Kampf um Klassenerhalt Abstieg oder Rettung? Die Nerven der Löwen flattern

Die Löwen Frankfurt bringen sich gegen München selbst um den Lohn und bangen weiter um den Klassenerhalt in der DEL. Trainer Franz-David Fritzmeier ist bedient, am Mittwochabend liegen die hessischen Hoffnungen auf Lieblings-Rivale Mannheim.

Löwen Frankfurt gegen München
Die Löwen Frankfurt kämpfen gegen den Abstieg. Bild © Imago Images
  • Link kopiert!
Audiobeitrag
Bild © Imago Images| zur Audio-Einzelseite
Ende des Audiobeitrags

Die neutralen Zuschauer in der nahezu ausverkauften Frankfurter Eissporthalle kamen am Dienstagabend voll auf ihre Kosten. Neun Tore, zwei Teams mit offenem Visier und viele Chancen auf beiden Seiten, langweilig wurde es bei der spektakulären 4:5-Niederlage der Löwen Frankfurt gegen den Meister aus München definitiv nie. Das Problem dabei für die Hessen: Der künstlerische Wert spielt nur beim Eiskunstlauf eine Rolle, im Abstiegskampf der DEL ist die B-Note völlig egal.

"Es wird immer gewartet, dass hier mehr Action ist. Für die Trainer war das heute aber ein schwieriges Spiel", fasste Löwen-Coach Franz-David Fritzmeier zusammen. "Das war ein Scheibenschießen." Seine Botschaft: Wir sind Drittletzter. Wir brauchen Punkte für uns, keine Unterhaltung fürs Publikum.

Löwen laden die Gäste aus München ein

Fritzmeiers Gegenüber auf Münchner Seite, Toni Söderholm, pflichtete seinem Frankfurter Kollegen trotz des Münchner Erfolgs sogar bei und machte beide Teams für die zunehmenden körperlichen Verschleißerscheinungen bei ihren Übungsleitern verantwortlich. "Ich darf für beide Trainer sprechen: Wir sind heute nicht jünger geworden." Der entscheidende Unterschied: Während München als Fünfter sicher in den Playoffs ist und weiter Chancen auf die Titelverteidigung hat, stecken die Löwen weiter bis zur Mähne im Abstiegssumpf.

Das zwischenzeitliche Hoch durch die Siege im Derby gegen die Adler Mannheim und im Abstiegsknaller gegen Augsburg ist nach den zwei Pleiten gegen Straubing und München wieder verflogen. Zusätzlich dramatisch wird die Lage durch die offenbar sehr strapazierten Frankfurter Nerven. Gegen München leistete sich die Löwen-Defensive zahlreiche Patzer und schenkte sich die ersten drei Gegentore quasi selbst ein. "Wir hätten vorne Tore schießen können und haben stattdessen hinten drei nach individuellen Fehlern bekommen. Das darf nicht passieren", so Fritzmeier.

Sogar Hudacek wackelt

Dass der Löwen-Dompteur beim Stand von 1:4 den sonst so sicheren und bei den Fans innerhalb kürzester Zeit zum Liebling aufgestiegenen Torhüter Julius Hudacek vom Feld nahm, verdeutlichte die Verunsicherung. "Ich musste ihn schützen", so Fritzmeier.

Dass die Löwen im Laufe der Partie noch einmal zurückkamen und trotz aussichtloser Lage im wahrsten Sinne des Wortes bis zur letzten Sekunde, in der Maksim Matushkin noch den wertlosen Anschlusstreffer zum 4:5 erzielte, kämpften, zeugt aber zumindest von einer intakten Moral. Die Nerven flattern, die Einstellung stimmt.

Mannheim kann Frankfurt helfen

Wie dramatisch die Lage im Tabellenkeller wirklich ist, entscheidet sich derweil am Mittwochabend. Der Tabellenletzte aus Augsburg, der aktuell fünf Punkte hinter den Löwen liegt, könnte im Nachholspiel gegen die Adler Mannheim bis auf zwei Zähler an die Hessen heranrücken und den Druck zusätzlich erhöhen. Fritzmeier betonte zwar, nur auf sein eigenes Team zu schauen. Dass ausgerechnet der Lieblings-Rivale aus Mannheim Schützenhilfe für die Löwen leisten könnte, entbehrt aber nicht einer gewissen Ironie.

Sollte Mannheim Augsburg schlagen, könnten die Löwen schon am Freitag in Ingolstadt den Klassenerhalt perfekt machen. Bei einem Sieg der Panther würden die Teams im Tabellenkeller – neben Augsburg (50) und den Löwen sind auch Iserlohn (54) und Düsseldorf (56) weiter gefährdet – drei Spieltage vor Schluss noch einmal richtig nah zusammenrücken. Spannung ist also weiterhin garantiert.

Weitere Informationen

Sendung: hr1, Nachrichten, 27.02.24, 23 Uhr

Ende der weiteren Informationen

Quelle: hessenschau.de/Mark Weidenfeller