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Übernachtungssteuer in Mörfelden-Walldorf

Hotel in Mörfelden-Walldorf

Mörfelden-Walldorf folgt dem Beispiel anderer hessischer Gemeinden und bittet Übernachtungsgäste ab sofort zusätzlich zur Kasse. Die Stadt will so die Löcher in der Haushaltskasse stopfen.

Wer künftig im beschaulichen Mörfelden-Walldorf (Groß-Gerau) eine oder mehrere Nächte verbringen will, muss einen etwas höheren Reise-Etat einplanen. Wie die Stadt am Dienstag auf der Stadtverordnetenversammlung mit großer Mehrheit beschloss, wird es ab dem 1. Juli eine Übernachtungssteuer geben. Das teilte der Erste Stadtrat Karsten Groß (CDU) am Abend dem hr mit.

Die Maßnahme sei notwendig, "um den beschlossenen Haushalt genehmungsfähig zu halten", so Groß.

Jede Nacht wird vier Prozent teurer

Demnach müssen alle Gäste, die in Hotels, Gasthöfen, Ferienwohnungen oder ähnlichen Einrichtungen nächtigen, eine zusätzliche Abgabe in Höhe von vier Prozent des Netto-Übernachtungspreises zahlen.

Bei einem Hotelzimmer für 100 Euro sind das immerhin vier Euro. Zum Vergleich: Wiesbaden hatte das Übernachtungssteuer-Äquivalent Kurtaxe im Februar pauschal auf fünf Euro erhöht und damit für einen bundesweiten Wucher-Rekord gesorgt. Zuletzt hatte auch Kelsterbach (drei Prozent) eine Übernachtungssteuer eingeführt. Kurtaxen oder Tourismusabgaben gibt es auch in vielen anderen hessischen Gemeinden.

Stadt rechnet mit 300.000 Euro

Laut einer Mitteilung erhofft sich die Stadt durch die zusätzlichen Einnahmen, "die finanzielle Stabilität langfristig zu verbessern". Bei durchschnittlich 138.000 Übernachtungs-Gästen im Jahr sollen mittelfristig jährlich knapp 280.000 Euro in die Stadtkassen fließen. "Die bisherigen Maßnahmen und Einsparungen konnten das strukturell bedingte Defizit im städtischen Haushalt nicht vollumfänglich ausgleichen", so Groß. Für das zweite Halbjahr 2024 kalkuliert die Stadt bereits mit Einkünften von 140.000 Euro.

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