Streitobjekt: Das Landgestüt in Dillenburg.
Das Landgestüt in Dillenburg ist gerettet Bild © picture-alliance/dpa

Kehrtwende im Fall des hessischen Landgestüts: Das drohende Aus für die historische Einrichtung ist abgewendet. Unter der Bedingung, dass künftig keine Hengste mehr gehalten werden dürfen.

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Das Landgestüt in Dillenburg wird nicht wie geplant geschlossen. Das teilte das Umweltministerium am Freitag (18.08.2017) mit. Es sei gelungen, die Bedingungen für die Tiere kurzfristig zu verbessern, allerdings werde die Hengsthaltung aufgegeben.

"Mit einer Verringerung des Tierbestandes und zusätzlichem Auslauf ist kurzfristig eine Verbesserung des Tierschutzes erreichbar", sagte Ministerin Priska Hinz (Grüne).

Erleichterung in Dillenburg

Anfang Juli hatte das Land bekanntgegeben, das Gestüt aus Tierschutz-Gründen schließen zu wollen. Die "Fortführung der Hengsthaltung" in dem Gestüt erscheine im Sinne eines "effektiven Tierschutzes" nicht mehr tragbar, hieß es damals zur Begründung. Außerdem gehöre der Betrieb eines Landgestüts nicht zu der hoheitlichen Aufgabe einer Landesregierung.

Die Ankündigung hatte in Dillenburg für heftigen Protest gesorgt. Die Stadt befürchtete unter anderem negative Folgen für den Tourismus. Umso größer die Erleichterung: "Die Stadt Dillenburg freut sich über den Erhalt des Landgestütes", sagte Bürgermeister Michael Lotz (CDU).

Keine Hengste mehr

Mit Erfolg. Jedoch wird der Betrieb nicht so weiterlaufen wie bisher. In Zukunft wird es auf dem Gelände an der Wilhelmstraße keine Hengste mehr geben.

Das hat einen einfachen Grund: Stuten und Wallache können im Gegensatz zu Hengsten in Gruppen gehalten werden. So ergibt sich laut Hinz die Möglichkeit "eines zusätzlichen Auslaufs auf Teilen des Paradeplatzes". Damit ist der Hauptgrund für die anvisierte Schließung - zu wenig Auslauf für die Tiere - hinfällig.

Das Gestüt war 1869 als Preußisches Hessen-Nassauisches Landgestüt gegründet worden, 1929 wurde noch eine Reit- und Fahrschule angegliedert. Das Gelände hat eine Fläche von zehn Hektar samt Paradeplatz, Stallgebäuden, Reithallen und einem Kutschenmuseum in der historischen Orangerie.