Schweinchen, Pfiffe, Omar Marmoush Drei besondere Eintracht-Szenen im Video

Rund um das 2:2 gegen Wolfsburg erklärte Torwart Kevin Trapp das Kopf-Problem, kritisierte pfeifende Fans und sorgte für einen neuen Glücksbringer der Eintracht. Drei denkwürdige Szenen des Spiels im Video.

Kevin Trapp räumt seinen Sechzehner auf.
Kevin Trapp räumt seinen Sechzehner auf. Bild © Imago Images
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Eintracht Frankfurt spielt 2:2-Unentschieden gegen den VfL Wolfsburg. Hinterher herrscht Uneinigkeit über die Leistung der Hessen und Diskussionsbedarf rund um die Fans.

1. Das Schwein am Tor

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Trapp postiert Schweinchen nebens Tor

Kevin Trapp räumt seinen Sechzehner auf.
Kevin Trapp räumt seinen Sechzehner auf. Bild © Imago Images
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Während der gesamten Protestphase gegen den geplanten Invetorendeal der DFL hatte sich die Frankfurter Szene zurückgehalten, nun flogen gegen Wolfsburg Tennisbälle und Mini-Spielzeuge auf den Rasen. Flankiert wurde die sechsminütige Unterbrechung außerdem mit einem Banner gegen den VfL Wolfsburg und in Richtung Vorstandssprecher Axel Hellmann. "Axel, unsere Kohle kriegen wir aber trotzdem, oder?"

Aufklären konnte den Spruch Hellmanns Vorstandskollege Philipp Reschke nach der Partie: "Das muss man ein Stück weit mit Ironie sehen. Es hängt damit zusammen, dass landauf landab gemunkelt wird, wir hätten unsere Fans ruhig gekauft. Sprich: Nonsens!" Der Protest habe sich dann auch nicht gegen die DFL, sondern unter anderem gegen den Gegner Wolfsburg gerichtet. "Die Spielunterbrechung bezog sich nicht auf den Investorendeal, sondern auf 50+1 und Financial Fair Play, also externer Kapitalzufluss in den Fußball", so Reschke. "Überraschend ist es ein Stück weit immer, aber das kennt man von unseren Fans."

Ähnlich humorvoll ging Torhüter Kevin Trapp mit den geworfenen Gegenständen um. Ein Mini-Schweinchen stellte er als Glücksbringer neben das Tor. Und es half: Danach blieb der Kasten der Eintracht sauber.

2. Der Streit um die Pfiffe

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Hier verlieren Frankfurts Fans die Geduld

Junior Dina Ebimbe ausgelaugt am Boden.
Junior Dina Ebimbe ausgelaugt am Boden. Bild © Imago Images
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Weniger gut gelaunt nahm der Keeper die Unmutsbekundungen von den Rängen während des Spiels auf: "Das verstehe ich nicht." Was war passiert? In der 65. Minute hatte Neuzugang Hugo Ekitiké den Ball couragiert übers Feld getragen und die Menge in Wallung gebracht. Der von ihm angespielte Junior Dina Ebimbe stoppte dann aber das Leder und damit den Konter. Er wartete auf die nachrückenden Spieler, bis der Konter passé war. Die Zuschauer reagierten teilweise mit Pfiffen.

Diese Szene war symptomatisch für den Auftritt der Frankfurter über lange Strecken. Viel zu wenig Bewegung ohne Ball, komplizierte Entscheidungsfindung, zu selten Gegenpressing - Frankfurt kam wieder einmal überhaupt nicht ins offensive Rollen. Immerhin hatte Trapp eine Erklärung bei DAZN parat: "Wir haben viele Spieler, die intuitiv Fußball spielen, bei denen die Köpfe frei sein müssen." Ergo: Sie sind es nicht. Die hochveranlagten Techniker wirken gehemmt und denken vor jeder Aktion zu viel nach.

Als mildernde Umstände gelten sicher der seifige Rasen im Waldstadion sowie die verletzungsbedingten Ausfälle. Und dennoch reichte es nicht als Erklärung für den weitgehend uninspirierten Auftritt der Eintracht am Sonntag - und eigentlich schon größtenteils seit Jahresbeginn.

3. Die Überzeugung vor dem Ausgleich

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Omar Marmoush (r.) bejubelt seinen Ausgleichstreffer.
Omar Marmoush (r.) bejubelt seinen Ausgleichstreffer. Bild © Imago Images
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Nur gut, dass zumindest der Einsatz bis zum Schluss stimmte. Und die Wolfsburger Frankfurt den Gefallen taten, sich in die Passivität zurückzuziehen. In der zweiten Minute der Nachspielzeit erzwang dann Farès Chaibi mit seinem Einsatz einen weiten Schlag der Gäste, den erst Robin Koch mit voller Überzeugung und dann der eingewechselte Timothy Chandler weiterköpfte. Der Abschluss von Omar Marmoush war dann à la bonheur. Der Ägypter sorgte zudem mit seinen motivierenden Gesten Richtung Publikum und Tiefenläufen für Begeisterung. Auch dank ihm konnte Vorstand Markus Krösche von einem "richtig großen Schritt in die richtige Richtung" sprechen. Spielerisch ließ sich diese These nach dieser Darbietung wahrlich nicht stützen.

Quelle: hessenschau.de/ Ron Ulrich