Lenny Rubin von der HSG Wetzlar beim Spiel in Hannover

Nach dem Sieg in Hannover hat HSG-Spieler Lenny Rubin sein Unverständnis über die Entlassung von Trainer Ben Matschke geäußert. Auch TV-Experte Pascal Hens hinterfragte die Entscheidung des Vereins.

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Wetzlar gewinnt, Niederlage für Melsungen

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Bei der HSG Wetzlar war am Donnerstagabend eigentlich Aufatmen angesagt. Mit dem 26:23 bei Hannover-Burgdorf war den Mittelhessen der vierte Saisonsieg gelungen - nur wenige Tage nach der Entlassung von Trainer Ben Matschke.

Doch die war in der Mannschaft noch immer Thema. "In den letzten Tagen gab es bei uns im Verein richtig viel Stress. Es wurden Entscheidungen gefällt, die man als Spieler nicht verstehen muss. Zum Beispiel die Entlassung des Trainers", sagte HSG-Spieler Lenny Rubin nach der Partie bei Sky. "Mich persönlich hat die Entscheidung sehr hart getroffen, weil ich eine sehr gute Beziehung zu Ben Matschke hatte. Durch ihn habe ich sehr viel gelernt."

"Das Spiel war auch für ihn"

Rubin wollte den Sieg als Gruß an den Ex-Coach verstanden wissen. "Das Spiel heute war auch für ihn. Wir wollten dem Verein zeigen, dass wir es besser können." Matschke war am vergangenen Sonntag nach anderthalb Jahren vom Verein freigestellt worden.

Auch Pascal Hens, ehemaliger Nationalspieler und unter anderem für die SG Wallau/Massenheim am Ball, äußerte sich als Sky-Experte zur Matschke-Entlassung: "Es ist häufig so, dass der Trainer entlassen wird, wenn die Ergebnisse nicht stimmen. Da wird versucht ein Impuls zu finden, um die Mannschaft wieder wachzurütteln", sagte der 42-Jährige vor dem Spiel. "Ich glaube auch, dass er ein guter Typ und Trainer ist. Da fragt man sich, ob das wirklich notwendig ist, nur um einmal den Effekt zu haben. Der Schritt wird ihnen nicht leichtgefallen sein."

Nach der Partie und dem Interview mit Rubin legte Hens dann noch einmal nach: "Das war ein starkes Statement von ihm. Er kann die Trainerentlassung nicht verstehen und das verstärkt meinen Eindruck. Die Mannschaft sieht es scheinbar auch so, ich weiß nicht, ob eventuell noch etwas anderes vorgefallen ist", spekulierte Hens. Die HSG Wetzlar war am Freitag nicht für ein Statement zu erreichen.

Noch vier schwere Spiele in diesem Jahr

Als Interimstrainer hatte Jasmin Camdzic in Hannover an der Linie gestanden. Vor seiner Premiere schätze Camdzic seinen Einfluss auf die Partie gering ein. "Ich hatte nur zwei Abschlusstrainingseinheiten, da kann man logischerweise nicht viel machen. Wir haben trotzdem einige Sachen eingebaut und versucht unsere Leistungsträger zum Zuge kommen zu lassen, das hat in den letzten Wochen nicht immer geklappt."

"Mit Blick auf die Spiele, die noch kommen, war das heute ein immens wichtiger Sieg", so TV-Experte Hens mit Blick auf die Wetzlarer. Denn im Dezember muss die HSG noch daheim gegen Kiel und die Rhein-Neckar Löwen sowie auswärts in Lemgo und Flensburg ran - und ganz nebenbei auch noch einen neuen Trainer finden.

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