Gammelfleisch und Ungeziefer Ordnungsamt macht zahlreiche Frankfurter Restaurants dicht

Kakerlakennester, verdorbenes Fleisch und völlig verdreckte Arbeitsflächen: Das Frankfurter Ordnungsamt hat in diesem Jahr bereits 21 Restaurants und andere Lebensmittelbetriebe schließen müssen.

Kakerlakennest in der Küche eines Frankfurter Restaurants
Kakerlakennest in der Küche eines Frankfurter Restaurants Bild © Ordnungsamt Frankfurt am Main
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Das Jahr ist noch nicht alt – doch das Ordnungsamt in Frankfurt hat bereits 21 Lebensmittelbetriebe schließen müssen. Das teilte die Stadt mit. Sie spricht von "gravierenden Hygienemängeln, Schädlingsbefall und starker Verschmutzung".

Von den 21 Betrieben liegen demnach zehn in der Frankfurter Innenstadt und sieben im Bahnhofsviertel. Hauptsächlich sind Restaurants betroffen, die Bandbreite reicht von Burger-Laden über Sushi-Bar bis hin zur Pizzeria. Aber auch eine Bäckerei, eine Metzgerei sowie vier Supermärkte und ein Kiosk wurden dicht gemacht.

Verdorbenes Fleisch und jede Menge Schädlinge

Bei den Schilderungen der Stadt vom Freitag vergeht schnell der Appetit: In 19 Betrieben seien hygienische Mängel oder starke Verunreinigungen vorgefunden worden, in zwei Betrieben habe es an der Personalhygiene gemangelt. In einem Supermarkt wurde verdorbenes Fleisch gefunden.

In ausnahmslos allen Betriebe stellten die Lebensmittelkontrolleure Schädlings- oder Nagerbefall fest, hauptsächlich von Mäusen und Schaben. In einem Restaurant im Frankfurter Bahnhofsviertel entdeckten die Prüfer ein Kakerlakennest hinter einer Arbeitsfläche auf einem völlig verdreckten Fußboden, die Kochstellen waren zudem stark verunreinigt und Fleischlieferungen nicht durchgängig gekühlt worden.

Verkalkte und verdreckte Spülmaschine
Verkalkte und verdreckte Spülmaschine Bild © Ordnungsamt Frankfurt am Main

Im Spülbecken dieses Restaurants stapelten sich ungereinigte Töpfe mit Lebensmittelresten und die Spülmaschine war stark verkalkt und verdreckt. Das Handwaschbecken für die Mitarbeitenden war dreckig sowie die Seifen- und Handtuchspender nicht befüllt.

Verfahren gegen Betreiber

Die betroffenen Betriebe dürfen vorläufig nicht mehr öffnen, gegen die Betreiber hat die Stadt Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Erst wenn alle Mängel behoben sind und sich die Kontrolleure erneut ein Bild gemacht haben, dürfen diese Betriebe laut Mitteilung der Stadt wieder öffnen.

Im vergangenen Jahr führte das Ordnungsamt nach eigenen Angaben rund 5.300 Kontrollen in Frankfurt durch, 238 davon führten wegen eklatanter Hygienemängel, falschem Umgang mit Lebensmitteln aber auch baulicher Mängel zu vorläufigen Schließungen – wie etwa im Herbst, als zehn Betriebe schließen mussten.

Weitere Informationen

Hygieneplattform des Verbraucherfensters Hessen

Auf der Hygieneplattform der Landesregierung werden Verstöße gegen das Lebensmittelrecht von den zuständigen Lebensmittelüberwachungsbehörden der Landkreise und kreisfreien Städte veröffentlicht. Die dort gelisteten Betriebe können entweder in einer barrierearmen Listenübersicht oder über ein Kartenmodul mit Umkreissuche nachgesehen werden und sind für ein halbes Jahr dort erfasst.

Ein Beschwerde-Button gibt Verbraucherinnen und Verbraucher die Möglichkeit, auch selbst Hinweise auf unhygienische Zustände in Betrieben in Hessen zu geben und Fotos an die Behörden übermitteln.

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Redaktion: Julian Moering

Sendung: hr3, 03.02.2024, 15 Uhr

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Quelle: hessenschau.de