Voller Aufzug: Jens Spahn (2.vl), Helge Braun (5.vl), Volker Bouffier (6.vl), Michael Bußer (7.vl) und Kai Klose (rechts) im Aufzug.

Bundesgesundheitsminister Spahn, Ministerpräsident Bouffier sowie weitere Politiker und Ärzte sind im Uniklinikum Gießen in einen Aufzug gestiegen. Alle. In einen einzigen Aufzug. Mitten in der Corona-Krise. Unser Foto sorgt für Befremden und Belustigung.

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hessenschau vom 14.04.2020
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Da heißt es seit Wochen im ganzen Land: Abstand halten - und dann das: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, Kanzleramtsminister Helge Braun, Ministerpräsident Volker Bouffier, Regierungssprecher Michael Bußer (alle CDU) und Hessens Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne), dazu noch mindestens sechs weitere Personen, Mediziner vor allem – und alle in einem Aufzug. Das hessenschau.de-Foto ging am Dienstag viral, wurde auf Twitter tausendfach gelikt, retweetet und kommentiert. Ein richtiges Fahrstuhlgate.

Parlamentarische Immunität?

"Eigentlich wollte das Coronavirus auch noch mitfahren. Aber leider war der Fahrstuhl schon voll", spottet beispielsweise ein Nutzer. "Die Anzeige ist raus", merkt ein anderer lakonisch an. "Das muss diese parlamentarische Immunität sein, von der immer die Rede ist", schreibt ein weiterer.

Entstanden ist das Bild während eines Pressetermins am Dienstag in Gießen - Politiker informierten sich vor Ort darüber, wie es in den Krankenhäusern läuft im Kampf gegen das Coronavirus, in dem Fall in der Gießener Uniklinik.

Seit Wochen weisen Politiker und Mediziner immer wieder darauf hin, wie wichtig es ist, mindestens 1,5 Meter Sicherheitsabstand zu allen Menschen einzuhalten - gerade in geschlossenen Räumen. Nur so könne man zuverlässig sich und andere vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus schützen. Was machen dann elf Menschen, erfahrene Politiker und Ärzte, auf engstem Raum in der Gießener Uniklinik?

Spahn: "Dann passiert es halt manchmal doch"

Es ist wohl einfach passiert. Schon wenig später während einer Pressekonferenz spricht Spahn davon, wie wichtig es ist Abstand zu halten, auch wenn man Mundschutz trägt. Doch die Teilnehmer an der Klinikführung hätten auch gemerkt, dass das manchmal nicht so leicht falle im Alltag. "Alle nehmen sich vor, nicht alle gleichzeitig in den Aufzug, und dann passiert es halt manchmal doch."

Auch Hessens Regierungssprecher Bußer räumt per Twitter ein: "Da muss man nicht groß drumherum reden: Das hätte nicht passieren dürfen. Auch wenn alle Mundschutz tragen, in diesem Aufzug stehen zu viele Menschen."

Was lernen wir aus der Geschichte? Spahn selbst gab in einer Antwort auf SPD-Mann Karl Lauterbach auf Twitter die Antwort: Das nächste Mal einfach die Treppe nehmen.

@Karl_Lauterbach Ja, das geht besser: auch mit Mundschutz Abstand halten. Und das nächste Mal einfach die Treppe nehmen.

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Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 14.04.2020, 19.30 Uhr