Krösche vermeidet Bekenntnis zum Trainer Offene Toppmöller-Zukunft bei der Eintracht

Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche weicht Fragen zur Zukunft von Trainer Dino Toppmöller aus. Das ist bemerkenswert, kommt aber auch nicht ganz überraschend.

Dino Toppmöller (rechts) während des Spiels gegen Leipzig mit klaren Ansagen.
Dino Toppmöller (rechts) während des Spiels gegen Leipzig mit klaren Ansagen. Bild © Imago Images
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Markus Krösche ist ein flinker Typ, stets schnell unten in den Katakomben der Frankfurter Arena. Oft genug schneller, als es die Medienmeute nach Spielschluss über die 160 Stufen in den Keller des Stadions schafft. Also steht er da meist, der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt, und wartet auf die in dieser Saison mitunter auch lästigen Fragen. Am Samstag nicht. Da war das anders – im doppelten Sinne.

Zum einen waren die Fragen - wen wundert’s nach dem 2:2 gegen RB Leipzig und dem damit verbundenen Einzug in die Europa League (oder Champions League) – von angenehmer Natur. Das Saisonziel erreicht, die Legenden Makoto Hasebe und Sebastian Rode angemessen verabschiedet. Alles paletti. Zum anderen trat Krösche ausnahmsweise nicht vor, sondern erst nach der Pressekonferenz der beiden Trainer vor die Reporter.

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Highlights: Eintracht Frankfurt - Leipzig

Im Hintergrund sieht man ein Fussballstadion, davor links das Logo von Eintracht Frankfurt und rechts das Logo vom RB Leipzig
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Wischi-Waschi-Aussagen vom Sportvorstand

Eintracht-Coach Dino Toppmöller konnte deshalb nicht mehr zu jenem Thema befragt werden, das doch genau ihn am meisten betrifft: seine Zukunft bei der Eintracht. Krösche nämlich vermied trotz des erreichten Europacups ein Treue-Bekenntnis zum Fußballlehrer. Ob Toppmöller denn sicher in der kommenden Spielzeit an der Frankfurter Seitenlinie stehe, wurde der Manager konkret gefragt.

Seine Antwort: "Wir sind heute Sechster geworden, hatten ein emotionales Spiel. Warum sollen wir dann über Personalien diskutieren?" Zwei weitere Nachfragen folgten, beide Male wich Krösche aus. Für Toppmöller sei es ein schwieriger Job gewesen in dieser Saison, "er hatte kein einfaches Jahr". In den nächsten Tagen stehe daher die Frage im Mittelpunkt: "Wie können wir es besser machen?"

Krösches Vorpreschen lässt tief blicken

Vorboten einer Trainer-Entlassung oder doch nur die Ankündigung einer internen Aufarbeitung der Saison, aus der Toppmöller auch gestärkt hervorgehen kann? Beides möglich. Dass Krösche jedoch seinen Trainer nicht öffentlich stützte, wie er es im Saisonverlauf schon so häufig getan hat, darf allemal als erstaunlich gewertet werden. Einerseits. Andererseits hatte es sich bereits angekündigt.

Das Vorpreschen des Sportchefs im Anschluss an das 1:1 in Mönchengladbach vor einer Woche, als er die Mannschaft im Gegensatz zum Trainer zu allerhöchster Vorsicht vor dem finalen Spieltag ermahnte, ließ tief blicken. Da hatten Krösche die Sorglos-Aussagen von Toppmöller und den Spielern offenbar missfallen. In der Tat mussten die Hessen bis zur letzten Minute des Leipzig-Spiels um den sechsten Platz zittern.

Den Trainer weiter geschwächt

Auch war Krösche in der zweiten Saisonhälfte näher an die Mannschaft gerückt, wollte Schwingungen innerhalb der Kabine besser wahrnehmen. Zudem: Andere Entscheider innerhalb des Clubs, der am Samstag den Rücktritt von Aufsichtsratschef Philip Holzer bekannt gab, sollen dem Vernehmen nach nicht völlig überzeugt vom jungen Coach sein.

Wie geht es nun weiter mit Dino Toppmöller? Klar ist, dass Krösche seinen ohnehin in Fan-Kreisen vielfach kritisierten Trainer mit den Aussagen nicht gerade den Rücken gestärkt hat. Eine Entlassung ist dennoch nicht zwangsläufig, soll auch nicht das Ziel von Krösche vor der anstehenden Saisonanalyse mit Toppmöller sein, aber sie ist offenbar doch ein mögliches Szenario.

Toppmöller jedenfalls bekam am Samstag nicht die Möglichkeit, seine Gedanken zu diesem Thema kundzutun. Er sagte lediglich auf das spannende Saison-Finish bezogen: "Uns wurde in dieser Saison gar nichts geschenkt. Es war auf jeden Fall sehr anstrengend. Ich bin erleichtert und müde."

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Rode: Viele Tränen sind geflossen

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Quelle: hessenschau.de