Tatverdächtiger im Mordfall Lübcke: Stephan Ernst beim Wahlkampf für die NPD in Kassel (Archiv)
Tatverdächtiger im Mordfall Lübcke: Stephan Ernst beim Wahlkampf für die NPD in Kassel (Archiv) Bild © nsu watch

Der mutmaßliche Täter hatte die Ermordung Walter Lübckes offenbar schon lange geplant. Das soll Stephan Ernst in seinem Geständnis erklärt haben. Die Tat bedauere er mittlerweile.

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Der mutmaßliche Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat seine Tat offenbar bedauert. In seinem Geständnis soll Stephan Ernst die Tat als "einen Fehler" bezeichnet haben, wie der Spiegel berichtet.

Zudem habe der 45 Jahre alte Rechtsextreme angegeben, den Mordplan schon seit Längerem gehegt zu haben.

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Chronologie

Eine Chronologie zum Mordfall Lübcke gibt es hier.

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Stephan Ernst sitzt seit Mitte Juni in Untersuchungshaft. Er soll den 65 Jahre alten Lübcke in der Nacht zum 2. Juni vor dessen Haus erschossen haben. Die Tat hat Ernst bereits gestanden, er will alleine gehandelt haben.

Tatwaffe in Erdloch gefunden

Daran haben die Ermittler jedoch ihre Zweifel. Zumindest gehen sie davon aus, dass Ernst Hilfe bei der Planung der Tat hatte. Nachdem die Ermittler am Donnerstag die Tatwaffe in einem Erdloch gefunden hatten, wurden zwei weitere Männer verhaftet.

Elmar J. aus Nordrhein-Westfalen und Markus H. aus Kassel sollen Ernst die Tatwaffe beschafft haben. Das Waffenversteck hatte Ernst in seinem Geständnis verraten und dabei auch J. und H. belastet. Sie gehören ebenfalls der rechtsextremen Szene an. Gegen beide wurde ein Haftbefehl wegen Beihilfe zum Mord verhängt.

Schweigeminute im Bundesrat

Der Bundesrat begann seine Sitzung am Freitag in Berlin mit einer Schweigeminute für Lübcke. In einer kurzen Ansprache forderte Bundesratspräsident Daniel Günther (CDU) Konsequenzen aus dem mutmaßlich rechtsextrem motivierten Verbrechen. Der Mord an Lübcke "muss einen Wendepunkt markieren gegen Terrorismus jeder Art", sagte er.

In Kassel hatten sich am Donnerstag rund 10.000 Menschen vor dem Regierungspräsidium zu einer Kundgebung gegen Rechtsextremismus versammelt. Ihre Botschaft: "Bei uns haben Hass und Hetze keinen Platz."