Sasa Kalajdzic vor dem Stein-Logo der Eintracht

Neuzugang Sasa Kalajdzic präsentiert sich bei seinem ersten öffentlichen Auftritt für Eintracht Frankfurt ebenso locker wie hochmotiviert. Der Österreicher könnte auf vielen Ebenen ein Volltreffer sein, nur seine Playlist muss er überdenken.

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Die komplette Pressekonferenz mit Sasa Kalajdzic

Sasa Kalajdzic auf der Pressekonferenz
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Es gibt Vorstellungs-Pressekonferenzen mit Fußballern, die laufen nach dem immer gleichen Schema ab. Frage, Phrase, Frage, Phrase, Frage, Phrase, danke, tschüss. Die Spieler betonen, alles geben, der Mannschaft helfen und von Spiel zu Spiel denken zu wollen. Eintracht Frankfurt sei ihrer Meinung nach ein toller Traditionsverein mit vielen Fans. Und die ersten Tage wären auch schon ganz wunderbar gewesen. Frankfurts neuer Stürmer Sasa Kalajdzic lieferte am Mittwoch einen erfrischenden Gegenentwurf.

Kalajdzic schwärmt von Darmstadt 98

Der 26-Jährige, der bis Saisonende von den Wolverhampton Wanderers ausgeliehen ist, plauderte über prägende TV-Erlebnisse als Kind mit dem DSF-Doppelpass. "Plötzlich hat dann einer von den Kommentatoren Spiele von mir kommentiert, da kam Notalgie hoch." Er verriet grinsend, dass sein Vertrag keine Kaufoption hat. "Also ich weiß jetzt nicht, ob da hinterrücks was gemacht wurde." Und er outete sich als Fan von Darmstadt 98. "Da spielt ein Freund von mir, ich feiere das Intro-Lied. Wir hören das gerne im Auto und singen dazu."

Nun wird Kalajdzic noch lernen müssen, dass es bessere Orte als Frankfurt für eine solches Outing gibt. Zwar scheint auch über Darmstadt hin und wieder die Sonne und der Gassenhauer von Alberto Colucci hat durchaus Ohrwurm-Potenzial. Seine Playlist sollte der Österreicher für Fahrten durch seine neue Heimatstadt aber wohl noch einmal ändern und um die Eintracht-Hymnen "Schwarz-weiß wie Schnee" und "Im Herzen von Europa" ergänzen.

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Beide habe er noch nicht so oft gehört, gab er zu, versprach aber umgehend Besserung: "Das werde ich ändern." Und das mit dem besonderen Verhältnis zu den Lilien wird er spätestens in zehn Tagen beim Hessenderby dann auch merken.

Kalajdzic wird bald Vater

So oder so zeigte Kalajdzic aber, dass er kein 0815-Fußballer ist, der von einem Verein zum nächsten zieht und dabei nicht nach rechts oder links schaut. Da seine Frau, die er liebevoll als seine Mentaltrainerin bezeichnete, in den kommenden Tagen ihr erstes gemeinsames Kind erwartet, drängte er bei dem Wechsel nach Frankfurt auf eine schnelle Einigung.

"Ich wollte nicht, dass meine Frau allein in England sitzt und ich dann hier bin. Das hatte für mich eine große Bedeutung." Dass die Eintracht direkt bei der Krankenhaus- und Geburtenstations-Suche half, überzeugte die junge Familie und beschleunigte den Deal zusätzlich.

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Eintracht braucht einen echten Mittelstürmer

Menschlich passt Kalajdzic – auf den ersten Blick – also beinahe schon zu perfekt zur Eintracht. Ob er auch sportlich ein Volltreffer ist, wird sich in den kommenden Wochen und vielleicht sogar schon am Samstag (15.30 Uhr) im Bundesliga-Auswärtsspiel bei RB Leipzig zeigen. Der zwei Meter große Mittelstürmer dürfte angesichts fehlender Konkurrenz direkt in die Startelf rutschen und als echter Neuner agieren. "Mir wurde gesagt, dass in der Hinrunde ohne richtigen Stürmer gespielt wurde. Ich soll eine Art Zielspieler sein", fasste Kalajdzic zusammen. "Ich glaube, dass ich das gut erfüllen kann."

Wer genau ihn mit Zuspielen versorgen soll, konnte Kalajdzic nach drei gemeinsamen Trainingstagen in Frankfurt am Mittwoch noch nicht sagen. Dass die besonderen Strafraum-Qualitäten von Kalajdzic, der beim VfB bevorzugt nach Flanken und mit dem Kopf traf, kein Geheimnis sind, ist aber wohl offensichtlich. "Wenn da ein Langer im Strafraum steht, wird man schon automatisch denken: Den muss ich jetzt füttern." Kalajdzic ist torhungrig und bereit zur Verwertung.

Wie schnell ist Kalajdzic in Topform?

Bliebe nur die Frage nach seiner Fitness und der Form. Dass Kalajdzic das Potenzial zu einem sehr guten Bundesliga-Stürmer hat, bewies der österreichische Nationalspieler während seiner Zeit in Stuttgart eindrucksvoll. Nach einem Kreuzbandriss direkt im ersten Spiel für die Wolves und anderthalb Jahren ohne wirkliche Spielpraxis, sollte zu Beginn allerdings aber auch niemand Wunderdinge vom angehenden Vater erwarten. "Wir müssen schauen, was passiert. Ich fühle mich gut, ich schwärme aber nicht gerne von mir selbst", so Kalajdzic. "Ich will jetzt einfach kicken." Na dann los, der Auftakt war schon mal vielversprechend.