Fulda-Main-Leitung Hier verläuft die neue Stromleitung durch Osthessen

Die Pläne für eine neue Stromtrasse in Osthessen erhitzen seit Jahren die Gemüter in der Region, jetzt hat sich die Bundesnetzagentur auf den Verlauf für den ersten Abschnitt festgelegt. Die Kritik reißt nicht ab.

Freileitungs-Strommast im Höchstspannungsnetz von Transnet BW (Transnet BW)
Die Strommasten entlang der geplanten Fulda-Main-Leitung können 70 Meter und höher in den Himmel ragen. Bild © Transnet BW
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Bild © Arne Pollmann (hr)| zur Audio-Einzelseite
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Die Suche nach einem Trassenverlauf für die neue Stromleitung durch Osthessen hat ein Ende. Die Bundesnetzagentur hat sich für eine Variante entschieden - zumindest für den ersten Abschnitt.

Der 53 Kilometer lange Trassenkorridor für die sogenannte Fulda-Main-Leitung beginnt demnach am Umspannwerk im Ludwigsauer Ortsteil Mecklar nord­östlich von Bad Hersfeld und führt Richtung Süden, wie die Behörde am Dienstag mitteilte.

Karte mit dem Verlauf der Stromtrasse zwischen Mecklar und Dipperz
Auf diesen Trassenverlauf hat sich die Bundesnetzagentur festgelegt. Bild © OpenStreetMaps-Mitwirkende, hessenschau.de

Die Stromtrasse kreuzt die A4 östlich von Bad Hersfeld und verläuft weiter bis Burghaun, wo sie die B27 quert. Im Anschluss führt der Korridor an Hünfeld und Petersberg vorbei, bevor er in Künzell nach Osten abknickt und am Umspannwerk Dipperz endet.

Kritik reißt nicht ab

Die nahe der geplanten Trasse liegenden Gemeinden wehren sich seit Jahren gegen einen solchen Verlauf - und auch mit der Entscheidung der Bundesnetzagentur kehrt keine Ruhe ein. "Die Befürchtungen der städtischen Gremien haben sich leider bestätigt", kommentierte Hünfelds Bürgermeister Benjamin Tschesnok (CDU) die Entscheidung der Netzagentur.

Trotz vorgetragener Bedenken werde hier die Planung "einfach durchgedrückt", so Tschesnok. Neben einer "massiven Überbündelung" der Infrastruktur befürchtet der Bürgermeister eine Verschlechterung der Wohnqualität und des Landschaftbilds.

Trasse soll 2031 in Betrieb gehen

Die komplette Fulda-Main-Leitung soll im Jahr 2031 fertig sein. Netzbetreiber Tennet will damit Teile von Hessen und Bayern mit regenerativem Strom versorgen. Die Trasse ist eine der vielen derzeit laufenden Projekte für die Energie-Infrastruktur in Deutschland.

Knappe Transport-Kapazitäten, etwa zwischen dem Norden und Süden des Landes, sollen ausgebaut werden. Der Stromnetz-Ausbau spielt eine zentrale Rolle bei der Energiewende.

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Redaktion: Julian Moering, Thomas Kurella

Sendung: hr4, 3.1.2023, 7.30 Uhr

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Quelle: hessenschau.de