Frankfurter Vorstandssprecher Axel Hellmann: Erst Fankurve, jetzt Liga-Spitze

Die Frankfurter Eintracht verleiht Axel Hellmann an die Deutsche Fußball Liga. Der 51-Jährige ist seit mehr als 20 Jahren bei den Hessen aktiv, hat sie groß gemacht. Als Denker, Visionär – und Bauherr.

Portrait Axel Hellmann
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Axel Hellmann verlagert seinen Arbeitsplatz von der Eintracht-Geschäftsstelle im Frankfurter Stadtwald in die DFL-Zentrale im Westend: Der Vorstandssprecher der Eintracht Frankfurt Fußball AG ist zur Stelle, weil ihn die Deutsche Fußball Liga (DFL) nach der Trennung von Geschäftsführerin Donata Hopfen braucht. Seinen Job bei der Eintracht behält er offiziell inne, die genaue Arbeitsteilung ist noch nicht bekannt.

Zur Stelle sein, sich einbringen – Projekte voranbringen: Das passt zu Axel Hellmann. Der Funktionär hat die Eintracht in den vergangenen Jahren durch Hintergrund-Arbeit und schlagfertiges Auftreten in der Öffentlichkeit zu einem Klub geformt, der sportliche Erfolge aufweisen kann – und der trotz Minus vergleichsweise gut durch die Corona-Pandemie gekommen ist.

Verschiedene Posten im Verein seit mehr als 20 Jahren

Der 51-Jährige stand einst selbst als einfaches Mitglied in der Frankfurter Fankurve, pflegt bis heute den Kontakt zur Basis – und wird dafür geschätzt. Seine Karriere als Funktionär begann vor mehr als 20 Jahren, als er Vize-Präsident (2001) und danach Geschäftsführer (2003) des Vereins wurde – und dadurch im Aufsichtsrat der Fußball-AG vertreten war. Im Sommer 2012 wechselte Hellmann in den Vorstand der AG, wurde 2021 Vorstandssprecher.

Eine steile Karriere, bestens vernetzt in der Stadt und im Fußball. Die Frankfurter Rundschau nannte ihn einst einen "hellen Kopf mit bemerkenswerten taktischen und noch bemerkenswerteren strategischen Fähigkeiten".

Im August dieses Jahres wurde Hellmann ins DFL-Präsidium gewählt – nun soll er die Bundesliga durch nicht gerade einfache Zeiten führen. Das frühe WM-Aus der deutschen Nationalelf hat den deutschen Fußball erneut zurückgeworfen, Hellmann selbst spricht von einer "herausfordernden Lage".

Hellmann als Visionär: Die Eintracht kann mehr

Mit Krisen kennt sich Hellmann aus: Vor den jüngsten Frankfurter Erfolgen im DFB-Pokal (2018) und der Europa League (2022) war die Eintracht zwischen Fast-Abstieg, Kampf um den Klassenverbleib und Mittelfeld verortet – doch Hellmann hat daran geglaubt, die "Grenzen verschieben" zu können, wie er rund ums Finale in Sevilla immer wieder sagte. Kein Beton, kein Zement, wie der frühere Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen immer wieder predigte. Die Eintracht kann mehr, glaubte dagegen Visionär Hellmann. Und setzte alles daran, die "Marke Eintracht" auch international voranzubringen.

Der Erfolg auf dem Platz hat dabei geholfen: Pokalfinale, Pokalsieg, magische Nächte in Europa mit der Krönung im Elfmeterschießen gegen Glasgow – und zum ersten Mal Champions League im Frankfurter Waldstadion. "Wir sind immer noch Mittelstand, vielleicht guter Mittelstand", sagt Jurist Hellmann – und signalisiert dabei: Wir haben unseren Status verbessert, aber heben nicht ab.

Frankfurter Baustellen – millionenschwerer Hauptsponsor

Die Eintracht hat in den vergangenen Jahren auch abseits des Platzes einiges in Bewegung gebracht, allen voran: Hellmann. Den Bau der Geschäftsstelle "im Herzen von Europa", das eigene Proficamp am Stadion, den derzeit stattfindenden Ausbau der Nordwestkurve. Gerade erst hat er den Vertrag des Hauptsponsors zu besseren Konditionen verlängert.

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Die Frankfurter Allgemeine Zeitung beschrieb Hellmann vor Jahren als "Stoßstürmer". Er sei ein Mann, "der nicht lange fackelt, mit großer Ausstrahlung und mit selbstbewusstem Auftreten, groß gewachsen und mit einer lauten Stimme ausgestattet, einer, der immer alles gibt und stets gewinnen will". Ein Mann mit Ecken und Kanten, der intern auch Klartext reden kann.

Kein Wunder, dass der deutsche Fußball in dieser Situation auf Hellmann setzt. Bei der DFL erhofft man sich, dass der 51-Jährige zusammen mit dem Freiburger Oliver Leki bis zum Sommer Impulse setzen kann. Hellmann soll mit Aufsichtsratschef Hans-Joachim Watzke gut können, manche Kritiker unter den Profiklubs könnte der Frankfurter durch harte Arbeit und gute Ergebnisse verstummen lassen – andererseits bleibt bis Sommer nicht viel Zeit. Dann soll – Stand jetzt – Hellmann wieder vollumfänglich in seinem Chefsessel in der Eintracht-Geschäftsstelle sitzen.

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Sendung: hr-fernsehen, hessenschau Sport, 8.12.2022, 17.55 Uhr

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Quelle: hessenschau.de