"Masterplan Mobilität" in Frankfurt Weniger Autos gefordert - dafür mehr ÖPNV, Radverkehr und Fußgänger

3.000 Menschen aus Frankfurt haben sich daran beteiligt, eine nachhaltige Mobilitätsstrategie für ihre Stadt zu entwickeln. Das Ziel des "Masterplan Mobilität": weniger Platz für Autos, mehr für ÖPNV, Rad- und Fußverkehr.

Radfahrer, Fußgänger und Autos sind an einer Kreuzung nahe der Alten Oper, die mit roten Fahrradspuren markiert ist, unterwegs.
Weniger Platz fürs Auto, mehr für Rad- und Fußwege: Der "Masterplan Mobilität" beinhaltet Empfehlungen für die Verkehrswende in der Stadt. Bild © picture-alliance/dpa (Archiv)
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"Masterplan Mobilität" in Frankfurt

hs 03.05.2023
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Wie kann die Stadt Frankfurt die Verkehrswende in den kommenden Jahren und Jahrzehnten umsetzen? Antworten wurden in den vergangenen Monaten bei 3.000 Bürgerinnen und Bürgern der Stadt gesucht.

Jetzt liegt das Ergebnis vor: Ein 200-seitiger "Masterplan Mobilität" mit Empfehlungen an die Politik, wie der Verkehr umweltfreundlich ausgebaut werden soll.

Verschiedene Zielvorgaben

Eines der Ziele ist, den Anteil der Wege, die zu Fuß, mit dem Rad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden, auf 80 Prozent zu erhöhen. Den zuletzt verfügbaren Zahlen aus dem Jahr 2018 zufolge liegt dieser Anteil noch bei 67 Prozent.

Auch zunehmend längere Wege sowie Wege zur Kita oder Schule sollen mit umweltfreundlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden.

Aufgezählt werden elf Schlüsselmaßnahmen, deren Umsetzung als grundlegend bezeichnet wird: Neben dem Ausbau von Hauptachsen für den Radverkehr sowie stadtverträglicher Lieferkonzepte befinden sich darunter die Erhöhung von Parkgebühren, die Ausweisung autoarmer Zonen sowie die Prüfung einer Citymaut. Park-und-Ride-Flächen seien wesentlich für die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs.

Zahl der Toten und Schwerverletzten soll um 60 Prozent sinken

In dem Plan enthalten sind zudem zahlreiche weitere an Zahlen gemessene Ziele unter anderem zu Barrierefreiheit, Gesundheit, Verkehrssicherheit und Logistik.

Beispielsweise soll die Zahl der Toten und Schwerverletzten im Straßenverkehr bis 2035 um 60 Prozent gesenkt werden, die Stickstoffdioxidemissionen sollen bis 2035 auf 20 Mikrogramm pro Kubikmeter sinken, und es soll 45 Prozent weniger Menschen geben, die von Lärmbelastungen betroffen sind.

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Plan als Leitlinie bei künftigen Entscheidungen

Die Verwaltung der Stadt soll in ihrer Arbeit - zum Beispiel bei der Planung neuer Stadtteile - an die Ziele aus dem Masterplan gebunden sein. Sie wäre dann verpflichtet, konkrete Maßnahmen ergreifen, wenn die Ziele nicht erreicht werden können.

Außerdem könne der Plan helfen, Anwohnerinnen und Anwohnern umstrittene Verkehrsmaßnahmen besser verständlich zu machen, so der designierte Verkehrsdezernent Wolfgang Siefert (Grüne).

Dafür müsse das Konzept im nächsten Schritt jedoch noch im Magistrat beraten und anschließend ins Stadtparlament eingebracht werden, um Verbindlichkeit zu erreichen, sagte Mobilitätsdezernent Stefan Majer (Grüne).

Auch Kinder und Jugendliche befragt

Bei der Erstellung des Masterplans, die Anfang 2022 begann, wurden auch Wirtschafts- und Verkehrsverbände, Wissenschaftler sowie die Verkehrswirtschaft einbezogen. Neben den Expertinnen und Experten wurden auch unter anderem die Meinungen zufällig ausgeloster Bürgerinnen und Bürger und rund 1.500 Jugendliche und Kinder berücksichtigt.

Hintergrund des Masterplans Mobilität sind Vorgaben aus dem Pariser Klimaabkommen sowie das Ziel der Stadt Frankfurt, bis 2035 klimaneutral zu werden.

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Bild © Frank Angermund (hr)| zur Audio-Einzelseite
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Sendung: hr-fernsehen, hessenschau, 03.05.2023, 19.30 Uhr

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Quelle: Frank Angermund, hessenschau.de, dpa/lhe