3:1 gegen Wehen Wiesbaden Aaronson und Ngankam empfehlen sich bei Frankfurter Testspielsieg

Lange war das Testspiel zwischen Eintracht Frankfurt und dem SV Wehen Wiesbaden ziemlich ausgeglichen. Der Zweitligist ging sogar in Führung. Am Ende sprang für die Eintracht bei Hochsommer-Temperaturen ein verdienter Sieg heraus. Es gab zwei Frankfurter Matchwinner.

Lange umkämpft: Eintrachts Paxton Aaronson (li.) gegen Wiebadens Alexsandar Vukotic
Lange umkämpft: Eintrachts Paxton Aaronson (li.) gegen Wiebadens Alexsandar Vukotic Bild © Imago Images
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Die Frankfurter behielten im Testspiel am Donnerstag mit 3:1 (1:1) die Oberhand. Beide Trainer wechselten dabei fröhlich durch: Bei der Eintracht waren mit den Außenspielern Philipp Max und Aurelio Buta von Beginn an zunächst lediglich zwei Profis am Start, die auch am Sonntag im Bundesliga-Kick gegen den 1.FC Köln (1:1) in der Startelf standen. Genauso beim Wehen Wiesbaden: Dort bot Trainer Markus Kauczinski mit Antonio Jonjic und Ivan Prtajin ebenfalls nur zwei Profis auf, die auch beim 1:1 am vergangen Zweitliga-Spieltag gegen Schalke 04 auf dem Feld standen.

Bei der Eintracht fehlten alleine neun Spieler, die mit ihren Nationalmannschaften unterwegs waren, unter anderem Kevin Trapp und Omar Marmoush. Mario Götze und Robin Koch wurden von Trainer Deino Toppmöller zudem geschont, trainierten nebenan am Stadion, Junior Dina Ebimbe fehlte angeschlagen.

Blöder Eintracht-Fehler, Wiesbadens Jonjic der Nutznießer

In der Anfangsviertelstunde machte die Eintracht das Spiel. Vom SVWW war nichts zu sehen. Die beste Frankfurter Chance hatte Max, als er auf links freigespielt wurde. Doch dann dauerte es zu lange, sein Schuss in der 17. Minute wurde abgeblockt. Wenige Sekunden später dann die unverhoffte Führung für Wehen Wiesbaden.

Bei der Eintracht verdaddelten Kristian Jakic, Sebastian Rode und Makoto Hasebe in einer unaufmerksamen Co-Produktion den Ball. Wiesbadens Nick Bätzner sagte "Danke", spurtete los und passte auf Jonjic, der links unten zum 1:0 für den Zweitligisten einschoss. Dumm gelaufen für die Eintracht.

Aaronson-Tor bringt Frankfurt ins Spiel zurück.

Nach dem Wiesbaden-Tor war die Frankfurter Feld-Überlegenheit zunächst wie weggeblasen, der SVWW kam immer öfter zum Abschluss, die Eintracht erstmal nicht. Die Adlerträger hielten lediglich mit einem harmlosen Freistoß von Max und einem ansehnlichen Drehschuss von Jens Petter Hauge (26. Minute) dagegen. Meist spielte Frankfurt schlicht zu kompliziert. Und die Defensive des SVWW machte ihre Sache ziemlich gut.

Ein sehenswerter Außenrist-Weitschuss von Rode (40.) leitete dann die bislang beste Frankfurter Phase ein. Ging der Rode-Schuss noch knapp am Tor vorbei, schaffte kurz danach Paxton Aaronson den 1:1-Ausgleich (43.) – ein richtig schöner Spielzug: Rode passte auf Jessic Ngankam, der steckte sofort auf Aaronson durch, der links unten ins Wiesbadener Tor traf. Die unmittelbare Belohnung folgte von Schiedsrichter Vincent Schandry, der die schweißüberströmten Spieler bei Temperaturen von 28 Grad am Stadion vorab in die Pause entließ.

Hingucker Jessic Ngankam

In der zweiten Halbzeit war es zunächst ein ausgeglichenes Spiel. Wiesbaden blockte einen Aaronson-Pass auf Ngangam in letzter Sekunde. Auf der anderen Seite traf der äußerst umtriebige Amar Catic – nach gewonnenem Laufduell gegen Hrvoje Smolcic – nur ans Außennetz. Nach einer Wiesbadener Wechsel-Arie mit sieben neuen Spielern bekam die Eintracht das Spiel zusehens in den Griff.

In der 62. Minute dann die Frankfurter Führung: Ngankam nutze eine Unsicherheit in der Wiesbaden-Abwehr aus, schnappte sich den Ball vom gerade eingewechselten Markus Mathisen. Mathisen hielt Ngankam, Elfmeter für die Eintracht. In der Folge besiegte Ngamkam seine Elfmeter-Phobie, aber gerade eben so. Nachdem er bei der U21-Nationalelf und im Eintracht-Testspiel seine Elfer zuletzt vergab, traf er gegen den SVWW. Allerdings glücklich, weil Wiesbaden-Torwart Arthur Lyska noch dran war. Kurz danach wieder Ngankam, diesmal aus dem Spiel ans Außennetz.

Die Entscheidung durch Hauge

Vom SVWW war nicht mehr so viel zu sehen.Und bei der Eintracht kam erstmal nach seiner Operation Lucas Alario ins Spiel. Danach eine Schrecksekunde für die Eintracht-Neuverpflichtung im Tor, Kaua Santas. Der ließ einen Freistoß nach vorne prallen ließ. Doch das Wiesbadener Tor von Ben Link zählte nicht. Abseits.

In der 86. Minute dann die Entscheidung: Angriff über Aaronson, Flanke Timothy Chandler. Den Schuss von Alario konnte der Wiesbadener Keeper noch halten, doch der Nachschuss saß – 3:1 durch Hauge.

Ngankam als auch Aaronson konnten sich bei Glutofen-Temperaturen am Waldstadion empfehlen. "Beide hatten gute Momente nach vorne", lobte auch Frankfurts Co-Trainer Stefan Buck.

Quelle: hessenschau.de/Carsten Schellhorn