Markus Krösche von Eintracht Frankfurt

Die schwachen Leistungen von Eintracht Frankfurt sorgen auch bei Markus Krösche für Unzufriedenheit. Der Sportvorstand wünscht sich mehr Offensivdrang vom Team, gleichzeitig aber auch etwas Geduld vom Umfeld.

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Die gesamte PK mit Eintracht-Sportvorstand Krösche

Markus Krösche still
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Nach einer ebenso arbeitsintensiven wie fulminanten Transferphase kam Markus Krösche erst jetzt dazu, das Jahr bei Eintracht Frankfurt offiziell zu eröffnen. Der Sportvorstand, der den Kader der Hessen in den vergangenen Wochen umgekrempelt hat, trat am Dienstag zur obligatorischen Jahresauftakts-Pressekonferenz an und wagte dabei gleichzeitig einen Blick in Vergangenheit und Zukunft. Die Kurzzusammenfassung: Die Kaderplaner haben geliefert, die Mannschaft noch nicht.

Dank der frühen Transfers von Donny van den Beek und Sasa Kalajdzic sowie den späten Verpflichtungen von Hugo Ekitiké und Jean-Matteo Bahoya konnten die seit Monaten deutlich sichtbaren Lücken in der Offensive geschlossen werden, rein personell steht die Eintracht im Frühjahr 2024 so gut da wie lange nicht. "Wir hatten Nachholbedarf, jetzt haben wir einen Schritt nach vorne gemacht", fasste Krösche zusammen. Die Eintracht verfügt nun im Angriff über deutlich mehr Geschwindigkeit und deutlich mehr Variabilität. Das Problem: Man sieht das aktuell auf dem Spielberichtsbogen, nicht aber auf dem Rasen.

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Eintracht Frankfurt in den Europapokal-Playoffs: So tickt Gegner Saint Gilloise

Im Hintergrund Fans mit Pyro, im Vordergrund Eintracht-Trainer Toppmöller (links), zeigt auf Wappen RUSG, dazu der Cup.
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Auch Krösche unzufrieden

Eine Tatsache, die auch Krösche offen so ansprach: "Es ist schön, dass wir Sechster sind. Fußballerisch haben wir aber einen anderen Anspruch", betonte er. Vor allem die vergangenen sechs Partien mit sehr glücklichen und wenig ansehnlichen Siegen gegen Gladbach, Leipzig und Mainz sowie den teils unerklärlichen Punktverlusten gegen Darmstadt, Köln und Bochum haben die Unruhe im Umfeld anwachsen lassen. Dass die Fans die Leistung gegen Bochum am Samstag mit Pfiffen quittierten, ist ein alarmierendes und klares Zeichen. Unmutsäußerungen gegen das eigene Team gibt es in Frankfurt nur sehr selten.

"Die Art und Weise, wie wir aktuell Fußball spielen, stellt uns auch nicht zufrieden", stellte deshalb auch Krösche klar. "Das ist nicht das, was wir haben wollen. Da müssen wir ehrlich sein." Die Platzierung in der Tabelle stimmt, die Leistung nicht. Doch wie genau soll der Fußball der Eintracht eigentlich aussehen?

Krösche will mehr Heavy Metal

Nach der Ankündigung von Trainer Dino Toppmöller zu Saisonbeginn, als "positive Troublemaker" auftreten zu wollen, erwarten viele aktuell genau das. Doch die versprochene Wucht und Emotionalität ist maximal phasenweise erkennbar, die Eintracht verzettelt sich zu oft in schablonenhaftem Ballgeschiebe. Eine Ansicht, die Krösche teilt: "Es geht um Aktivität und Aggressivität, gerade in unserem eigenen Stadion müssen wir Dominanz ausstrahlen und den Gegner unter Druck setzen. Wir müssen Fußball spielen, der weniger klassisch ist und mehr Heavy Metal." Klare Forderung: Füße von der Bremse, Vollgas geben.

Zum Wohle von Toppmöller und der Eintracht sollte diese Entwicklung möglichst schnell und reibungslos gehen. Krösche unterstrich aber auch, dass die neuzusammengewürfelte Frankfurter Casting-Band noch etwas Zeit brauchen werde und deshalb Geduld gefordert sei. Das Potenzial, um die Charts zu stürmen, ist da. Der ganz große Durchbruch auf den internationalen Bühnen ist aber für die Zukunft eingeplant. "Wir haben jetzt eine Altersstruktur, die es uns erlaubt, diese Mannschaft zu entwickeln. Wir brauchen Kontinuität."

Eintracht plant langfristig

Damit das gelingt, soll die Zeit der ständigen Umbrüche und Massen-Abwanderungen von Leistungsträgern erst einmal vorbei sein. Zwar ist weiter kein Spieler unverkäuflich und die Eintracht auch zukünftig auf Transfererlöse angewiesen. Rund um die Führungsspieler-Achse, die aus Kevin Trapp, Robin Koch, Ellyes Skhiri und Mario Götze besteht, soll aber eine schlagkräftige Truppe mit gutem Mix aus Erfahrung und Unbekümmertheit aufgebaut werden.

"Es geht jetzt darum, diesen Kader langfristig zusammenzuhalten. Wir wollen in den nächsten Jahren den nächsten Step gehen und unsere Ziele erreichen", so Krösche.

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Bei Union Saint-Gilloise muss schon was passieren

Was genau die sportlichen Ambitionen in der kommenden Saison sind, ist zwar weiter nicht ganz klar. Da Vorstandssprecher Axel Hellmann am Sonntag bei der Bild aber klar formulierte, dass die Eintracht in dieser Spielzeit mindestens Platz sechs verteidigen wolle, ist auch eine kurzfristige Leistungssteigerung nötig. Einen ersten Schritt in die richtige Richtung sollte die Eintracht möglichst schon am Donnerstag im Playoff-Hinspiel der Conference League bei Royal Union Saint-Gilloise (ab 18.45 Uhr im hr-iNFO-Audiostream) gehen. "Das ist ein extrem wichtiges Spiel, wir müssen auf unserem Top-Level sein." Genau das scheint jedoch nicht so einfach zu sein aktuell.

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Spurensuche vor Ort: Das macht Union St. Gilloise aus

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