Niederlage in Paderborn Ein Fehlschuss, viel Zuversicht: SVWW hadert nur kurz

Der SV Wehen Wiesbaden verspielt eine Führung beim SC Paderborn und bringt sich selbst um Zählbares. Trainer Markus Kauczinski spricht die Fehler klar an, am Ende überwiegen aber die positiven Erkenntnisse.

SV Wehen Wiesbaden gegen Paderborn
Der SV Wehen Wiesbaden ist konkurrenzfähig. Bild © Imago Images
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Es ist zwar eine alte Fußball-Weisheit, für den SV Wehen Wiesbaden ist der eigentlich abgelutschte Spruch seit Freitagabend aber mal wieder aktueller denn je: Wer die Tore vorne nicht macht, bekommt sie hinten rein.

Die Wiesbadener Zweitliga-Aufsteiger zeigte beim SC Paderborn über weite Strecken eine gute Leistung und lag sogar mit 1:0 in Führung. Da Stürmer Ivan Prtajin kurz nach der Halbzeitpause jedoch eine Mega-Chance liegenließ und die hochgehandelten Ostwestfalen kurz danach gleich doppelt zuschlugen, hieß es am Ende 1:2 aus Sicht der Hessen. "Wir müssen das 2:0 machen", haderte SVWW-Coach Markus Kauczinksi nach Schlusspfiff. "Hier wäre mehr möglich gewesen."

Punkt wäre verdient gewesen

Gemessen am Spielverlauf und den Kräfteverhältnisse auf dem Platz wäre ein Wiesbadener Sieg, so ehrlich war auch Kauczinski, wohl des Guten zu viel gewesen. Ein Remis und damit den neunten Punkt im sechsten Spiel hätte der SVWW aber durchaus verdient gehabt.

Die schlecht in die Saison gestarteten Hausherren drehten zwar vor allem in der zweiten Hälfte auf und hätten die Führung bei zahlreichen Kontern auch noch ausbauen können. Der SVWW blieb aber bis zum Schluss gefährlich und hätte durch John Iredale (87.) sogar noch ausgleichen können. "Es gab 15 Minuten, da hatten wir das Spiel nicht im Griff", gab Kauczinski zu. "Ansonsten haben wir ein gutes Spiel gemacht, wir haben uns nur nicht belohnt." Kurzum: Die Wiesbadener brachten sich durch mangelnde Chancenverwertung selbst um den Lohn.

Kauczinski baut auf Lerneffekt

Da genau das als Aufsteiger aber einfach mal passieren kann, überwogen vor allem bei Coach Kauczinski nach der Partie auch schnell wieder die positiven Seiten. Der SVWW, der naturgemäß immer noch als klarer Abstiegskandidat gehandelt wird, muss noch abgezockter und vor allem effizienter werden. Das Team hat aber definitiv die Qualität, um fast alle Mannschaften in der Liga zu ärgern und am Ende die Klasse zu halten.

"Wir hatten bis jetzt in jedem Spiel das Gefühl, dass wir mithalten können. Wir sind konkurrenzfähig, müssen aber natürlich noch lernen", fasste Kauczinski deshalb passend zusammen.

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Die SVWW-Pressekonferenz nach dem Spiel in Paderborn

Wehen-PK nach Paderborn
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SVWW ärgert die Schwergewichte

Der SVWW, der mit dem 1. FC Magdeburg, Hertha BSC, dem Karlsruher SC, dem 1. FC Nürnberg, Schalke 04 und Paderborn ein durchaus knackiges Auftaktprogramm hatte und sich dabei mehr als beachtlich aus der Affäre zog, hat sich in der 2. Liga im Eilverfahren akklimatisiert und muss nun aus den Fehlern lernen. "Ich muss nicht auf den Tisch hauen, die Jungs ärgern sich selbst schon genug", betonte Kauczinski.

Für den SVWW gilt: Mund abputzen, weitermachen. Noch so eine Fußball-Weisheit.

Quelle: hessenschau.de