Corona und Alltag - eine Grafik mit Symbolen

Bei den geltenden Corona-Regeln fällt es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Was genau ist in Hessen erlaubt und was nicht? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Auch wenn die Regeln schon deutlich gelockert wurden, ist der Alltag der Menschen in Hessen durch Corona immer noch eingeschränkt. Wir geben Ihnen einen Überblick, welche Maßnahmen es aktuell gibt und was sie für Ihren Alltag bedeuten.

Reisen und Verkehr

Hat das Coronavirus Auswirkungen auf den Nah- und Regionalverkehr in Hessen?

Die Verbände im hessischen ÖPNV nähern sich immer weiter dem Normalzustand an. So verkehren die Busse und Bahnen des RMV beispielsweise weitgehend wieder in normaler Taktung.

In Bussen und Bahnen sowie im Taxi gilt die Maskenpflicht - ausgenommen sind Kinder unter sechs Jahren oder Menschen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keinen Mund-Nasen-Schutz tragen können.

Weitere Informationen finden Sie auf den Internetseiten der Verkehrsverbünde:

Darf ich innerhalb Hessens verreisen?

Hotels und Campingplätze dürfen öffnen. Dauercamping und Zweitwohnungsnutzung waren die ganze Zeit gestattet.

Seit 26. Juni gilt allerdings ein Beherbergungsverbot für Personen, die aus Gebieten mit erhöhtem Infektionsrisiko kommen. Als Gebiete mit erhöhten Infektionsgefahren gelten Regionen, in denen in einer Zeitspanne von sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner aufgetreten sind.

Hat das Coronavirus Folgen für Fernbusreisen?

Fernbusreisen sind erlaubt. Auch hier gilt eine Mund- und Nasenschutzpflicht für alle Fahrgäste während der gesamten Busfahrt.

Muss ich in Quarantäne, wenn ich aus dem Urlaub heimkehre?

Wer aus einem EU-Staat oder einem Schengen-assoziierten Staat oder Großbritannien sowie Nordirland nach Hessen einreist, muss nicht mehr zwingend in Quarantäne. Allerdings gilt: Wer aus einem offiziellen Risikogebiet einreist, muss sich direkt testen lassen. Dieser Test ist bis zu drei Tage nach der Einreise kostenlos möglich. Wer keinen negativen Test vorlegen kann, muss solange in Quarantäne bleiben, bis er negativ getestet wird. Diese Verordnung gilt seit dem 8. August.

Medizinische Versorgung

An welche Stellen kann ich mich in Hessen wenden, wenn Corona-Symptome auftreten?

Wer persönlichen Kontakt zu einer Person hatte, bei der das Coronavirus nachgewiesen wurde, sollte sich umgehend an das zuständige Gesundheitsamt wenden - auch wenn keine Symptome aufgetreten sind. Das zuständige Amt lässt sich über diese Datenbank des Robert-Koch-Instituts ermitteln.

Arztpraxen sollten im Verdachtsfall erst nach telefonischer Voranmeldung aufgesucht werden. Wichtig ist beim Anruf der Hinweis, dass man Kontakt mit Menschen aus einem Corona-Risikogebiet hatte. Die Liste mit den offiziellen Risikogebieten finden Sie hier. Im Verdachtsfall ist auch die Hotline der Kassenärztlichen Vereinigung eine richtige Anlaufstelle - unter der Telefonnummer 116117.

Wo kann ich mich testen lassen?

In Hessen gibt es derzeit 14 Testzentren. Seit 29. Juli auch eines am Frankfurter Flughafen. Aber nicht in jedem Fall wird bei Corona-Symptomen ein Labor-Test durchgeführt. Ob ein Test nötig ist, kann unter anderem der Hausarzt entscheiden. Wer aus dem Urlaub in einem Risikogebiet kommt, muss sich direkt testen lassen.

Wer Fragen rund um das Thema Coronvirus in Hessen hat, kann sich unter der Telefonnummer 0800-5554666 an die hessenweite Hotline des Sozialaministeriums wenden - sie ist täglich von 8 bis 20 Uhr erreichbar.

Was wird aus meinem OP-Termin?

Medizinische Eingriffe und Behandlungen, für die keine akute, dringende medizinische Notwendigkeit besteht, sind in Kliniken und ambulanten Praxen wieder zugelassen.

Lebensmittelversorgung und sonstige Einkaufsmöglichkeiten

Was ist bei Geschäften zu beachten?

In Geschäften gilt der Mindestabstand von 1,50 Metern. Es sollen für jede Person drei Quadratmeter zur Verfügung stehen. Im Publikumsbereich von Geschäften, Supermärkten, Bank- und Postfilialen gilt außerdem eine Maskenpflicht.

