Nach Trennung vom Internet Uniklinik Frankfurt bekämpft weiter Folgen des Hackerangriffs

Die Uniklinik Frankfurt vermeldet erste Erfolge im Kampf mit den Folgen eines Hackerangriffs. Nach über drei Monaten sind die akuten Probleme beseitigt. Für die zukünftige IT-Sicherheit steht die Arbeit aber noch an.

Das Universitätsklinikum in Frankfurt.
Das Universitätsklinikum in Frankfurt. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)
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Aufatmen am Universitätsklinikum Frankfurt: Nach einem Hackerangriff mussten monatelang Rechnungen gefaxt, Termine nur per Telefon vereinbart werden. Einige Bereiche der Verwaltung sind nun wieder mit dem Internet verbunden. "Die Situation hat sich in den vergangenen Wochen sukzessive verbessert, auch wenn im Arbeitsalltag noch erhebliche Herausforderungen bestehen", berichtet der Ärztliche Direktor, Jürgen Graf.

In Hessens größtem Krankenhaus war am 6. Oktober vergangenen Jahres ein unberechtigter Zugriffsversuch entdeckt worden. Einen Tag später wurde das Klinikum aus Sicherheitsgründen vom Internet getrennt. Die Folge: Die Homepage ist seitdem offline, Mailadressen der Beschäftigten sind ebenfalls noch immer nicht erreichbar.

Innerhalb der Verwaltung war das Rechnungswesen besonders stark betroffen: Rechnungen wurden per Fax verschickt und Verbindlichkeiten per Papier-Überweisungsträger beglichen.

Graf nannte den Vorfall damals "den größten anzunehmende Unglücksfall mit dem kleinsten zu erwartenden Schaden". Es wurden keine Daten verschlüsselt oder ausgelesen, es wurden keine Forderungen von Erpressern gestellt, die Patientenversorgung lief weiter.

Zwei getrennte Systeme

Das Klinikum musste allerdings nach dem Angriff mit zwei getrennten Systemen arbeiten: eines für die interne Kommunikation, eines für die Kommunikation nach außen. Die strenge Trennung konnte laut Graf bereits teilweise wieder aufgehoben werden.

"In allen zentralen Bereichen haben wir wieder Verbindung mit der Außenwelt aufgenommen", sagte Graf. Im Rechnungswesen, bei Gehältern, Logistik und Bestellungen seien "alle Systeme wieder in funktionalem Status, allerdings teilweise mit Sonderlösungen".

Um die Systeme in Zukunft noch sicherer zu machen, will das Klinikum nicht zum Status quo vor dem Angriff zurückkehren, sondern die IT komplett neu aufstellen. Nachdem die akute Lage bereinigt ist, könne man nun die langfristigen Themen angehen. "Wir können jetzt damit beginnen, die IT-Gestaltung der Zukunft zu planen", sagte Graf.

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Uniklinik Frankfurt

Das Universitätsklinikum Frankfurt versorgt nach eigenen Angaben jährlich circa 46.000 stationäre und mehr als 480.000 ambulante Patientinnen und Patienten. Insgesamt 33 Kliniken und klinische Instituten gehören zum Komplex dazu - mit mehr als 7.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

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Sendung: hr-iNFO, 17.01.2024, 8 Uhr

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Quelle: hessenschau.de, dpa/lhe