Zwei Männer und eine Frau stehen an einer Kontrollspur im Flughafen

Mit neuartigen Gepäck-Scannern und privaten Sicherheitskräften will Fraport die Kontrollen am Frankfurter Flughafen beschleunigen. Bundesinnenministerin Faeser (SPD) sieht darin ein Modellprojekt.

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Neue Gepäck-Scanner am Flughafen

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"Endlich!" - Der Stoßseufzer von Lufthansa-Chef Carsten Spohr zeigt den Druck, unter dem Deutschlands größter Flughafen in Frankfurt und auch die größte Airline des Landes standen. In Anwesenheit von Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hat der Flughafenbetreiber Fraport am Freitag die neue Organisation der Kontrolle der Passagiere und ihres Handgepäcks vorgestellt.

Dafür wurden neue Kontrollspuren eingerichtet. Sie sollen helfen, dass sich das Abfertigungschaos des vergangenen Sommers nicht wiederholt. "Spätestens der Sommer 2022 hat gezeigt, dass es so nicht weitergehen kann", sagte Spohr.

Faeser: "Reisende haben herbe Enttäuschungen erlebt"

Faeser, die die Bundespolizei bei dem Termin vertrat, sagte: "Die Reisenden haben herbe Enttäuschungen erlebt." Obwohl die Kontrolle nun in der Hand von Fraport sei, dürfe dies aber keine Abstriche bei der Sicherheit bedeuten. "Wir bauen hier kein Personal ab", betonte die SPD-Politikerin. Die Bundespolizei müsse sich künftig weniger um die Steuerung der Kontrolleure kümmern, sondern könne sich der Qualitätssicherung und polizeilichen Aufgaben widmen.

Faeser warb dafür, dass auch andere deutsche Flughäfen die "neue Welt Frankfurt" übernehmen. Erste Anfragen anderer Flughafenbetreiber gebe es bereits.

Erster Flughafen, der Kontrolle selbst organisiert

Frankfurt ist der erste deutsche Flughafen, der die Sicherheitskontrolle von der Bundespolizei übernommen hat. Seit drei Wochen steuert Flughafenbetreiber Fraport die privaten Sicherheitskräfte selbst und will zudem die Anschaffung neuartiger Gepäck-Scanner schneller voranbringen, wie Flughafenchef Stefan Schulte am Freitag erläuterte.

Im vergangenen Jahr wurden am Flughafen in Frankfurt rund 16 Millionen zusteigende Passagiere und ihr Handgepäck kontrolliert, wie Fraport berichtet. Zusammen mit Umsteigern und Aussteigern seien 2022 knapp 50 Millionen Passagiere abgefertigt worden.   

Erst 27 Geräte für 186 Kontrollspuren

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Schnellere Passagierkontrollen – Flughafen übernimmt Organsation von Bundespolizei

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Neuartige Scanner, bei denen Flüssigkeiten und elektronische Geräte nicht mehr aus dem Handgepäck genommen werden müssen, sollen es ermöglichen, dass pro Kontrollspur mehr als doppelt so viele Passagiere wie bisher abgefertigt werden. Sieben Geräte zweier unterschiedlicher Hersteller stehen bereits im Terminal 1, weitere 20 sollen im laufenden Jahr hinzukommen, kündigte Fraport-Chef Schulte an. Das ist bei 186 Kontrollspuren in den beiden bestehenden Passagier-Terminals allerdings nur ein Anfang. Auch das für 2026 geplante Terminal 3 muss mit weiteren Scannern ausgestattet werden.  

Die Geräte durchleuchten das Handgepäck mit der aus der Medizin bekannten Technik der Computer-Tomographie (CT). Statt weniger unscharfer Aufsichtsbilder liefern sie ohne Tempoverlust hunderte Aufnahmen des Gepäckstücks, was am Kontrollschirm dreidimensionale Ansichten und die schichtweise Durchleuchtung des Tascheninhalts ermöglicht. Auch feste und flüssige Sprengstoffe können von den Geräten erkannt werden. Die Flüssigkeitsbeschränkungen im Luftverkehr waren 2006 zur Terrorabwehr eingeführt worden.

Bild-Kontrolleure in separatem Raum

Wie beim Einsatz der privaten Kontrollkräfte will die Fraport auch bei der Technik für mehr Wettbewerb sorgen: Bislang kamen ausschließlich Produkte des britischen Mischkonzerns Smiths Detection mit seinem Werk in Wiesbaden zum Einsatz. Nun wird auch eine Kontroll-Linie des zum Toyota-Konzern zählenden Konkurrenten Vanderlande eröffnet, der einen Scanner des Herstellers Leidos verwendet.

Erstmals sitzen bei dieser Linie die Bild-Kontrolleure nicht mehr direkt im Trubel, sondern betrachten die Scans in einem separaten Raum. Laut Fraport arbeiten die Hersteller zudem mit Hochdruck daran, bei der Bildanalyse Künstliche Intelligenz einzusetzen.

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