Millionen-Einsparungen Wiesbaden kürzt Busangebot drastisch

Die Verkehrsgesellschaft Eswe kürzt massiv das Angebot an Busfahrten in Wiesbaden. Grund dafür sei die aktuelle wirtschaftliche Lage. Es ist nicht die erste Kürzung im Busfahrplan der Stadt.

Busse stehen hinter einer elektronischen Fahrplan-Anzeige in Wiesbaden.
Das Angebot an Busfahrten in Wiesbaden wird kleiner. Bild © picture-alliance/dpa
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Von diesem Sonntag an gilt der neue Busfahrplan in Wiesbaden. Dabei kommt es zu drastischen Kürzungen der Busfahrten an Sonn- und Feiertagen und im Abendverkehr.

"Im Zuge der Fahrplanänderungen kommt es auf manchen Linien zum Wegfall von Fahrten", teilte das Wiesbadener Verkehrsunternehmen Eswe in einer Kunden-Broschüre mit. Dadurch sollen etwa fünf bis sechs Millionen Euro gespart werden. Grund dafür sei die aktuelle wirtschaftliche Lage der Stadt.

Steigende Kosten und ein straffer Finanzplan

"Wir haben steigende Kosten wie andere Unternehmen auch und können nicht mehr dieselbe Menge Fahrplan anbieten", teilte Marion Hebding, Geschäftsführerin von Eswe Verkehr, auf der Internetseite des Unternehmens mit. Aufgrund des von der Stadt vorgegebenen Finanzrahmens müsse man auch beim Verkehrsangebot sparen.

"In Zukunft stelle sich die Frage, wie der ÖPNV in Wiesbaden aufgestellt sein soll und was sich die Stadt leisten kann und will", so Hebding. Die Verkehrsgesellschaft versuche, besonders für Schüler und Berufspendler, die Auswirkungen gering zu halten. "Wir haben nach Nachfrage entschieden. Deshalb haben wir weniger frequentierte Fahrten in Neben- und Randzeiten eher eingeschränkt", erklärte Holger Flemming, Leiter Fahrbetrieb und Steuerung bei Eswe Verkehr.

Was sind ändert

  • Die Linien des Tagnetzes enden nun grundsätzlich um 23 Uhr. Zuvor fuhren die Busse im Tagnetz bis 0.30 Uhr. Es gibt nur noch vereinzelt Fahrten nach 23 Uhr. Die Linien 6, 9, 28 und 39 seien von Kürzungen nicht betroffen.
  • Die Nachtlinien, die aus dem Stadtzentrum heraus sternförmig in Wiesbadens Vororte fahren, werden ergänzt. Dadurch soll der Wegfall von Abendfahrten anderer Linien ausgeglichen werden. Abfahrten erfolgen gegen 23 Uhr und um 0.30 Uhr aus der Innenstadt in die Vororte. Fahrten aus den Vororten in die Innenstadt sind nach Angaben der Eswe bei telefonischer Bestellung möglich. Außerdem soll die Nachtlinie N13 in der Innenstadt zusätzliche Fahrten gegen 23 Uhr erhalten.
  • An Sonn- und Feiertagen fahren alle Linien zwischen 11.30 Uhr und 20 Uhr im Halbstundentakt. Ausnahmen bilden die Linien 3 und 48, die nur stündlich fahren. Das Busangebot in den Abendstunden ist gleich wie unter der Woche. "Insgesamt besteht in der Nacht von Samstag auf Sonntag dadurch ein durchgängiges Busangebot von 23:00 bis 06:30 Uhr im 90-Minuten-Takt", teilt die Ewse mit.

Weitere Änderungen sind auf der Internet-Seite des Verkehrsunternehmens nachzulesen. Die Verkehrsgesellschaft rät Fahrgästen, sich vorab über Fahrten und Verbindungen zu informieren. "Manche Fahrt, die Sie kennen und regelmäßig nutzen, ist im Fahrplan nun vielleicht an anderer Stelle zu finden", hieß es dazu.

Kürzungen wegen Personalproblemen

Bereits 2022 hatte es in Wiesbaden zahlreiche Buskürzungen gegeben. Grund für das drastische Zusammenstreichen des Fahrplans waren neben einem Corona-bedingten hohen Krankenstand die zahlreichen Kündigungen von Busfahrern: Von Januar bis August 2022 verließen 58 Fahrer das Unternehmen, 12 weitere gingen in Rente. Zwar wurden auch neue Mitarbeiter eingestellt, allerdings offenbar nicht genug, um diese Lücke zu schließen.

Seit September 2023 fahren die Busse in Wiesbaden wieder häufiger. Grund dafür ist die Zusammenarbeit mit zwei Partnerunternehmen. Beschlossen wurde der Einsatz von Subunternehmen im Mai 2023 von der Stadtkooperation aus Grünen, SPD, Linken und Volt.

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Sendung: hr-iNFO, 14.04.2024, 8 Uhr

Redaktion: Michelle Goddemeier, Andrea Bonhagen

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Quelle: hessenschau.de