Barkok und Da Costa von Eintracht Frankfurt

Ein Haufen Reservisten auf dem Platz, nur ein Thema neben dem Platz. Das Heimspiel von Eintracht Frankfurt gegen Gladbach endet mit dem egalsten Remis aller Zeiten und nur einer wichtigen Frage: Werden bis zum Finale alle fit?

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Highlights: Eintracht Frankfurt - Borussia Mönchengladbach

Highlight: SGE - BGM
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Doch, auch am Sonntag wurde es im Stadion von Eintracht Frankfurt tatsächlich mal kurz richtig emotional. Kurz vor Anpfiff des Heimspiels gegen Borussia Mönchengladbach durfte der langjährige Kapitän David Abraham, der sich mitten in der Corona-Pandemie in Richtung Heimat und zu seinem Sohn verabschiedet hatte, noch einmal offiziell und in einem vollen Stadion "Adios!" sagen.

Abraham richtete ein paar Worte an die Fans, diese dankten es ihm mit tosendem Applaus und Sprechchören. Abraham schluckte und winkte, Vorstandssprecher Axel Hellmann adelte Abraham als "Capitano der Herzen" und belohnte seine Treue mit einer Einladung zum Europa-League-Finale nach Sevilla. Abraham freute sich und sagte zu. Danach wurde es bedeutungslos, das passende Ergebnis gab's dazu: 1:1 (0:1). Unentschieden. Auch egal.

Trio darf sich verabschieden

Zehn Tage vor dem Europa-League-Endspiel gegen die Glasgow Rangers schrumpfte das eigentliche Highlight des Tages – das Spiel zwischen der Eintracht und Gladbach – vor Anpfiff, nach Abpfiff und dazwischen zu einer Belanglosigkeit zusammen. Aus der siegreichen Halbfinal-Elf vom Donnerstag stand mit Kevin Trapp, Evan N'Dicka und Tuta nur noch ein Trio in der Startformation. Von der Energie, mit der die Eintracht West Ham aus dem Wettbewerb geräumt hatte, war trotz ordentlicher Stimmung auf den Rängen gar nichts mehr spürbar.

"Ich wusste, dass heute nicht alles perfekt sein würde. Und es war auch vieles nicht perfekt", resümierte Trainer Oliver Glasner, der die Gunst der Stunde genutzt und Stefan Ilsanker, Aymen Barkok und Danny da Costa einen letzten Einsatz im Frankfurter Trikot beschert hatte. Alle drei Profis werden die Eintracht nach der Saison verlassen, alle drei durften von Beginn an ran und zeigten dabei noch einmal, dass sie sportlich wohl kein allzu großer Verlust sein werden.

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Chandler: "Den Pokal nach Frankfurt holen"

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Sprechchöre zum Abschied gab es für Da Costa und Barkok trotzdem, Ilsanker durfte immerhin in die Kurve und noch einmal Eintracht-Lieder mitsingen. "Wir sind alles Frankfurter Jungs."

Wer Donnerstag feiert, kann Sonntag auch spielen

Ein paar Ehrungen und Trennungen alter Mitarbeiter hier, ein paar Gassenhauer und der Eintracht-Walzer da. Durch das Frankfurter Stadion wehte am Sonntag ein Hauch von Betriebsfest. Die Tore von Alassane Plea (4.) und Goncalo Paciencia (66.) wurden als Teil des Rahmenprogramms akzeptiert, für die Bewertung des Nachmittags spielten sie aber nur eine untergeordnete Rolle.

"Ich bin sehr zufrieden, weil ich weiß, was am Donnerstag war", formulierte Glasner seine dann doch eher niedrigen Ansprüche an diese Partie. "Der eine oder andere ist erst ins Bett, als die Sonne wieder geschienen hat." Sprich: Hauptsache ein bisschen bewegt und alles rausgeschwitzt.

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Die Eintracht geht auf dem Zahnfleisch

In zehn Tagen, das ist klar, ist das Ziel ein ganz anderes. Die Eintracht will den Titel gewinnen und erstmals in die Champions League einziehen. Nicht so klar ist hingegen, welche Spieler bis dahin ihre kleineren bis größeren Wehwehchen auskuriert haben und komplett fit sein werden.

Abwehrchef Martin Hinteregger wird im Endspiel wegen einer Oberschenkelverletzung definitiv nicht dabei sein, hinter Jesper Lindström (ebenfalls Oberschenkel) steht ein mittelgroßes Fragezeichen. "Wir werden alles dafür tun, dass er einsatzbereit ist. Aber eine Prognose kann ich nicht abgeben", sagte Sportvorstand Markus Krösche. Tendenz: Das wird ein Wettlauf gegen die Zeit. Die restlichen Profis mit kleineren bis größeren Zipperlein werden wohl auf die Zähne beißen. Die Länge der Liste der leicht Angeschlagenen ist dennoch besorgniserregend.

Kevin Trapp (Bänderdehnung im Handgelenk) musste auch gegen Gladbach behandelt werden, der Schmerz ließ aber schnell nach. Tuta wurde in der Halbzeitpause wegen Muskelproblemen im Oberschenkel vom Mannschaftsarzt gestoppt und zur Auswechslung gezwungen. "Eine Vorsichtsmaßnahme" so Glasner, der zudem Rafael Borré, Sebastian Rode, Almamy Touré und Kristijan Jakic gar nicht erst in den Kader berief und auch Ansgar Knauff komplett schonte. Djibril Sow, der sich am Donnerstag die Nase gebrochen hatte, kam immerhin zu einem Kurzeinsatz. So oder so: Die Eintracht fährt aktuell auf der Felge.

Glasner gibt zwei Tage frei

Umso wichtiger und verständlicher, dass Glasner seinem Team vor dem Final-Countdown erst einmal ein wenig Ruhe gönnt. Nach dem von der UEFA angesetzten Media-Day am Montag verordnete Glasner allen für Dienstag und Mittwoch zwei Tage Urlaub, ehe Donnerstag die Vorbereitung auf Mainz (wenig) und die Rangers (viel) beginnt. Trainer Glasner und sein Team werden die beiden freien Tage zur Analyse des Endspiel-Gegners nutzen, die Spieler sollen die Füße hochlegen. "Wir müssen alle Kräfte mobilisieren."

Das Remis gegen Gladbach war in diesen Minuten schön längst vergessen und abgehakt. Für die Eintracht zählt nur noch das Finale und der Gewinn des Potts. Oder, wie es die Fans auf einem Banner ausdrückten: "Heute ist egal – holt uns den Pokal."

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