Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Rednerpult vor Opel-Logo

Seit 125 Jahren baut Opel Autos. Das Unternehmen hat das am Samstag mit einem Festakt in Rüsselsheim gefeiert. Bundeskanzler Scholz schwor die Belegschaft auf den eingeschlagenen E-Kurs ein.

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Opel feiert 125-jähriges Jubiläum

Bundeskanzler Olaf Scholz besucht ein Opel-Werk
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Vor genau 125 Jahren wurde mit dem sogenannten Lutzmann das erste Auto bei Opel in Rüsselsheim gebaut. Das Jubiläum wurde am Samstag mit einem Festakt am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim gefeiert. Unter den Gästen waren auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und Hessens Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori (SPD).

Scholz rief in seiner Rede den versammelten Opelanern zu: "Sie werden in einem fairen Wettbewerb bestehen auch gegen neue Konkurrenten zum Beispiel aus China."

"Lutzmann" aus dem Jahr 1899

Einen Tag vor der Europawahl bekannte sich Scholz zum klimafreundlichen Umbau der Wirtschaft - auch im Verkehrssektor: "Wir stehen zum Ausbau der Elektromobilität. Wer das jetzt zurückdrehen will, gefährdet nicht nur alles bisher Erreichte, der gefährdet auch unseren Wohlstand und unsere Zukunft als Industrienation." Der menschengemachte Klimawandel sei die entscheidende Realität dieser Zeit.

Der Erfolg der Automobilindustrie sei "von strategischer Bedeutung für Deutschland und Hessen", erklärte Ministerpräsident Rhein. "Wir unterstützen die Branche deshalb bei der Transformation ihrer Produktion."

"Weg zu Elektrifizierung weiter anführen"

Opel setzt voll auf E-Mobilität und hat sich vorgenommen, ab 2028 nur noch E-Autos auf den Markt zu bringen. Daran hält die Tochter des französisch-italienischen Konzerns Stellantis fest - trotz der zuletzt gesunkenen Nachfrage nach E-Autos. Im Dezember war die E-Förderung des Bundes ausgelaufen, was für Verunsicherung am Markt für Elektroautos gesorgt hatte.

"Opel wird den Weg zu Elektrifizierung weiter anführen", betonte Konzernchef Carlos Tavares auf dem Festakt. Tavares lobte den glaubwürdigen Wandel des früher lange Zeit defizitären Unternehmens zu profitablem Wachstum. "Opel ist immer Teil der Lösung und nicht des Problems."

Schon ab 2025 würden nur noch rein batterieelektrische Modelle entwickelt, kündigte Opel-Chef Florian Huettl am Samstag an. Erst Ende April hatte Huettl ein neues E-Modell im Werk Eisenach (Thüringen) vorgestellt.

Einblicke ins Designzentrum und ins Werk

Neben dem offiziellen Festakt feierte Opel sein Firmenjubiläum in Rüsselsheim auch mit einem Tag der offenen Tür. Besucherinnen und Besucher konnten einen Blick in das Designzentrum werfen oder an einer Werkstour teilnehmen.

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Vom Nähmaschinenhersteller zum Autobauer

Die Geschichte des Automobils bei Opel reicht bis ins Jahr 1899 zurück: Vor 125 Jahren baute der Nähmaschinen- und Fahrradhersteller mit dem "Patentmotorwagen System Lutzmann" sein erstes Automobil. Zuvor hatte Opel die Anhaltinische Motorwagenfabrik des Autopioniers Friedrich Lutzmann übernommen und von Dessau im heutigen Sachsen-Anhalt nach Rüsselsheim verlagert.
 
Nach fast 90 Jahren im US-Konzern General Motors wurde Opel im Sommer 2017 von der Peugeot-Mutter PSA übernommen, die inzwischen mit Fiat-Chrysler zu Stellantis fusioniert ist. Als einzige deutsche Marke in dem europäisch-amerikanischen Konzern verdient Opel seit einigen Jahren wieder Geld - nach dem Abbau tausender Stellen und einer Schrumpfkur für die Standorte. Opel hat außer dem Stammsitz Rüsselsheim Werke in Eisenach (Thüringen) und Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz).

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