Die Pflicht gilt nicht für Kinder unter sechs Jahren oder Menschen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder einer Behinderung keinen Mund-Nasen-Schutz tragen können. Ein Verstoß kann mit einem Bußgeld von 50 Euro belegt werden.

Kann ich wieder im Restaurant essen gehen?

Gaststätten, Cafés oder Biergärten dürfen öffnen - immer unter Beachtung von Abstandsregeln und Hygienekonzepten. So müssen Servicekräfte einen Mundschutz tragen, Gäste aber nicht.

Diese müssen allerdings ihre Kontaktdaten angeben und den Zeitraum, in dem sie vor Ort waren. Die Daten muss der Wirt drei Wochen lang aufheben. Weigern Gäste sich, ihre Daten anzugeben, muss der Wirt ihnen die Bewirtung verweigern und dafür sorgen, dass sie sein Restaurant oder seine Kneipe verlassen.

Schulen, Universitäten und Weiterbildung

Wie gehen die Unis mit den Beschränkungen um?

Hochschulen dürfen im Rahmen ihrer Selbstverwaltung selbst über ihre Öffnung entscheiden. Präsenzveranstaltungen sind grundsätzlich wieder möglich, gleichzeitig sollten Online-Angebote weiterhin genutzt werden, teilte die Landesregierung mit.

Informationen über einzelne Maßnahmen stellen sie auf ihren Internetseiten bereit: TU Darmstadt, Uni Frankfurt, Uni Marburg, Uni Gießen, Uni Kassel.

Welche Vorschriften gelten für Schulen?

Am 17. August beginnt für alle 760.000 Kinder und Jugendliche sowie rund 60.000 Lehrkräfte nach den Sommerferien wieder normal der Unterricht im neuen Schuljahr. Und das mit einer Maskenpflicht außerhalb der Klassenzimmer, wie das Kultusministerium mitteilte.

Seit 22. Juni durfte an den Grundschulen wieder regelhafter Unterricht stattfinden. Die Schulbesuchspflicht war jedoch bislang ausgesetzt. Eltern konnten also vor den Sommerferien entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken wollten. An den weiterführenden Schulen wurde der eingeschränkte Präsenzunterricht bis zu den Sommerferien fortgeführt.

Welche neuen Regelungen gelten nach den Sommerferien?

Ziel ist die Wiederaufnahme des Regelbetriebs mit Präsenzunterricht an fünf Tagen in der Woche. Nach den Sommerferien soll dafür ein Rahmenkonzept gelten. Dieses sieht nach wie vor Hygienepläne vor, im Unterricht soll dann aber kein Mindestabstand von 1,50 Metern mehr gelten. Auch eine Maskenpflicht soll es nicht geben, wobei diese Regelung möglicherweise noch geändert wird.

Lehrkräfte können sich außerdem kostenlos testen lassen und die Wiederaufnahme des regulären Lehrbetriebs soll wissenschaftlich begleitet werden.

Welche Vorschriften gelten für Kitas?

Kitas sind im Regelbetrieb unter Pandemie-Bedingungen seit dem 6. Juli wieder für alle Kinder offen. Auch Eltern dürfen die Kitas wieder betreten, allerdings nur mit Mund-Nase-Schutz und nachdem sie ihre Hände desinfiziert haben. Die Kinder sollen Abstand halten - so gut es eben geht. Kinder und Personal mit Corona-Symptomen dürfen nicht in die Einrichtungen.

Finden Bildungsangebote statt?

Ab dem 1. August sind Bildungsangebote wie Volkshochschul- oder Fahrschulkurse wieder in einer Gruppengröße von mehr als 15 Personen zugelassen. Dabei muss auch nicht mehr auf den Mindestabstand von 1,5 Metern geachtet werden. Die Hygieneregeln sollen aber weiter angewendet werden.

Freizeit

Welche Vorschriften gibt es derzeit für Veranstaltungen in Hessen?

In der Öffentlichkeit dürfen sich zehn Personen treffen - unabhängig davon, aus welchem Haushalt sie stammen. Ebenfalls erlaubt bleibt, dass sich zwei Haushalte treffen - also auch, wenn sie die Grenze von zehn Menschen überschreiten. Für Treffen im privaten Raum entfällt die Personenbeschränkung; das Einhalten eines Mindestabstands wird hier lediglich noch empfohlen.

Außerdem sind Versammlungen mit bis zu 250 Teilnehmern unter Auflagen seit 22. Juni wieder möglich, sie müssen nicht genehmigt werden. Großveranstaltungen, bei denen die Abstandsregeln nicht zuverlässig eingehalten werden können, bleiben verboten. Demonstrationen sind unter Auflagen erlaubt.

Welche Freizeitangebote sind wieder verfügbar?

