Nicht nur das Leben wird immer teurer, auch das Sterben: Frankfurt hebt die Friedhofsgebühren zum neuen Jahr deutlich an, andere Kommunen haben das schon getan. Es sind nicht die einzigen steigenden Kosten, die auf Sterbende und ihre Angehörigen zukommen.

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Friedhofsgebühren in Frankfurt werden erhöht

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"Umsonst ist nur der Tod", heißt es im Volksmund. Ein Sprichwort, das in Zeiten steigender Energiepreise mehr denn je seine Berechtigung verliert. In Frankfurt etwa steigen ab Januar die Gebühren auf den 36 Friedhöfen der Stadt, und das um durchschnittlich etwa zwölf Prozent. Einer entsprechenden Magistratsvorlage haben die Stadtverordneten am Donnerstagabend zugestimmt.

Zuletzt waren die Gebühren im Jahr 2020 um bis zu 30 Prozent gestiegen. Nach Angaben der Stadt reichen sie seit Jahren nicht mehr aus, um die Kosten für Personal, Energie und Entsorgung zu decken. Vor allem Wasser sei wieder teurer geworden, sagt die zuständige Dezernentin Rosemarie Heilig (Grüne): "Auch im Friedhofsbereich spüren wir die Folgen der Klimakrise. Wir benötigen viel mehr Wasser, um unsere Bäume und Pflanzen zu erhalten." Gleichzeitig müsse man aber auch Bäume auf ihre Standfestigkeit überprüfen, gegebenenfalls fällen und neue nachpflanzen.

Hinzu komme ein Wandel in der Bestattungskultur hin zu pflegefreien Urnengrabstätten. "Die klassische Sargbestattung wird immer weniger nachgefragt", erläutert Heilig. "Darauf reagieren unsere Friedhöfe bereits seit einigen Jahren mit naturnahen Bestattungen wie etwa dem Trauerwald in Oberrad." Der stoße auf große Nachfrage.

Landauf, landab Preisanpassungen

Auf diesen Wandel reagieren nun viele Kommunen, so dass Sterben landauf, landab teurer wird. Die Stadt Kassel hat ihre Satzung zum Februar 2022 angepasst. Zusätzlich hat sie einen Friedhofsentwicklungsplan aufgesetzt, der Mitte 2024 vorliegen soll. Auf den 14 Friedhöfen im Stadtgebiet werden demnach inzwischen 70 Prozent der Toten in der Urne bestattet. Es werde immer weniger Fläche benötigt, der Pflegeaufwand aber bleibe.

Nach mehr als zehn Jahren hat die Stadt Fulda Ende 2021 eine neue Gebührenordnung für ihre 21 Friedhöfe verabschiedet. Auch hier sind die Gebühren zum Jahresanfang drastisch gestiegen, teilweise verdoppelten sie sich. Ähnlich sieht es auch bei kleineren Gemeinden aus, etwa in Büdingen (Wetterau). Dort haben sich die Gebühren Anfang 2022 für bestimmte Bestattungsformen ebenfalls fast verdoppelt. In Büttelborn (Groß-Gerau) greift die Erhöhung zum 1. Januar 2023.

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Kostenbeispiele

Es ist schwer, die Gebühren in den verschiedenen Kommunen zu vergleichen, da es unterschiedlichste Bestattungsformen und Laufzeiten für Gräber gibt. Eine Urnenbestattung wird in Frankfurt nach Angaben der Stadt statt wie bisher 2.632 Euro künftig 2.938 Euro kosten. In Fulda sind die Kosten für eine Urnenbeisetzung von 380 auf 500 Euro gestiegen. In Kassel kostet eine Urnenbestattung ab 958 Euro für ein anonymes Grab.

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Auch Särge werden teurer

Hinzu kommt: Auch Bestattungsutensilien werden teurer. Neben den Personalkosten seien der Betrieb der Kühlanlagen und das Beheizen der Trauer- und Beratungsräume die größten Posten der Betriebe, sagte Dominik Kracheletz, Vorsitzender des Bestatterverbandes Hessen. Teilweise seien deswegen keine Trauerfeiern in privaten Bestattungsinstituten möglich.

Ein weiteres Problem für die Branche seien Lieferengpässe und gestiegene Kosten für Särge. Transportkosten und Holz hätten sich verteuert, Lieferketten seien gestört. "Der Preis für einen Sarg ist um bis zu 30 Prozent gestiegen." Das könne man in dieser Höhe nicht an die Kunden weitergeben.

Hohe Energiekosten belasten Krematorium

Auch die Krematorien träfen die gestiegenen Energiekosten, erläuterte Kracheletz. Sie benötigten Strom und Gas gleichermaßen, sagte Wilhelm Vogler, einer von zwei Geschäftsführern des Wiesbadener Krematoriums am Südfriedhof. Circa 4.000 Einäscherungen werden jährlich in der 2007 privatisierten Anlage durchgeführt.

"Zur Zeit haben wir glücklicherweise noch einen günstigen Vertrag mit unserem Gasversorger", erläuterte Vogler. Strom kaufe das Krematorium an der Strombörse. "Da müssen wir es so nehmen, wie es kommt." Stellschrauben gebe es wenige - außer einer besseren Wärmedämmung der Öfen oder einer Photovoltaikanlage auf dem Dach.

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