Streit über Tier-Shows Verletzte nach Protest gegen Weihnachtszirkus in Wiesbaden

In Wiesbaden ist es zu einer Auseinandersetzung zwischen Tierschutz-Aktivisten und Mitarbeitern des Weihnachtszirkus gekommen. Die Bilanz: Mehrere Verletzte und ein Auto mit zerstochenen Reifen.

Der Weihnachtszirkus in Wiesbaden.
Der Weihnachtszirkus in Wiesbaden-Biebrich (Archivfoto von 2019). Bild © Carina Kopp (hr)
  • Link kopiert!
Audiobeitrag
Bild © Carina Kopp (hr)| zur Audio-Einzelseite
Ende des Audiobeitrags

In Wiesbaden sind am Freitag bei einer Protestaktion gegen den Weihnachtszirkus im Stadtteil Biebrich mindestens drei Menschen verletzt worden. Wie die Polizei auf hr-Anfrage mitteilte, hatten Aktivistinnen und Aktivisten der Gruppe "Vegan Dreamland Aktivismus" den Eingang zum Zirkusgelände blockiert.

Die Demonstration sei zwar angemeldet gewesen, allerdings hätten die Aktivisten sich nicht an den ihnen zugewiesenen Standort gehalten. Weil sie den Eingang für Zuschauer blockierten, kam es laut Polizei zu einem Handgemenge mit Mitarbeitern des Zirkus. Am Nachmittag fand die erste von zwei Vorstellungen am Freitag statt.

Mindestens drei Personen seien bei der Auseinandersetzung leicht verletzt worden, sowohl auf Seiten des Zirkus als auch bei den Aktivisten. Am Auto eines Aktivisten seien im Zuge der Auseinandersetzung alle vier Reifen zerstochen worden. Die Polizei löste die Versammlung auf. Sie ermittelt unter anderem wegen Körperverletzung.

Immer wieder Protest gegen Tierdressur

Bereits in den vergangenen Tagen hatte es Proteste gegen den Weihnachtszirkus gegeben. Unter anderem die Tierrechtsorganisation PETA hatte vor Weihnachten dazu aufgerufen, weil sie den Einsatz von Tieren in Zirkusvorstellungen ablehnt.

"Mit unseren Aktionen appellieren wir an den Wiesbadener Weihnachtscircus, die Tiere endlich an Lebenshöfe, zoologische Einrichtungen oder geeignete Auffangstationen abzugeben und diese nicht quer durchs Land zu karren", hieß es von Jaqueline Herth-Sanders, Leiterin des "PETA-Streetteams Rhein-Main".

Zirkusleiter weist Vorwürfe zurück

Kurz vor Weihnachten hatte die Stadt Wiesbaden dem Zirkus eine Show mit 14 afrikanischen Löwen untersagt - wegen eklatanter Mängel beim Tierschutz. Die Tiere wurden abtransportiert. Der Zirkus startete dann ohne Löwen, er gastiert noch bis zum 7. Januar in Wiesbaden.

Der Leiter des Zirkus, Roberto Frank, hält die Vorwürfe für nicht nachvollziehbar. Er sagte dem SWR am Donnerstag, man halte sich an alle Richtlinien: "Unseren Tieren geht es gut, wir haben nichts zu verstecken."

Dass die Löwen nicht richtig gehalten wurden, sei Schuld des Dompteurs aus Tschechien gewesen, betonte Frank im SWR. Der Dompteur habe im Vorfeld Fotos geschickt, auf denen die Löwen und deren Haltung besser ausgesehen hätten.

Weitere Informationen

Redaktion: Marcel Sommer

Sendung: hr3, 29.12.2023, 19 Uhr

Ende der weiteren Informationen

Quelle: hessenschau.de, SWR