Der Anti-IAA-Protestzug vor der Abschlussveranstaltung

Vor den Toren der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt haben mehrere Tausend Menschen für eine klimaschonende Verkehrswende demonstriert. Die Veranstalter sprechen von 25.000 Teilnehmern, die Polizei von 15.000. Die meisten kamen mit dem Rad.

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Ob aus Wiesbaden, Gießen oder um 5.30 Uhr aus Mannheim: Auf 13 Routen machten sich Demonstranten am Samstag mit dem Rad nach Frankfurt auf den Weg. Dort startete um 11.30 Uhr an der Hauptwache auch ein Fußmarsch. Teilnehmer hielten Schilder mit der Aufschrift "Verkehrswende jetzt", "Dicke Autos=Dicke Luft", "Autokonzerne entmachten" oder "Nieder mit der Autokratie" hoch.

Polizei berichtet von friedlicher Stimmung

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Gemeinsames Ziel von Sternfahrt und Demonstrationszug: die Automesse IAA. Vor dem Messegelände machten die Teilnehmer gegen die Autoindustrie und für eine nachhaltige, klimaschonende Mobilität mobil. Anlass ist der erste Publikumstag der Messe. Die Polizei berichtete von einer friedlichen Stimmung.

Über die Zahl der Teilnehmer gab es stark von einander abweichende Zahlen. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz als Mitveranstalter sprach von 25.000 Teilnehmern: 7.000 Fußgängern und 18.000 Radfahrern, denen das sonnige Wetter entgegenkam. Die Polizei nannte mit insgesamt 15.000 Teilnehmer - davon 12.500 Radler - eine deutlich geringere Zahl.

Landfriedensbruch?

Für 22 Greenpeace-Aktivisten hatte ein früherer Protest in den Messehallen der IAA schon Folgen. Autohersteller erstatteten Strafanzeige, weil die Demonstranten am Donnerstag während des Messerundgangs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf ausgestellte Autos geklettert waren und Plakate mit dem Wort "Klimakiller" hochhielten.

Ein Polizist beobachtet junge Demonstranten von "Fridays for Future".

Es gehe um den Vorwurf des Landfriedensbruchs und der Sachbeschädigung, sagte ein Sprecher der Frankfurter Polizei am Freitag.

Klimaschutz- und Umweltgruppen haben sich zum Bündnis #aussteigen zusammengeschlossen. Sie werfen der Autoindustrie vor, den Wandel zu emissionsfreier Elektromobilität nicht entschlossen genug voranzutreiben und unter anderem weiter auf klimaschädliche SUVs zu setzen. Anstelle dessen müsse es Vorrang für Rad- und Fußverkehr sowie Bus und Bahn geben, fordern sie.

Einschränkungen im Straßenverkehr

Wegen der Demonstrationen kam es in Frankfurt zu Problemen im Straßenverkehr. Es bildeten sich zum Teil lange Staus. Schon ab den Morgenstunden waren die Senckenberganlage, die Friedrich-Ebert-Anlage sowie Abschnitte der Theodor-Heuss-Allee in beiden Richtungen gesperrt.

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Zugunsten der Radfahrer wurden auch zwei Autobahnabschnitte gesperrt: im Osten die A 661 ab Offenbach-Taunusring in Richtung Eissporthalle sowie im Westen den zum Messegelände führenden Teil der A 648.

Dadurch kam es zum Beispiel zwischen dem Alleenring und der A661 für Autofahrer zu Wartezeiten von bis zu einer Stunde. Einschränkungen gab es außerdem im öffentlichen Nahverkehr.

Radfahrer bei der Anti-IAA-Demo in Frankfurt

Die Aktionen sollen am Sonntag weitergehen. Unter dem Motto "Sand im Getriebe" ist eine Blockade der Messe geplant. Für mehr Lebensqualität in den Städten müsse das Auto zurückgedrängt werden, fordern die Organisatoren. Die Polizei erwartet mehrere hundert Teilnehmer.

Sendung: hessenschau, 14.09.2019, 19.30 Uhr