Am 6. Juli wurde bei Veranstaltungen wie Messen oder Konzerten sowie in Theatern und Kinos die Fünf-Quadratmeter-Regel für Sitzplätze und die Zehn-Quadratmeter-Regel für Stehplätze aufgehoben.

Tennis- und Golfplätze sind geöffnet. Bis zu zehn Personen dürfen auch wieder ohne Mindestabstand Kontaktsport ausüben. Dabei sollen aber Hygienestandards weiterhin beachtet werden. Grillen und Picknicken in der Öffentlichkeit ist wieder erlaubt.

Auch Indoorspielplätze, Kletter-, Squash- und Turnhallen und Kegelbahnen einschließlich Bowling sind wieder offen. Auch Theater, Opern- und Konzerthäuser dürfen den Betrieb wieder aufnehmen.

Fitnessstudios haben wieder geöffnet. Auch Schwimmbäder und Saunen sind wieder für Gäste offen. In vielen Bädern und Thermen müssen die Gäste jedoch vorher ein Online-Ticket erwerben.

Der Besuch von Sportveranstaltungen und Wettkämpfen ist seit dem 6. Juli wieder erlaubt. Auch hier gilt die Drei-Quadratmeter-Regel. Außerdem muss ein Hygienekonzept vorliegen.

Auch Vereins- und Versammlungsräume dürfen seit dem 6. Juli wieder genutzt werden. In Umkleidekabinen entfällt die Fünf-Quadratmeter-Regel. Stattdessen gelten die allgemeinen Abstandsvorgaben von 1,5 Metern.

Spielplätze, Museen, Ausstellungen, Schlösser, Gedenkstätten, Tierparks, Zoos, Botanische Gärten, Hundesalons, Hundeschulen und Musikschulen haben seit Anfang Mai wieder geöffnet.

Was ist mit Großveranstaltungen?

Volksfeste oder Großkonzerte mit Tausenden von Besuchern werden zunächst nicht stattfinden können. Versammlungen mit bis zu 250 Teilnehmern sind seit 22. Juni erlaubt. Im Einzelfall könnte die Teilnehmerzahl auch größer sein - wenn die Veranstalter ausreichend Platz zur Verfügung stellen können, um den Mindestabstand zu gewährleisten.

Finden in Hessen noch Gottesdienste statt?

Alle Religionsgemeinschaften dürfen zu Veranstaltungen mit Publikum einladen, wenn strenge Auflagen beim Sicherheitsabstand und bei der Hygiene eingehalten werden. Die Lockerungen gelten auch für Trauerfeiern. Aufgrund der gehäuften Corona-Infektionen nach einem Gottesdienst in einer Baptistengemeinde in Frankfurt hat das Land jedoch beschlossen, dass die Gemeinden nun verpflichtend Anwesenheitslisten führen und die Kontaktdaten aller Besucher aufnehmen müssen.

Öffentliche Einrichtungen

Kann ich Angehörige im Krankenhaus oder im Seniorenheim besuchen?

In Alten- und Pflegeheimen sind pro Bewohner drei Besuche in der Woche erlaubt. Menschen mit Behinderung, die in einer stationären Einrichtung betreut werden, können von einer Person pro Tag besucht werden. Besucher sollen sich vor ihrem Besuch in der Einrichtungen anmelden, da alle Besucher registriert werden müssen. Menschen mit Atemwegsinfektionen dürfen weiterhin nicht besucht werden.

Seit 15. Juli sind Besuche in Krankenhäusern eingeschränkt wieder erlaubt. Patienten dürfen in den ersten sechs Tagen insgesamt zwei Besuche empfangen. Pro Besuch dürfen dann maximal zwei Personen kommen. Ab dem siebten Tag dürfen dann jeden Tag zwei Personen zu Besuch kommen. Diese Regelung gilt voraussichtlich noch bis zum 15. August. Besuche in Rehakliniken sind uneingeschränkt möglich. Über die konkrete Umsetzung entscheiden die Einrichtungen individuell.

Welche Strafen drohen bei Verstößen gegen die Verbote der Landesregierung?

Je nach Schwere des individuellen Verstoßes sind Regelsätze zwischen 50 und 5.000 Euro vorgesehen. Eine Übersicht über die drohenden Bußgelder finden Sie hier.

Verstöße werden in der Regel als Ordnungswidrigkeit behandelt. Besonders schwere Verstöße gegen die Verordnung können sogar als Straftaten zur Anzeige gebracht werden. Dies betrifft im Wesentlichen vorsätzliche Verstöße, etwa das Abhalten verbotener Veranstaltungen, Verstöße gegen Quarantäneanordnungen oder bei nachgewiesener Weiterverbreitung des Krankheitserregers.