Zwei Wackelkandidaten: Aurelio Buta (links) und Hrvoje Smolcic.

Markus Krösche sucht nicht nur nach Verstärkungen fürs zentrale Mittelfeld und die rechte Abwehrseite, auch wird der Sportvorstand von Eintracht Frankfurt alsbald den XL-Kader deutlich verkleinern müssen. Diese Spieler könnten gehen.

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Markus Krösche und seine Zukunftspläne mit der Eintracht

Markus Krösche zeigt nach links
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Seitdem sich Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche eine Stunde lang den Fragen der Presse gestellt hat, am 3. Juni war das, ist Ruhe eingekehrt im Frankfurter Stadtwald. Ein abgegebener U21-Spieler hier, ein verpflichteter dort. Das war's. Die Eintracht taugt in diesen Tagen nicht gerade für effektvolle News - auch mal was Neues.

Das soll nicht bedeuten, dass bei den Hessen nicht fleißig gewerkelt wird am Bundesliga-Kader der Zukunft. Alsbald wird's sicher wieder etwas zu verkünden geben, etwa Anfang Juli, wenn die Verpflichtung des Noch-Nürnbergers Can Uzun bekanntgegeben werden dürfte.

XL-Kader muss verkleinert werden

Es lohnt aber auch der Blick auf die Abgangsseite, denn noch verfügt die Eintracht über einen XL-Kader, der dringend verkleinert werden muss. Zum Team zählen etliche Jungprofis ohne Einsatzchancen, Marcel Wenig, Antonio Foti, Dario Gebuhr. Sie dürfen gehen. Dazu kommen Talente, die auf Leihbasis bei anderen Clubs den nächsten Schritt machen sollen, Elias Baum, Nacho Ferri, Simon Simoni.

Ohne Zukunft bei der Eintracht ist Verteidiger Jerome Onguene, der noch einen Vertrag bis 2027 bei den Hessen besitzt, aber bestenfalls nach zwei gescheiterten Leihversuchen in Salzburg und Genf endgültig abgegeben wird. Dem so oft verletzten 26-Jährigen wird der Sprung in die Bundesliga nicht mehr zugetraut. Gleiches gilt für Jens Petter Hauge, den offensiven Mittelfeldspieler, der ohnehin bis Ende des Jahres in seine norwegischen Heimat an Bodo/Glimt verliehen ist.

Bei Aaronson bleibt die Eintracht geduldig

Eine Zukunft bei den Hessen hat er ebenso wenig wie Faride Alidou, für den es Anfragen aus erster und zweiter Liga geben soll. Der 1. FC Köln verzichtete auf eine Verpflichtung des Außenstürmers, sie hätte ihn rund drei Millionen Euro gekostet. Eine erneute Leihe ist eine wahrscheinliche Variante.

Selbiges ist bei Paxten Aaronson angedacht. Dem US-Boy, der sich gerade auf die Olympischen Spiele vorbereitet, trauen die Eintracht-Bosse grundsätzlich den Sprung in die Bundesliga zu, dafür muss sich der 20-Jährige körperlich wie taktisch aber steigern. Die Eintracht hofft, dass sich im Falle Aaronsons Geduld auszahlt, eine feine Technik, auch ein gutes Dribbling besitzt er. Das bis 2027 gültige Arbeitspapier lässt Club wie Spieler genug zeitlichen Spielraum. Aufgegeben hat Sportchef Krösche den Mittelfeldspieler nicht. Er soll erneut verliehen werden, der FC Utrecht in der Niederlande hat angeblich Interesse.

Brown und Lisztes werden auf Erstliga-Tauglichkeit geprüft

Bei Jessic Ngankam sieht die Lage anders, ja schlechter aus. Die Leihe nach Mainz verfing sich nicht, eine positive Entwicklung blieb aus, so dass er bei der Eintracht höchstens die Rolle als Angreifer Nummer fünf einnehmen könnte (hinter Ekitiké, Marmoush, Matanovic, Uzun). Ein Abnehmer für den bis 2028 gebundenen 23-Jährigen ist dringend gesucht – und wird nicht ganz leicht zu finden sein.

In die Vorbereitung starten werden mit Linksverteidiger Nathaniel Brown und Offensivspieler Krisztian Lisztes zwei junge Neuzugänge, die von Trainer Dino Toppmöller auf ihre Erstliga-Tauglichkeit geprüft werden sollen. Überzeugen sie, können sie blieben. Reicht es (noch) nicht, ist doch der Konkurrenzkampf ein großer, sollen sie verliehen werden. Ausgang offen.

Krösche sucht eine Soforthilfe für die rechte Abwehrseite

Und schließlich gehören auch zwei etwas prominentere Namen zur langen Reihe potenzieller Abgänge: die Verteidiger Aurelio Buta und Hrvoje Smolcic. Während Letzterer in der vergangenen Saison mehrfach eklatant patzte und damit das Vertrauen Toppmöllers (zu Recht) verspielte, ist Buta ein Kann-aber-muss-nicht-weg-Spieler. Soll heißen: Die Eintracht schaut auf dem Transfermarkt nach einem Rechtsverteidiger, der sofort weiterhelfen würde. Findet sie diesen, würde sie Buta (Vertrag bis 2026) keine Steine für einen Wechsel in den Weg legen.

Die Leistungen des 27-Jährigen stagnieren, er zeigt zwar ab und an gute Ansätze, kommt darüber aber nicht nachhaltig hinaus. Gerade die vergangenen Rückrunde war eine zum Vergessen. Überdurchschnittliche Bundesliga-Qualität, was die Eintracht mit Blick auf ihre hohen Ziele sucht, verkörpert Buta nicht.

Smolcic wäre derweil erneut nur der Backup für Willian Pacho, eine Rolle, die den 23-Jährigen selbst nicht zufrieden stellt. Und sollte Pacho den Hessen im Sommer weggekauft werden, würde die Eintracht ohnehin mit der Verpflichtung einer Stammkraft reagieren. Smolcic darf und soll gehen.