Prozent.

Er sei zu Beginn des Wahlkampf ab und an "komisch angeschaut worden", sagte Armand Zorn dem hr: "Aber mir war ganz klar, wenn es uns gelingt, einen guten Wahlkampf zu machen, einen engagierten Wahlkampf zu machen, wo wir die Themen in den Vordergrund stellen, haben wir auch eine reelle Chance, hier das Direktmandat zu gewinnen."

Bundestagswahl Ergebnisse Erststimme Frankfurt I

Kreisvorsitzender Schneider: Der Trend sprach gegen CDU

Für die CDU markiert der Verlust beider Direktmandate das Ende einer Ära. Letztmalig hatten die Christdemokraten 2002 kein Frankfurter Direktmandat geholt - damals gingen beide an die SPD.

"Das ist sicherlich nicht das Ergebnis, das wir uns alle erhofft haben. Wir haben als Union sicherlich den Anspruch, andere Ergebnisse einzufahren - im Bund genauso wie jetzt hier vor Ort", sagte der Frankfurter CDU-Kreisvorsitzende Jan Schneider dem hr. Seine Partei habe in beiden Wahlkreisen gute Arbeit geleistet. "Wir mussten aber merken, dass der Bundestrend so war, dass auch ein engagierter Wahlkampf hier vor Ort gegen diesen Trend leider nicht ankam."

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