Ausgedünnte Fahrpläne in Wiesbaden ESWE Verkehr will durch Subunternehmen mehr Busse einsetzen

Beim Wiesbadener Busbetreiber ESWE fehlt es derzeit erheblich an Personal. Deshalb wurde sogar der Fahrplan ausgedünnt. Abhilfe soll nun durch Subunternehmer geschaffen werden.

Fahrender Stadtbus mit Busfahrer und Insassen.
Soll bald durch Subunternehmen unterstützt werden: Der Busverkehr in Wiesbaden. Bild © Imago Images
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Der stadteigene Wiesbadener Busbetreiber ESWE Verkehr hat zu wenig Fahrpersonal. So wenig sogar, dass er im September seinen Fahrplan ausdünnte:

Der von Montag bis Freitag geltende Busfahrplan wurde ersetzt durch den Samstagsfahrplan. Nun hat die Verkehrsgesellschaft eine Lösung gefunden. Mit der sind aber nicht alle zufrieden.

Subunternehmen sollen bis 2027 fahren

Um den Fahrplan wieder zu alter Größe zu verhelfen, sollen Subunternehmen eingesetzt werden. Dies bestätigte ESWE am Donnerstag. Zuvor hatte die Frankfurter Allgemeine Zeitung darüber berichtet.

Laut ESWE wird diese Auslagerung bis 2027 bestehen bleiben. Maximal 15 Prozent der eigenen Fahrleistung soll an Partnerunternehmen vergeben werden.

Das Ausschreibungsverfahren laufe noch. Um welche Busunternehmen es sich handelt und welche Mehrkosten entstünden, könne deshalb noch nicht gesagt werden, so ein Sprecher der Stadt Wiesbaden.

CDU: Warum Fahrer nicht direkt bei ESWE anstellen?

Das vom Viererbündnis aus Grünen, SPD, Linken und der Volt-Partei im Wiesbadener Magistrat beschlossene Vorhaben stieß auf Kritik. Die CDU-Rathausfraktion sprach von "Chaos rund um den Busbetrieb". In einer Pressemitteilung spricht sie von Kosten in Höhe von 3,8 Millionen in diesem und 8,5 Millionen Euro im kommenden Jahr.

Die Christdemokraten werfen dem Verkehrsdezernenten Andreas Kowol (Grüne) Steuergeldverschwendung vor. Würde man die von außen engagierten Busfahrer direkt bei ESWE Verkehr anstellen, würde man Arbeitsplätze schaffen und spare so Provisionen für die Fremdfirmen.

FDP: Hauptproblem ist Unzufriedenheit der Fahrer:innen

Auch die FDP-Fraktion lehnt den Plan ab. Das Hauptproblem liege in der Unzufriedenheit der Busfahrerinnen und Busfahrer, so Sprecher Alexander Winkelmann.

Diese meldeten sich deswegen häufig krank. Statt sich dieser Misslage anzunehmen, verteile "der grüne Verkehrsdezernent mehrere Millionen an Subunternehmer, die ihren Angestellten offensichtlich ein attraktiveres Angebot machen", schreibt Winkelmann.

Stadt Wiesbaden: Vorgang in anderen Städten gang und gäbe

Stadtsprecher Munser relativiert den Vorwurf. "Dass in städtischen Busverkehren Fremdleistungen vergeben werden, ist gang und gäbe", so Munser.

"Frankfurt, Mainz, in all diesen Städten werden Fahrleistungen fremdvergeben. Im Rheingau-Taunus-Kreis wird der Busverkehr gar vollständig von mehreren unterschiedlichen Unternehmen abgedeckt."

Quelle: hessenschau.de/Šimun Šustić